Zweiter Memoirenband erschienen
Kohl wie in alten Zeiten

Unter dem Titel "Erinnerungen 1982 – 1990" hat Helmut Kohl den zweiten Band seiner Memoiren veröffentlicht.

HB BERLIN. Je länger der Altkanzler redet, desto mehr schleicht sich wieder das Gefühl ein, auch der zweite Band seiner Memoiren trägt den falschen Titel. Statt „Erinnerungen 1982 – 1990“ müsste „Korrekturen der Geschichtsfälschungen“ daraufstehen. Denn das stellt der Helmut Kohl bei der Präsentation im Berliner Hotel Hilton klar: „Wenn es nicht so viele Lügen über meine 16-jährige Amtszeit gäbe, hätte ich niemals meine Memoiren geschrieben.“

Kohl meint damit wie schon bei der Vorstellung des ersten Bandes die „Lüge“ über den angeblichen Stillstand in seiner 16-jährigen Amtszeit. „Die Senkung der Neuverschuldung, große Steuerreform, Privatisierung öffentlicher Unternehmen haben erst die Grundlage für die Deutsche Einheit geschaffen“, verteidigt Kohl die „blühenden Landschaften“, bevor er zu seinen, den wichtigen Themen kommt.

Das über 1 100 Seiten starke Werk beschäftigt sich mit den ersten acht Kanzlerjahren Kohls zwischen 1982 und 1990. In dieser Zeitspanne zwischen seinem Regierungsantritt und der ersten freien Volkskammerwahl in der DDR liegt passenderweise auch der Bremer CDU-Parteitag 1989, als er seinen Generalsekretär Heiner Geißler durch Volker Rühe ersetzen ließ. „Auch da ging es um die Frage: Muss ein Generalsekretär solidarisch sein mit seinem Vorsitzenden?“ erinnert sich Kohl nicht ohne ein Lächeln.

Kohl erzählt, die Arbeit an den zwei Bänden sei „mühselig“ gewesen. Aufzeichnungen aus Protokollen und unzähligen Briefen frischten seine Erinnerungen auf. Sogar die Stasi-Akten habe er herangezogen, aber große Erkenntnisse habe ihm das nicht gebracht, und er weist darauf hin, dass ja sicher auch von Amerikanern, Briten und Franzosen Geheimdienstaufzeichnungen über ihn angefertigt worden seien.

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