0 Bewertungen
18.05.2007 

Gute Voraussetzungen

Der aktuelle Deal scheint in der Tat alle Voraussetzungen für eine gute Wahl zu erfüllen. Beide Unternehmen arbeiten seit Jahren eng zusammen, man kennt sich gut. Keiner der Bereiche der beiden Partner überschneidet sich ernsthaft, das sorgt für ruhiges Blut bei den Mitarbeitern. Und auch aQuantive muss mit Besorgnis gesehen haben, dass alle Konkurrenten mächtige Partner gefunden hatten. Da droht der Abstieg in die zweite Liga.

Außerdem wird nun die Reichweite der Werbung über die der Microsoft-Webseiten hinaus erweitert. Dabei geht es nicht nur um das zusätzliche Potenzial aus Werbeeinnahmen, das auf lange Sicht alleine ein Vielfaches des Kaufpreises ausmacht. Es geht schlicht darum, dass Microsoft auch droht, sein Stammgeschäft zu verlieren.


Bildergalerie Bildergalerie: Was Windows Vista einem bietet


Immer größere Teile des Softwaremarktes werden ins Netz abwandern und werbefinanziert sein. In Zukunft muss ein Anbieter wie Microsoft also nicht nur die interessantesten Softwareprodukte haben, sondern auch die Fähigkeit, sie mit attraktiver Werbung zu füllen. Das gilt für Internet per PC oder Mobiltelefon genauso wie für Internet-TV oder sogar Spielekonsole. Jede Schwäche im Werbemarkt, schlägt dann direkt auf den Software- und Servicemarkt durch. Software, Webservices und Werbung werden eins, ohne Werbung keine Umsatzdiversifizierung.

Jetzt, wo der Knoten geplatzt ist, stellt sich die Frage, was Microsoft mit den verbleibenden 29 Milliarden Dollar und denen, die aus dem boomenden Vista- und Office-Verkauf noch dazu kommen werden, anfangen wird.

Es würde reichen, um doch noch einmal die Hände nach Yahoo auszustrecken. Der Internetpionier aus dem Valley ist jetzt das letzte verbliebene Sahnestückchen, um das sich jeder reißen wird, der am Ball bleiben oder im Internetgeschäft neu einsteigen will. Da gibt es viele potenzielle Interessenten, vor allem aus dem Telekombereich, wie etwa AT&T oder den Kabelkonzern Comcast. Aber auch große Medienkonzerne von Time Warner bis News Corp. werden Interesse haben. Und für Microsoft wäre es der endgültige Anschluss an Google.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Forum Diskussionen zu diesem Beitrag im Forum
  Alle anzeigen
Anzeige
Anzeige

weiterBildergalerien

zurück
  • Finanzkrise: Nationale Notprogramme

    Finanzkrise: Nationale Notprogramme

    Der Vertrauensverlust in der internationalen Finanzwirtschaft zwingt die Politik zu umfangreichen Rettungsaktionen: Mit einem in der deutschen Nachkriegsgeschichte beispiellosen Rettungspaket in Höhe von 470 Milliarden Euro will die Bundesregierung die einheimische Fi...Bildergalerie 

  • Wie die Eurogruppe auf die Finanzkrise ...

    Wie die Eurogruppe auf die Finanzkrise reagiert

    Die 15 Staaten der Eurogruppe einigten sich am Wochenende auf gemeinsame Schritte, die zur Bewältigung der Finanzkrise von den Einzelstaaten umgesetzt werden sollen. Welche das sind, lesen Sie hier.Bildergalerie 

  • Jörg Haider: Die Ikone der Rechten

    Jörg Haider: Die Ikone der Rechten

    Eben haben sie noch ihren Wahlerfolg gefeiert, jetzt herrscht tiefe Trauer: Mit dem plötzlichen Unfalltod von Jörg Haider hat Österreichs Rechte ihre Führungsfigur verloren. Der Rechtpopulist war einer der schillerndsten und umstrittensten Politiker Europas. Das Leben ...Bildergalerie 

vor