Zwickels Wunschnachfolger ist umstritten: Peters droht Huber mit Kampfkandidatur

Zwickels Wunschnachfolger ist umstritten
Peters droht Huber mit Kampfkandidatur

Der baden-württembergische Bezirksleiter Berthold Huber ist der Favorit, wenn heute der 41-köpfige Vorstand der IG Metall einen Kandidaten für die Nachfolge von Gewerkschaftschef Klaus Zwickel nominiert. Zwickel schlug gestern Huber als künftigen Ersten Vorsitzenden der IG Metall vor. Konkurrent Jürgen Peters soll Zweiter Vorsitzender bleiben.

BERLIN. Doch der Personalvorschlag Zwickels ist in der IG Metall umstritten. Unter den hauptamtlichen Funktionären, so heißt es, sei eine Mehrheit für Peters als künftigen IG-Metall-Chef. Die Personalie ist eine Entscheidung über den künftigen Kurs der IG Metall. Huber gilt als Intellektueller, der den Flächentarifvertrag modernisieren und die IG Metall für Angestellte attraktiver machen will. Das sind Positionen, die vor allem bei den Betriebsratsvorsitzenden der großen Automobilkonzerne Zuspruch finden. Peters hingegen lehnt Reformen wie etwa ertragsabhängig differenzierte Tarifverträge ab. Er ist einer der härtesten Kritiker der rot-grünen Sozialreformen im Gewerkschaftslager und hat der Bundesregierung bereits mit einem „heißen Mai“ gedroht.

Das kommt an in der IG Metall. Deshalb ist Huber noch nicht der sichere Sieger, wenn heute die 41 Vorstandsmitglieder der IG Metall in Dresden über Zwickels Personalvorschlag entscheiden. Denn erst ihr Votum legt fest, wer auf dem Gewerkschaftstag vom 12. bis 18. Oktober als Kandidat des Vorstands für das Amt des Ersten Vorsitzenden ins Rennen geht. Dass die Entscheidung knapp werden wird, zeigte bereits das gestrige Abstimmungsergebnis im zehnköpfigen geschäftsführenden Vorstand. Nach Informationen des Handelsblatts stimmten die vier geschäftsführenden Vorstandsmitglieder Jürgen Peters, Horst Schmitthenner, Manfred Schallmeyer (Vertreter der früheren Gewerkschaft Textil und Bekleidung) sowie Wolfgang Rhode (Vertreter der ehemaligen Gewerkschaft Holz und Kunststoff) gegen Huber als künftigen IG-Metall-Chef.

Im Gesamtvorstand sind hauptamtliche und ehrenamtliche Funktionäre etwa gleich stark vertreten. Große Bedeutung wird ihre regionale Herkunft haben. In Baden-Württemberg, aber auch im mitgliederstärksten Bezirk Nordrhein-Westfalen ist Huber im Vorteil, in Niedersachsen und Teilen Ostdeutschlands Peters. Dieser hat intern bereits angekündigt, dass er bei einer Niederlage im Vorstand eine Kampfkandidatur gegen Huber auf dem Gewerkschaftstag erwägt. Einen monatelangen Führungskonflikt, so warnen viele Funktionäre, könne die IG Metall zurzeit am wenigsten gebrauchen.

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