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24.08.2008  | Aktualisiert 24.08.2008, 16:04 Uhr 
Obama

Auf Nummer sicher

von Markus Ziener

Es ist die sichere Wahl, die Barack Obama mit Joe Biden getroffen hat. Und der designierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten hatte allen Grund dazu, sich so zu entscheiden. Denn Obama gilt vielen Amerikanern selbst als großer Unbekannter. Diese Unsicherheit wollte der 47-jährige Senator aus Illinois mit einer riskanten Benennung seines Vizes nicht noch verstärken.

Dass die Kritiker jetzt rufen, der Washington-Insider Joe Biden sei kein Symbol des Wandels, das muss Obama hinnehmen. Langfristig könnte Joe Biden genau der Richtige sein. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Senats kennt sich im politischen Washington aus wie kaum ein anderer. Über mehr als drei Jahrzehnte hat er als Senator gelernt, wie das Spiel in der US-Hauptstadt funktioniert.

Obama braucht erfahrene Mitspieler. Als abschreckendes Beispiel hat er Hillary Clinton vor Augen, die als First Lady mit ihrem Projekt einer Gesundheitsreform gescheitert war. Clinton hatte dabei vor allem eine Regel missachtet: Alle Beteiligten ausreichend mit ins Boot zu nehmen, auch die gegnerischen Republikaner, die anfangs noch in der Minderheit waren. Joe Biden ist einer, dem dies nicht passieren dürfte. Genau so einen braucht Obama.

Sollte der 65-jährige Joe Biden tatsächlich am 20. Januar 2009 ins Weiße Haus einziehen, dann wäre das auch für Europa gut. Der Senator aus Delaware ist ein häufiger Gast in den europäischen Hauptstädten. Er kennt die Problemfelder aus eigener Anschauung. Das zeigte sich erst vor wenigen Tagen wieder, als er nach Georgien reiste. Mit Biden nimmt Obama in Zeiten außenpolitischer Krisen einen Fachmann ins Team. Den mitunter schwierigen transatlantischen Beziehungen kann das nur guttun.

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