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07.08.2008  | Aktualisiert 07.08.2008, 17:08 Uhr 
SPD

Clement und kein Ende

von Thomas Sigmund

Über die Entschuldigung von Wolfgang Clement bei den hessischen Sozialdemokraten kann sich Parteichef Kurt Beck nicht wirklich freuen. Dem Pfälzer dürfte zwar ein Mühlstein vom Herzen gefallen sein, als er wenigstens ein Bedauern aus dem Munde des früheren Superministers hörte.

Doch in der Sache blieb Clement hart. Und das bedeutet für die Zukunft: Die Wunde im Herzen der Sozialdemokraten, die die Agenda 2010 aufgerissen hat, blutet weiter und dürfte auch bis zum nächsten Bundestagswahlkampf nicht zu stillen sein.

Noch schlimmer sieht es für Andrea Ypsilanti aus. Die hessische Landeschefin kann sich die Sätze "Mir liegt auch daran, den hessischen Parteifreunden, die sich vor Ort durch meinen Kommentar unmittelbar vor der Landtagswahl in ihrem Bemühen um einen Wahlerfolg im Stich gelassen fühlten, mein Bedauern auszudrücken. Das lag nicht in meiner Absicht und tut mir leid" übers Bett hängen. Die späte offizielle Einsicht nützt ihr wenig. Sie ist um Haaresbreite am Ministerpräsidentenamt vorbeigeschrammt. Ein Versuch, Roland Koch doch noch zu beerben, könnte angesichts der knappen Mehrheitsverhältnisse auf einen politischen Selbstmord hinauslaufen.

Bleibt deshalb festzuhalten: Das politische Sommertheater der SPD wird nahtlos in ein herbstliches übergehen. Die drohende Schlappe bei den bayerischen Landtagswahlen im September und der neue Anlauf von Ypsilanti in Hessen garantieren die Fortsetzung des Sinkflugs in den Umfragewerten.

Einen Gewinner gibt es doch noch. Otto Schily, der für die anwaltliche Vertretung von Clement ein stattliches Honorar erhält: einen Euro und ein Glas Rotwein. Angemessen für das SPD-Theater.

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