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04.09.2008 
Klimaschutz

Detailgenau wie nie

von Klaus Stratmann

Es wird wärmer in Deutschland. Und zwar noch wärmer, als wir es bislang für möglich hielten. Darauf deuten die Berechnungen des Max-Planck-Instituts für Meteorologie hin, die das Umweltbundesamt jetzt vorgelegt hat. Nur wenn eine Trendwende bei der Emission von Treibhausgasen gelingt, geht es vielleicht noch glimpflich aus. Anderenfalls muss man sich auf Veränderungen ungeahnten Ausmaßes einstellen.

Vier Grad mehr in ein paar Jahrzehnten - das ist ein Menge. Insbesondere im Süden, aber auch im Südosten Deutschlands könnten extreme Hitze und Trockenheit dann zum Alltag gehören. Zwar ist der Trend nicht neu. Neu ist aber die Detailgenauigkeit der Prognosen.

Die Prognosemodelle der Hamburger Forscher gelten als besonders ausgeklügelt. Sie haben für ihre jüngste Arbeit enorme Datenmengen bewegt und ihre Berechnungen auf Flächenraster mit einer Größe von zehn mal zehn Kilometern heruntergebrochen. Wer will, kann sich einen Eindruck davon verschaffen, wie es demnächst in einer bestimmten Stadt in Deutschland aussehen könnte.

Die Untersuchung trägt dazu bei, das Thema Klimawandel von der globalen Ebene in jeden einzelnen Landkreis zu tragen. Insofern gibt die Arbeit der Diskussion über den Klimaschutz neue, wertvolle Nahrung. Wer mit den Hamburger Forschern spricht, hat übrigens nicht den Eindruck, es mit ideologiegetriebenen Weltverbesserern zu tun zu haben. Im Gegenteil: Im Max-Planck für Meteorologie-Institut wird gerechnet - und nicht geraten oder politisiert.

Von Studie zu Studie konkretisieren sich die Erkenntnisse über den bevorstehenden Klimawandel. Es wird immer schwieriger, das Thema zu verdrängen. Und immer wichtiger, sich den Herausforderungen zu stellen, bevor es zu spät ist.

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