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11.06.2007 

Für das Wagnis, aus Indikatoren modellgetrieben eine konkrete vierteljährliche Wachstumszahl abzuleiten und nicht lediglich Aussagen über eine Beschleunigung oder Abflachung des Wachstumstrends, ist viel Detailarbeit nötig. Denn die Anzahl der Arbeitstage und der Brückentage in einem Monat, die Lage von Feiertagen wie Ostern oder Weihnachten, Ferientermine und so profane Dinge wie das Wetter haben einen beträchtlichen Einfluss auf die monatlichen Konjunkturindikatoren und auf die vierteljährliche Wirtschaftsleistung.

Damit der Indikator nicht allein wetter- und kalenderbedingt von Monat zu Monat starken Schwankungen unterliegt, haben die Ökonomen von Barclays Capital umfangreiche statistische Berechnungen durchgeführt. Damit können sie den Einfluss von Kalendereffekten und Wettereffekten quantifizieren. In den Indikator fließen nur die Effekte ein, die sich nicht typischerweise im Laufe eines Quartals ausgleichen.

Die Datengrundlage für diese Berechnungen bilden monatliche Indikatoren wie Auftragseingänge und Produktion der deutschen Industrie, Einzelhandelsumsätze und Bauproduktion sowie eine Anzahl weiterer Indikatoren zu den einzelnen Wirtschaftsbereichen. Um die Entwicklung des Dienstleistungsbereichs vorauszuschätzen, nutzen die Ökonomen von Barclays Capital ihren eigenen Konsumindikator, in den Einzelhandelsumsätze, Automobilabsatz sowie Arbeitsmarktindikatoren eingehen, und betrachten darüber hinaus den Index der EU-Kommission für die Nachfrageentwicklung.

Die Wirtschaftsleistung von Industrie, Bau und Dienstleistungssektor wird getrennt geschätzt und dann zum vierteljährlichen Bruttoinlandsprodukt summiert. Mit welchem Anteil die einzelnen Wirtschaftsbereiche einfließen, bemisst sich nach der jeweiligen Bruttowertschöpfung. Die Industrie fließt somit zu rund einem Viertel ein, der Servicesektor etwa zu zwei Dritteln, der Bausektor zu rund fünf Prozent.

Trotz dieser Detailarbeit ist das sehr schwankungsanfällige vierteljährliche BIP-Wachstum schwer schätzbar, so dass Punktlandungen nicht zu erwarten sind. Besonders problematisch ist, dass die monatlichen Konjunkturindikatoren ebenso wie das BIP nachträglich immer wieder revidiert werden, zum Teil erheblich. Das betrifft die Quartalsraten noch stärker als das jährliche Wirtschaftswachstum und die BIP-Zahlen stärker als die meisten Indikatoren. Da sich Erhebungsfehler der Statistiker kaum prognostizieren lassen, zielt der Handelsblatt-Barclays-Indikator darauf ab, den endgültigen offiziellen Wert zu treffen - nicht den als erstes veröffentlichten vorläufigen Wert. Gibt es Anzeichen, die auf Revisionsbedarf in den vorläufigen offiziellen Zahlen hindeuten, wird dies bei der Präsentation des Indikators jeweils vermerkt.

Der Indikator will Wirtschaft und Investoren eine frühzeitige und möglichst zuverlässige Schätzung bieten. Im Wettbewerb der entsprechenden Indikatoren wird sich zeigen, welche Schätzmethode sich der Realität am besten nähert.

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2009 2008
Consensus Economics 0,3 1,7
OECD -0,9 1,7
Sachverständigenrat 0,0 1,7
IWF -0,8 1,7
EU-Kommission 0,0 1,7
Bundesregierung 0,2 1,7
Herbstgutachten der Institute 0,2 1,8