Das Handelsblatt veröffentlicht seit Juni monatlich ein neues Konjunktur-Barometer: den Handelsblatt-Barclays
-Indikator. Er quantifiziert das Wirtschaftswachstum in dem Quartal, für das noch keine offiziellen Wachstumszahlen vorliegen. Das neue Barometer löst den bishering Handelsblatt-Frühindikator und den Eurokonjunktur-Indikator ab.
Mit dem neuen Indikator versucht die britische Investmentbank Barclays Capital, die ihn exklusiv für das Handelsblatt berechnet, das aktuelle Wirtschaftswachstum deutlich vor der amtlichen Statistik zu beziffern.
Das Statistische Bundesamt veröffentlicht eine vorläufige Wachstumsrate rund sechs Wochen nach Ablauf eines Quartals. Der Handelsblatt-Barclays
-Indikator hat sich obendrein das Ziel gesetzt, die endgültigen Quartalsergebnisse vorherzusehen - nicht die ersten Schätzungen. "Das ist ein bedeutender Unterschied, da es in Deutschland eine Tendenz zu Aufwärtsrevisionen gibt", sagt Julian Callow, Europa-Chefvolkswirt von Barclays Capital, der den Indikator mit seinem Team entwickelt hat.
Der bisherige Handelsblatt-Frühindikator hatte vor allem das Ziel, Wendepunkte frühzeitig zu erkennen. Die konkrete Prognose bezog sich nicht auf ein einzelnes Quartal, sondern auf einen gleitenden Durchschnitt über vier Quartale. Dieser Indikator wird - genauso wie der bisherige Eurokonjunktur-Indikator des Handelsblatts - nicht weiter fortgeführt.
Ähnlich wie andere synthetische Indikatoren, beispielsweise der bisherige Handelsblatt-Indikator, beruht das Grundprinzip des Handelsblatt-Barclays
-Indikators darauf, aus bestimmten Einzelindikatoren, die früher verfügbar sind als das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und idealerweise der Produktion vorauslaufen, einen Indikator für die gesamtwirtschaftliche Produktion zu erstellen. Derzeit veröffentlicht allein das DIW monatlich eine indikatorbasierte Vorausschätzung des vierteljährlichen Wirtschaftswachstums.
Für Prognosen des jährlichen Wirtschaftswachstums, das oft im Zentrum des Interesses steht, ist eine profunde Schätzung des Wirtschaftswachstums im laufenden sowie im letzten Quartal von großer Bedeutung. Denn wie stark die Wirtschaft etwa im ersten und zweiten Quartal wächst, bestimmt die Ausgangsbasis für die restlichen Quartale.
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