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07.04.2008 
Deutsche Wirtschaft

Starkem Jahresbeginn folgt Flaute im Frühjahr

von Dorit Heß

Die Signale dafür, dass die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal dieses Jahres kräftig gewachsen ist, haben sich nochmals verstärkt. Bereits im laufenden zweiten Vierteljahr dürfte sich das Wirtschaftswachstum allerdings deutlich verlangsamen. Das prognostiziert der monatliche Handelsblatt-Barclays-Indikator.

Barclays-Indikator: Langsameres Wachstum im zweiten Quartal erwartetLupe

Barclays-Indikator: Langsameres Wachstum im zweiten Quartal erwartet

FRANKFURT. Der Indikator sagt für das erste Quartal einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 0,75 Prozent vorher und fällt damit noch besser aus als im vergangenen Monat. Für das zweite Quartal zeigt der Indikator dagegen vorläufig nur noch einen BIP-Zuwachs von 0,1 Prozent an.

"Die starke Aufwärtsrevision im ersten Quartal ist eine Folge der kräftigen Industrieproduktion", kommentierte Julian Callow, Chefvolkswirt bei Barclays Capital für die Euro-Zone. Es sehe danach aus, dass der Sektor im gesamten ersten Quartal um rund zwei Prozent im Vorquartalsvergleich zugelegt haben könnte. "Das ist mehr als ausreichend, um die Schwäche des Einzelhandels aufzuwiegen", sagte Callow.

Das produzierende Gewerbe hatte im Februar 0,4 Prozent mehr hergestellt als im Vormonat. Das meldete das Bundeswirtschaftsministerium gestern basierend auf vorläufigen Angaben. Auch im Januar war das produzierende Gewerbe leicht abwärts revidiert um 1,4 Prozent gewachsen. Insbesondere die Bauproduktion war in den beiden ersten Monaten des Jahres wegen des milden Wetters überdurchschnittlich stark gestiegen: Zuletzt hatte sie sich um knapp vier Prozent erhöht, im Januar sogar um mehr als elf Prozent. Dagegen hatte sich die für den Konjunkturverlauf besonders bedeutsame Industrieerzeugung zuletzt um 0,3 Prozent verbessert.

Nichtsdestotrotz rechnet die britische Investmentbank in ihrer ersten vorläufigen Prognose für das zweite Quartal mit einer drastischen Wachstumsverlangsamung im Frühling. Ein Hauptgrund für die deutliche Abschwächung ist aus Sicht von Chefvolkswirt Callow das Wetter: Nachdem es zu Jahresbeginn sehr mild gewesen ist und die Bauwirtschaft angetrieben hat, dürfte die Frühjahrsbelebung den Bausektor deutlich weniger in Gang bringen als zu dieser Jahreszeit üblich.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die Anzeichen für eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums sind bereits sichtbar.

Die Anzeichen für eine nachlassende Aufwärtsdynamik der deutschen Wirtschaft sind bereits sichtbar: So hatte die Industrie im Februar wie auch im Januar einen Orderrückgang verbucht. Ausschlaggebend dafür war vor allem die rückläufige Auslandsnachfrage, hatte das Bundeswirtschaftsministerium Ende vergangener Woche bekanntgegeben.

Für das gesamte Jahr rechnet Barclays Capital dennoch mit einem Anstieg des BIP um 2,0 Prozent und gehört damit zu den größten Optimisten. Der Internationale Währungsfonds (IWF) dagegen hatte in der vergangenen Woche seine Wachstumsprognose auf gerade einmal 1,2 Prozent gesenkt. Und die Bundesbank bekräftigte jüngst ihre Schätzung von rund 1,5 Prozent. Aus Sicht von Callow lassen sich die pessimistischen Prognosen aber allein schon aufgrund des starken Starts in das Jahr toppen.

In der gesamten Euro-Zone dürfte der Jahresbeginn ebenfalls kräftig, mit 0,6 Prozent im Vorquartalsvergleich aber etwas schwächer als in der größten Volkswirtschaft des Währungsgebiets ausfallen. Wie sich die Wirtschaft in Deutschland sowie im Euro-Raum im ersten Vierteljahr tatsächlich entwickelt hat, geben die jeweiligen Statistikämter erst Mitte Mai bekannt.

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WACHSTUMSPROGNOSEN DEUTSCHLAND

2009 2008
Consensus Economics 1,1 2,0
OECD 1,1 1,5
IWF 1 2
EU-Kommission 1,5 1,8
Frühjahrsgutachten der Institute 1,4 1,8
Bundesregierung 1,2 1,7
Sachverständigenrat 1,9