Enttäuschend entwickelte sich im November auch der deutsche Einzelhandel. Die Umsätze sanken unerwartet um real 1,3 Prozent gegenüber Oktober, meldete das Statistische Bundesamt. Volkswirte hatten mit einem Umsatzanstieg um ein Prozent gerechnet. Bereits im Oktober hatte sich der Umsatz des Einzelhandels rückläufig entwickelt und war um revidiert 2,3 Prozent gesunken. Dieser Rückgang zeigt aus Sicht von Barclays Capital-Ökonom Matthews, dass die Verbraucher auf steigende Preise der Nahrungsmittel und Energie reagierten und sich möglicherweise um die Auswirkungen der Kreditkrise auf die Wirtschaftsentwicklung sorgen.
Im zurückliegenden Jahr dürfte der reale Umsatz insgesamt gegenüber dem Vorjahr um mindestens 1,5 Prozent zurückgegangen sein, schätzen die Bundesstatistiker. In den drei Vorjahren war der Absatz des Einzelhandels dagegen stets gestiegen: 2004 um 2,1 Prozent, 2005 um 1,3 Prozent und 2006 um 0,3 Prozent.
Neben der schwachen Inlandsentwicklung sorgte auch der Außenhandel gestern für eine Enttäuschung. Die Ausfuhren kletterten gegenüber November 2006 zwar um 3,2 Prozent auf 87,8 Mrd. Euro, die Einfuhren legten um 2,3 Prozent auf 68,5 Mrd. Euro zu. Gegenüber Oktober 2007 ging das Exportvolumen dagegen kalender- und saisonbereinigt um 0,5 Prozent zurück. Nach zweistelligen Zuwachsraten in der Vergangenheit hatten die Statistiker bereits für September und Oktober nur noch über ein einstelliges Plus berichtet.
In den kommenden Monaten dürfte sich das Geschäftsklima den Experten von Barclays Capital zufolge schwächer entwickeln als in den zurückliegenden Monaten und für die Wirtschaftsentwicklung im Gesamtjahr ein Risiko nach unten darstellen. Derzeit sagt die Bank einen Anstieg des BIP von rund zwei Prozent für 2008 vorher nach erwarteten 2,5 Prozent für 2007. In der Euro-Zone dürfte sich das BIP in diesem Jahr um 1,8 Prozent erhöhen nach 2,6 Prozent im vergangenen Jahr. Wie stark die Wirtschaft 2007 tatsächlich gewachsen ist, geben die Statistiker am Dienstag in einer ersten Schätzung bekannt.




