Zweite Amtszeit des Bundespräsidenten
Die Zeichen stehen auf Wiederwahl

Die Chancen für eine zweite Amtszeit von Bundespräsident Horst Köhler stehen offenbar gut. In der Bevölkerung findet Köhler ohnehin breite Zustimmung, jetzt signalisieren auch die politischen Parteien wachsendes Interesse. Nur einer hat sich bislang noch nicht geäußert.

HB BERLIN. Ein gutes Jahr vor der Wahl des nächsten Bundespräsidenten deuten viele Zeichen auf eine Wiederwahl Horst Köhlers. Die Zustimmung für ihn wächst - in der Bevölkerung ohnehin, da erreicht Köhler bei Umfragen seit Jahren schon Spitzenwerte - aber auch unter den Parteien, die am 23. Mai 2009 in der Bundesversammlung zu entscheiden haben, wer zehnter Bundespräsident wird. Die Chancen für den Amtsinhaber stehen gut. Nur einer hat sich bislang offiziell noch nicht erklärt - Horst Köhler.

Es spricht sehr viel dafür, dass Köhler eine zweite Amtszeit bekommt, obwohl er anders als seine Vorgänger nicht in das enge Gewebe der Parteipolitik eingebunden ist. Dies ist eine Schwäche und Stärke zugleich. Vor vier Jahren, als der damalige Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) und frühere Finanz-Staatssekretär in der Bundesversammlung gegen die SPD-Kandidatin Gesine Schwan gewann, galt Köhler als Vorbote eines schwarz-gelben Bündnisses. Das kam dann aber nicht, sondern eine große Koalition.

Der Bonner Politik-Professor Gerd Langguth merkte im Sender NDR Info an: „Er würde natürlich gern wieder kandidieren, würde wieder zur Verfügung stehen, denn ihm macht ja das Amt des Bundespräsidenten sichtbar Spaß.“ Der Ex-CDU-Politiker hat eine umfassende und durchaus kritische Biografie über Köhler geschrieben. Er hält ihn trotz aller Vorzüge für einen blassen Präsidenten. Manch einer im politischen Berlin teilt diese Sicht, über die Parteigrenzen hinweg. Die Entscheidung für einen Kandidaten entspringt aber zunächst einmal machtpolitischem Kalkül.

Die Historie spräche für eine Wiederwahl Köhlers. Trat ein Bundespräsident zum zweiten Mal an, wurde er auch gewählt. 1954 erfuhr Theodor Heuss eine überwältigende Zustimmung, nachdem beim ersten Mal noch der SPD-Vorsitzende Kurt Schumacher gegen ihn angetreten war. 1964 und 1989 schickte die SPD weder gegen Heinrich Lübke noch gegen Richard von Weizsäcker einen Kandidaten ins Rennen.

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