Zweiter Anlauf
Bau-Tarifrunde schon wieder ergebnislos

Auch im zweiten Versuch konnten sich die Tarifparteien nicht auf einen Kompromiss einigen. Die Arbeitgeber haben bislang kein Angebot vorgelegt und halten die Forderungen für unrealistisch. Im April soll es weitergehen.
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BerlinDie zweite Runde der Tarifgespräche für die rund 750.000 Beschäftigten am Bau ist am Freitag ohne große Annäherung zu Ende gegangen. Die Konfliktparteien wollen am 4. April in Frankfurt weiter verhandeln, bisher haben die Arbeitgeber noch kein Angebot vorgelegt. "Ein verhandlungsfähiges Angebot ist die Mindestvoraussetzung für weitere Gespräche", sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft IG BAU, Dietmar Schäfers.

Die Arbeitgeber bezeichneten die Forderungen als unerfüllbar und unrealistisch. "Wir haben nach wie vor den Willen in freien Verhandlungen zu einem Abschluss zu kommen", sagte Verhandlungsführer Frank Dupré. "Dazu ist aber Kompromissbereitschaft und Realitätssinn beider Seiten erforderlich."

Die Gewerkschaft fordert 6,6 Prozent mehr Lohn und setzt sich zudem für eine beschleunigte Angleichung der Ost-Löhne an das West-Niveau ein. Mehr als 20 Jahre nach der Einheit verdienen Bauarbeiter im Osten immer noch rund zehn Prozent weniger als ihre Kollegen im Westen. Die IG BAU plädiert ferner für eine Übernahmeregelung für Auszubildende nach Ende der Lehre.

Für Empörung auf Seiten der Gewerkschaft sorgte, dass die mittelständischen Arbeitgebervertreter aus dem Osten nicht an den Gesprächen in Berlin teilnahmen. "Ein solches Verhalten ist mir in jahrzehntelanger Tarifpolitik noch nicht untergekommen", sagte der stellvertretende IG BAU-Chef Schäfers. Es sei ein "unmöglicher Zustand": "Schließlich geht es hier auch um die Angleichung der Einkommen Ost an West." Eine Sprecherin der Arbeitgeber sagte, das Fehlen der Ostvertreter gehe allein auf persönliche Gründe zurück.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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