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21.08.2008 
Aktualisiert 21.08.2008, 17:22 Uhr 
IKB

Ein Wahnsinn

von Robert Landgraf

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Das hat sich die staatseigene KfW-Bankengruppe gesagt und ihre Mehrheitsbeteiligung an der Mittelstandsbank IKB an den Finanzinvestor Lone Star verkauft. Die Politik stimmte zu. Doch das darf es nicht gewesen sein. Jetzt ist die Aufarbeitung fällig – und zwar die öffentliche.

Klar ist: Die bittere Entscheidung trägt bereits die Handschrift von Ulrich Schröder, dem neuen Chef der Staatsbank. Er wollte sich keine immer wieder aufkommenden Diskussionen und Probleme im Zusammenhang mit der IKB aufhalsen. Aus seiner Sicht zu Recht. Er kennt die Politiker im Präsidialausschuss und dem Verwaltungsrat der Bank lange genug. Da kann jeder Banker, sei er noch so gut, nur verlieren.

Doch war es nicht nur für ihn, sondern für alle Bürger, alle Steuerzahler der richtige Weg? Nein, war es nicht! Denn wirklich Geld gebracht hat der Verkauf nicht. Im Gegenteil: Gerade einmal rund 1,5 Prozent der etwa zehn Milliarden Euro schweren Belastungen für die Staatsbank und den Bund bezahlte der Käufer Lone Star.

Und ansonsten pickte sich der Finanzinvestor die Rosinen heraus. Die toxischen Wertpapierportfolios gehen gleich an die KfW. Die restlichen Milliarden sind ebenfalls rund zur Hälfte abgeschrieben, werden ausgesondert und von Lone Star mit einem Kredit der staatseigenen KfW finanziert. Was will das Herz des Käufers mehr? Ok, RHJ, der Konkurrent von Lone Star beim Bieterstreit um die IKB, wollte offenbar noch mehr und fiel deswegen hinten herunter.

Doch seien wir einmal ehrlich: Ist es nicht Wahnsinn, was hier passiert? Da werden Milliarden und Abermilliarden in die IKB hineingebuttert, ein Großteil der Wertpapierrisiken wird vom Staat entsorgt. Und wenn die Situation sich in ein paar Jahren geklärt hat, in der Mittelstandsbank aufgeräumt wurde, die Wertpapierportfolios nach dem Ende der Finanzkrise glattgezogen sind und das Geschäftsmodell der Düsseldorfer wieder trägt, dann profitiert ein privater Investor. Die Steuerzahler, die Euro für Euro die Sanierung zu finanzieren haben, schauen in die Röhre.

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