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18.09.2008 
Thailand

Teuflische Lage

von Christoph Rabe

Das hat nichts mehr mit thailändischer Sanftmut zu tun. In Bangkok entfaltet sich ein beispielloses Drama um die Macht. Nachdem Fernsehkoch Samak Sundarvej vom Verfassungsgericht aus Teufels Küche und dem Amt des Premiers gejagt wurde, übernimmt nun ein Mann den Posten, der eine noch stärkere Reizfigur ist: Somchai Wongsawat ist Schwager des nach London geflüchteten Ex-Premiers Thaksin Shinawatra, dem die Justiz Korruption vorwirft. Wenn Samak schon eine Belagerung des Regierungssitzes durch die Opposition ausgelöst hat, worauf muss sich Thailand dann jetzt erst einstellen?

Chaos, Putsch und Diktatur: Das wäre eine Abfolge, die dem Oppositionsbündnis PAD gefiele. Die Gegner Thaksins wollen sich einfach nicht mit der frei gewählten Regierung abfinden, die eher die arme Landbevölkerung als das Establishment aus Militär und Royalisten repräsentiert. Sie unternehmen daher fast alles, um das Militär zum Putsch zu provozieren - in der Hoffnung, danach die Demokratie in Thailand auf dem Altar der Macht opfern zu können. Das wäre eine fatale Entwicklung.

Eigentlich genügte die Stimme eines Mannes, um dem Spuk ein Ende zu bereiten. Solange aber König Bhumipol schweigt, nährt er nicht nur den Verdacht, er sympathisiere mit den Zielen der Demonstranten, er setzt auch die politische und wirtschaftliche Zukunft des Landes aufs Spiel. Denn als Magnet für Touristen und Investitionen bleibt Thailand nur attraktiv, wenn es eine zuverlässige demokratische Verankerung bewahrt. Die unheilige Allianz aus Königstreuen und Anhängern des Medienmoguls Sondhi Limthongkul, der das halbe Jahrzehnt der Demokratie für "teuflische Jahre" hält, könnte das Militär nun aber aus seiner bisherigen Reserve locken. Eine Junta ist jedoch das Letzte, was Thailand in dieser teuflischen Lage braucht.

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