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10.09.2008 
Thailand

In Teufels Küche

von Christoph Rabe

Teufel auch, da hat sich Thailands Regierungschef doch beim Fernsehkochen mächtig die Finger verbrannt. Der umstrittene Ministerpräsident Samak Sundaravej hat vollkommen übersehen, dass die Verfassung ihm die Teilnahme an bezahlten Kochshows strikt untersagt. Schwarzarbeit sei das, urteilte das Oberste Gericht und verdonnerte ihn und das Kabinett zum Rücktritt. Samak dürfte sich schwarzärgern, dass ein solch nichtiger Anlass ihn nun aus dem Amt kippt - wo er sich doch Hunderttausenden Demonstranten, die seit Wochen seinen Rücktritt fordern, so standhaft widersetzt hat.

Thailands Verfassung ist ein ausgekochtes Werk. Der Paragraf, über den Chefkoch Samak stürzte, soll eigentlich Interessenkonflikte vermeiden. Samak ist zwar ein politisches Schlitzohr, aber kaum einer wird ihm ernsthaft unterstellen, dass ihn das geringe Honorar, das er seinem Fahrer spendiert haben will, in arge Gewissenskonflikte gestürzt hätte. Dass die Verfassungsrichter dem Premier so deftig in die Suppe spucken, kommt der Opposition allerdings sehr zupass. Sie hält Samak für eine politische Strohpuppe des vor zwei Jahren vom Militär wegen Korruption gestürzten ehemaligen Ministerpräsidenten Thaksin.

Die Suppe, die sich Samak nun eingebrockt hat, dürften seine Anhänger in der Volkspartei aber schnell wieder für ihn auslöffeln, denn die PPP verfügt mit ihrer Koalition über eine komfortable Mehrheit im Parlament. Dort hatten es die konservativ-monarchistischen Kräfte nicht geschafft, Samak aus dem Amt zu drängen. Es müsste daher schon mit dem Teufel zugehen, wenn der alte Ministerpräsident nicht auch der neue wäre. Aber sein Problem bleibt bestehen: Thailands Krise lässt sich weder mit kulinarischen Shows noch gar mit Pfefferspray auf der Straße beilegen.

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