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13.10.2008 
Der Plan als Menetekel

Wer soll vom Rettungspaket Gebrauch machen?

von Frank M. Drost

Nun hat das deutsche Rettungspaket für die Finanzbranche also einen Namen: „Finanzmarkstabilisierungsfonds“ hat die Regierung den Plan getauft, in dem die finanziellen Hilfen in Höhe von 470 Mrd. Euro gebündelt sind und der im parlamentarischen Schweinsgalopp noch in dieser Woche verabschiedet werden soll.

Der Löwenanteil von 400 Mrd. Euro steht dabei für Garantien im Interbanken-Verkehr bereit, 70 Mrd. Euro entfallen auf potenzielle Kapitalspritzen. Keine Frage, die Situation bei jeder Bank war in den vergangenen Wochen angespannt. Zu stark war das Misstrauen der Kreditinstitute untereinander. Dieses Misstrauen sollte sich mit den international abgestimmten Hilfspaketen jetzt legen, die Kreditvergabe unter den Banken sollte sich normalisieren.

Doch welche Bank wird in diesen Tagen verkünden, dass es von dem staatlichen Angebot Gebrauch macht, eine Kapitalspritze zu erhalten? Das wäre ein Menetekel, das Institut wohl scheuen werden, wenn ihnen das Wasser nicht bis zum Hals steht. Schließlich würde man sich damit in die Phalanx der gescheiterten Banken wie IKB, SachsenLB und Hypo Real Estate einreihen. Es deutet sich kein Weg an, wie eine Bank ohne Gesichtsverlust mit staatlicher Hilfe ihre Eigenkapitaldecke aufpolstern kann.

Vielleicht nimmt der Druck aber auch ab, die Eigenkapitalposition zu verbessern. Schließlich ist die EU-Kommission dabei, schnellstmöglich Bilanzierungsregeln für Wertpapiere nach IFRS zu ändern, die noch rückwirkend zum grauenvollen dritten Quartal 2008 gelten sollen. Wenn sich dadurch der Abschreibungsbedarf entscheidend verringern sollte, wird sich das positiv auf die Gewinn- und Verlustrechnung und damit auf die Eigenkapitalsituation auswirken.

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