Zwischenrufe zur „Homo-Ehe“
Bundestag debattiert über Merkels Kinderlosigkeit

Eine Bundestagsdebatte über die „Ehe für alle“ eskaliert: CDU-Mann Helmut Brandt argumentiert gegen die „Homo-Ehe“, der SPD-Abgeordnete Michael Roth widerspricht – mit einem recht verunglückten Vergleich.
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DüsseldorfDie Debatte um die Ehe für gleichgeschlechtliche Partner geht in die nächste Runde: Der mehrheitlich von SPD und Grünen geführte Bundesrat hat die Regierung aufgefordert, die Ehe auch für homosexuelle Paare zu öffnen. Am Freitag beschloss die Länderkammer eine entsprechende Resolution, in der auch ein gemeinschaftliches Adoptionsrecht gefordert wird. Ein konkreter Gesetzesentwurf des Bundesrats für eine Änderung des Bürgerlichen Gesetzbuchs wurde jedoch vorerst in die Ausschüsse verwiesen.

Eine Beschlussfassung hätte den Bundestag gezwungen, sich mit der Vorlage zu befassen. Das wollte die SPD offenbar vermeiden. Denn dort ist sich die Koalition aus CDU/CSU und SPD uneins, wie mit der Frage umzugehen ist. Vor allem CDU- und CSU-Mitglieder hadern mit einer kompletten Gleichstellung. Für die SPD scheint es daher besser, in dieser Frage vorerst keinen offenen Koalitionsstreit zu provozieren.

Wie verfahren die Diskussion dennoch ist, zeigt eine Episode aus der Bundestagsdebatte am Donnerstag zum Thema „Ehe für alle“. Dort spricht sich der Aachener CDU-Abgeordnete Helmut Brandt – unterbrochen von Zwischenrufen – gegen die sogenannte „Homo-Ehe“ aus: „Die klassische Ehe aus Mann und Frau führt in der Regel dazu, wenn auch leider nicht immer, dass man sich fortpflanzt.“

Das ruft Michael Roth (SPD) auf den Plan, Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt und seit 2012 selbst in einer eingetragenen Partnerschaft mit seinem langjährigen Freund lebend. „Und was ist mit der Bundeskanzlerin?“, ruft Roth süffisant von seinem Platz ins Plenum – nicht nur wegen Brandts vorheriger Eingrenzung ein eher misslungener Seitenhieb auf Angela Merkel, die in zweiter Ehe verheiratet ist und keine Kinder hat.

Brandts empörte Antwort kommt prompt: „Sie schämen sich dafür, ja? Ich möchte Sie bitten, sich dafür zu entschuldigen.“ Um gleich im Anschluss zu fordern: „Da bitte ich, einmal zu prüfen, ob das nicht gerügt werden muss.“ Applaus von der Fraktion.

Im Netz scheint man in der Frage ebenso gespalten wie in der Koalition: Die Nutzerbeiträge auf der Facebook-Seite von Roth fallen sehr gemischt aus. Doch das Thema bewegt: Beinahe im Minutentakt trudeln neue Beiträge ein. Die einen gratulieren dem Staatssekretär für seine Courage – die anderen kritisieren mangelndes Taktgefühl und den persönlichen Angriff auf die Kanzlerin, die sich selbst in der Vergangenheit ebenfalls gegen eine völlige Öffnung der Ehe ausgesprochen hatte.

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„Die Debatte wird mit merkwürdigen Argumenten geführt“

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  • Richtig !

    Und die neuen adoptierten ausgebildeten "Homo-Eltern-Kinder" werden dann als Nachfolger in Politik Redaktionen und Medien von Frau Merkel in der Politik eingesetzt von den Bilderbergern. Mit "gelöschten Werten und Normen".

    Zu allem bereit grinsend mit der Raute vorm Bauchnabel.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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