Ein Blick hinter die Kulussen des Banken-Rettungs-Fonds
Von der Auszeit in die Krisenzeit

Eigentlich wollte Günther Merl sich mehr Ruhe gönnen. Dann kam der Anruf aus dem Kanzleramt. Nun gebietet der Bayer über den Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung, den Rettungsring für angeschlagene Banken.

FRANKFURT. Eilig läuft Martin Blessing in die Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank, blickt weder nach rechts noch nach links, der Chef der Commerzbank geht direkt zum Aufzug. Er fährt in den 13. Stock in der Frankfurter Wilhelm-Epstein-Straße 14, in die Vorstandsetage der Bundesbank.

Blessing ist in geheimer Kommandosache unterwegs. Sein Auftrag: die Commerzbank retten. Dafür bleibt ihm wenig Zeit. Über das Wochenende muss er sich mit dem Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) auf ein Rettungspaket einigen.

Spätestens Montag früh ist die Uhr unwiderruflich abgelaufen – wenn die Börsen um neun Uhr starten, darf keine Unsicherheit mehr herrschen. Er schafft es. Montagmorgen verkündet er: „Wir bekommen eine 8,2 Milliarden schwere Kapitalspritze des Bundes und können auf Staatsgarantien über 15 Milliarden Euro zurückgreifen.“ Gerettet.

Das war am 3. November. Seitdem geht es beim Soffin Schlag auf Schlag. Vergangenen Freitag erhielt die in Schieflage geratene HSH Nordbank staatliche Liquiditätsgarantien über bis zu 30 Milliarden Euro, der angeschlagene Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) kann auf weitere 20 Milliarden Euro staatliche Bürgschaften zurückgreifen. Aus der eilig zusammengezimmerten Soffin-Konstruktion ist ein schlagkräftiges Team geworden.

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