Zypries droht mit Gesetz
Bahn und KfW legen Vorstandsgehälter offen

Die Telekom und die Post machen es schon, jetzt wollen auch die Bund-Unternehmen Bahn und KfW ihre Managerbezüge einzeln ausweisen – nach sanftem Druck von Finanzminister Eichel.

HB BERLIN. Die Deutsche Bahn und die KfW-Bankengruppe werden die Bezüge ihrer Vorstandsmitglieder mit dem Geschäftsbericht 2004 offen legen. Wie ein Sprecher von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) dem «Tagesspiegel» sagte, besteht der Minister darauf, dass sich alle wichtigen Unternehmen mit Bundesbeteiligung an die freiwilligen Transparenzvorschläge der Wirtschaft, dem so genannten «Corporate Governance»-Kodex, halten.

Bei der Bahn habe «das der Minister mit Bahnchef Mehdorn vereinbart», zitierte das Blatt am Samstag den Sprecher. Die KfW bestätigte dem Bericht nach entsprechende Pläne. Vollständige Transparenz solle mit der Vorstellung des Geschäftsberichts 2004 erfolgen, hieß es. Die Zeitung schätzt die Bezüge von Mehdorn auf zwei Millionen Euro im Jahr. KfW-Chef Reich soll 760.000 Euro.

Nach dem Prozess um die Vorstandsabfindungen im Zuge der Übernahme des Mannesmannkonzerns durch das britische Unternehmen Vodafone hatten Politiker und Aktionärsschützer mehr Offenheit bei den Managerbezügen gefordert. Der «Corporate Governance»-Kodex sieht vor, dass börsennotierte Unternehmen die Bezüge ihrer Vorstände komplett im Geschäftsbericht ausweisen. Dabei handelt es sich aber nicht um bindende Vorschriften, sondern um eine Selbstverpflichtung der Unternehmen.

Dem Vorsitzenden der Regierungskommission «Corporate Gorvernance», Theodor Baum, zufolge sollen sich die meisten der im Dax vertretenen Unternehmen darauf verständigt haben, die Vergütung ihrer einzelnen Vorstandsmitglieder nicht öffentlich zu machen. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hat angekündigt, bis zum Sommer nächsten Jahres eine gesetzlichen Verpflichtung zur Offenlegung zu schaffen, falls die Unternehmen nicht freiwillig transparenter werden.

Nach Studie der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik erfüllen knapp drei Viertel der 96 im Dax, MDax und TecDax notierten Kapitalgesellschaften nicht die im Kodex geforderte Veröffentlichung der individuellen Vorstandsgehälter. Erst elf der 30 Dax-Konzerne - darunter die ehemaligen Staatsunternehmen Post und Telekom – machen detaillierte Angaben zu ihren Vorstandsbezügen.

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