Die Deutsche Telekom sieht keine Notwendigkeit, Konsequenzen aus der Spitzelaffäre zu ziehen. Es gibt nämlich keine Mängel am eigenen Datenschutzsystem. Rums das sitzt erstmal.
Die Konzernführung selber stellt fest, dass alles in schönster Ordnung ist - und die muss es doch schließlich wissen, oder? Nochmals kurz erinnert: Die Telekom hatte im Mai eingeräumt, dass zwischen 2005 und 2006 Telefondaten ausspioniert wurden, um die Veröffentlichung vertraulicher Informationen zu unterbinden.
Eine Welle der Empörung lief durchs Land. Konzernchef René Obermann traf sich mit Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, um über Konsequenzen für einen besseren Datenschutz zu sprechen. Und jetzt das: Freispruch durch sich selbst, ganz auf die plumpe Tour.
Das Telekom-System biete einen absolut wirkungsvollen Datenschutz und erfülle alle gesetzlichen Vorgaben, behauptet der Konzern. Dabei zeigt der Skandal gerade, dass ein Missbrauch, und sei es "nur" durch die kriminelle Energie einzelner Mitarbeiter, stattgefunden hat.
Was heißt das für den Telekomkunden ? Ginge es nach der Konzernführung, bleibt offenbar alles beim Alten. Die Staatsanwaltschaft erledigt ihren Job und greift sich die Verantwortlichen. Der Bericht der Telekom ist aber nicht das Ende der Veranstaltung.
Noch entscheidet die Telekom nicht selber über die Konsequenzen. Jetzt sind die Bundesnetzagentur, der Datenschutzbeauftragte und das Bundesinnenministerium am Zug. Die dürfen das saloppe Vorgehen der Telekom nicht einfach hinnehmen. Die Frage, wie der Konzern den Missbrauch seiner Daten durch bessere interne Kontrolle vermeiden will, ist noch unbeantwortet.

