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10.07.2008 
Olympiade in Peking

Bye, bye Mao...

von Andreas Hoffbauer

Olympia sei Dank! Seit Donnerstag hat China einen neuen Geldschein. Die blaugrünlich schimmernde 10-Yuan-Banknote (knapp 1 Euro) zeigt auf der Vorderseite das Bild des neuen Olympiastadions, das als "Vogelnest" bereits zum Wahrzeichen Pekings geworden ist. Auf der Rückseite ist die Figur eines Diskuswerfers aus dem alten Griechenland zu sehen.

Bye bye Mao: Statt des Konterfeis des berühmten chinesischen Revolutionärs zeigt die 10-Yuan-Note einen antiken Diskuswerfer. Foto: dpaLupe

Bye bye Mao: Statt des Konterfeis des berühmten chinesischen Revolutionärs zeigt die 10-Yuan-Note einen antiken Diskuswerfer. Foto: dpa

PEKING. Was sonst nur Numismatiker in helle Aufregung versetzt, sorgt diesmal für weltweite Beachtung. Denn der neue Schein hat politisches Gewicht, ist er doch für China so etwas wie eine kleine Revolution. Denn Peking verbannt damit ersmals von seinem Zehner den in der Volksrepublik noch immer von den Massen als Ikone verehrten Mao Zedong. Bye, bye Mao...

Verändern die Olympischen Spiele China also doch? Ich muss die Hoffnungen doch etwas dämpfen. Von der Olympia-Gedenknote werden nämlich nur sechs Millionen Stück ausgegeben, im 1,3-Milliardenvolk eher etwas für die Portokasse. Und die Schatullen der Sammler, wo die neuen Scheine bereits verschwunden sind. Als ich gestern morgen bei der Bank of China gleich nach dem neuen Olympia-Schein fragte, hieß es nur noch: "Alle schon weg!"

So war es auch im Jahr 2000 mit Chinas Millenium-Hunderter geschehen. Der zeigte damals statt Mao einen feurigen Drachen, kam nie als Zahlungsmittel in die Brieftaschen. Auch Chinas Olympia- Zehner wird also beim Bezahlen weder für sportliche Begeisterung noch für politisches Umdenken sorgen.

Der "Große Vorsitzende", wie ihn immer noch alle Chinesen nennen, bleibt uns also noch ein bisschen erhalten. Seit 1999 ist sein Konterfei auf Einer (grün), Fünfer (blau), Zehner (blau) und Hunderter (rot) gedruckt worden, milliardenfach im Riesenreich China im Uml auf. Dennoch: Ein Anfang ist gemacht.

Viele Chinesen tun sich aber schwer mit dem Gedanken, ohne Mao ihr neues Leben zu finanzieren. Obwohl der einstige "Steuermann" Millionen Menschen auf dem Gewissen hat und das Land unter seiner Führung in den wirtschaftlichen Ruin getrieben wurde. Für ihn sehe ein Geldschein ohne Mao schon merkwürdig aus, meinte ein Chinese gestern am Bankschalter. "Das ist ein bisschen so, als würde man in England eine Pfundmünze ohne die Queen ausgeben."

Gar keine schlechte Idee für die Olympischen Spiele 2012 in London - oder?

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