Denn die ersten Ausläufer der amerikanischen Immobilienkrise waren damals bereits über die Finanzmärkte hinweggefegt. Die Aktienkurse in Tokio, New York und Frankfurt gingen auf Talfahrt. Alle waren nervös: Bankmanager und Finanzaufseher, Notenbanker, aber zunehmend auch Kleinanleger, die um ihr sauer Erspartes fürchteten. Kurzum, keiner traute dem anderen. In solch einer Situation wäre eine Pleite die Hiobsbotschaft gewesen, die wahrscheinlich zu einer Panik geführt hätte. Nicht nur in Deutschland, nicht nur unter den Banken, sondern an den Finanzmärkten weltweit. Eine Weltwirtschaftskrise wäre kaum zu vermeiden gewesen.
Daran hätten auch die Notenbanken in den USA, Europa und Asien nichts mehr ändern können. Den Beruhigungsformeln von Jean-Claude Trichet und Ben Bernanke, den Chefs der europäischen und der amerikanischen Notenbank, hörte in diesen Tagen niemand mehr zu. Wer sollte auch den Sprüchen von einer Normalisierung trauen oder etwas auf Worthülsen wie „ruhig Blut bewahren“ geben? Einzig die viele Milliarden schweren Liquiditätsspritzen der Notenbanken und Zinssenkungen in den USA halfen in der Krise.
In diesem total unsicheren Umfeld mussten die Retter der IKB Verantwortung tragen. Nicht nur für die deutsche Bankenbranche, sondern vor allem für die Finanzwirtschaft der Welt. Und heute ist es eine schlichte Kostenfrage, diese Rettungsaktion bis zum Erfolg fortzuführen.


