Wie passt das zusammen? Drastisch steigende Energie- und Rohstoffpreise, düstere Wolken am internationalen Konjunkturhorizont – und am deutschen Arbeitsmarkt läuft es trotzdem wie geschmiert.
Tatsächlich ist die Zahl der Arbeitslosen nun wieder kräftiger gesunken als in den vorigen Monaten, von den jüngsten Anzeichen einer bevorstehenden Trendwende zum Schlechteren war in der Arbeitsmarktstatistik für Juni praktisch nichts mehr zu sehen. Tatsache ist aber eben auch: Was die Bundesagentur für Arbeit heute verkündet hat, beschreibt die jüngste Vergangenheit. Es sagt gerade nichts darüber aus, wie sich das wirtschaftliche Klima insgesamt in der näheren Zukunft entwickeln wird.
Noch ist nicht ausgemacht, welche Dimension und Dauerhaftigkeit der neue Kostendruck für die Unternehmen tatsächlich erreichen wird. Noch besteht auch die Chance, dass die Lohnpolitik – zum Beispiel im Herbst in der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie – mit Augenmaß auf die gestiegenen Inflationszahlen reagiert und eben keine Lohn-Preis-Spirale in Gang setzt, die dann zum Beschäftigungskiller wird.
Für die Arbeitsmarktpolitik bleibt es jedenfalls dabei: Es lohnt sich, den Kurs einer Reformpolitik nach dem Leitbild des Förderns und Forderns fortzusetzen. Das zahlt sich in jedem Fall aus, ganz unabhängig von den Launen der Konjunktur.


