Zwei Wege ein Ziel
DGB will Vorstandsgehälter an Tariflöhne koppeln

Dem neuen Vorsitzenden der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex, Klaus-Peter Müller, bleibt das heftige umstrittene Thema Managergehälter erhalten. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat zwar gerade erst seine Forderungen zur Änderung des Aktiengesetzes und des Vorstandsvergütungs-Offenlegungsgesetzes präzisiert. Doch die Frage, ob eher Gesetzesänderungen oder die Weiterentwicklung des freiwillige Kodex zum Ziel führen, Exzesse bei Managergehältern und -abfindungen zu stoppen, ist weiterhin offen.

DÜSSELDORF. Commerzbank-Aufsichtsratschef Müller übernimmt im Juli die Kommissions-Geschäfte offiziell von Gerhard Cromme. Auf der letzten Sitzung der Kommission unter Crommes Leitung am vergangenen Freitag nahm das 13köpfige Gremium lediglich zwei kleine Modifikationen am Kodex vor. Seinen neuesten Vorstoß, Manager stärker am Misserfolg zu beteiligen, konnte Cromme nicht durchsetzen.

Jetzt will die Kommission erst einmal bei Fragen der Vergütung von Top-Managern den Einfluss des Gesamtaufsichtsrats stärken. Dafür wird im Corporate Governance Kodex eine Empfehlung neu gefasst, nach der immer das gesamte Kontrollgremium das Vergütungssystem für den Vorstand einschließlich der wesentlichen Vertragselemente beschließen soll. Die Kommission kommt damit Forderungen von Experten nach, die das Verschieben solcher Beschlüsse in Aufsichtsratsausschüsse kritisieren. Cromme sagte dazu: „Wir haben den Aufsichtsrat als Gesamtorgan noch mehr als bisher in die Pflicht genommen.“ Nehme das Plenum des Aufsichtsrats seine Verantwortung für Fragen der Vorstandsvergütungen sachgerecht wahr, erübrigten sich weitergehende gesetzliche Regelungen.

Der DGB fordert darüber hinaus, dass Arbeitnehmervertreter auch an der Vorbereitung von Vorstandsverträgen beteiligt sein sollen und will dies gesetzlich im Aktienrecht verankert wissen.

Im Corporate-Governance-Kodex wird zudem die Regel zum Abfindungs-Cap für vorzeitig ausscheidende Manager verschärft. Erst vor einem Jahr war sie als eine Anregung aufgenommen worden, künftig soll die Deckelung der Abfindungen auf zwei Jahresgehälter eine Empfehlung sein. Damit müssen die Unternehmen dann auch öffentlich erklären, ob sie dieser Regel folgen.

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