+++ Blog zur Ukraine-Krise +++
„Wenn ich will, nehme ich Kiew in zwei Wochen“

In einem Telefonat droht Russlands Präsident Wladimir Putin den Westmächten. Er könne, sofern er wolle, in zwei Wochen die ukrainische Hauptstadt Kiew einnehmen. Unterdessen gehen die Kämpfe in der Ostukraine weiter.
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Die Lage in der Ukraine bleibt angespannt. Im weißrussischen Minsk stand ein Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe an. Daran soll neben Vertretern der Ukraine, Russlands und der OSZE auch ein Gesandter der Separatisten teilnehmen. Unterdessen fanden auch am Montag heftige Kämpfe um Lugansk und Donezk statt. Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen.

+++ Poroschenko will Führungsposten im Militär neu besetzen +++
Nach zunehmenden Misserfolgen des ukrainischen Militärs bei der „Anti-Terror-Operation“ gegen prorussische Separatisten will Präsident Petro Poroschenko Führungsposten in der Armee neu besetzen. Die Ereignisse der vergangenen Wochen würden analysiert und es würden personelle Konsequenzen daraus gezogen, sagte Poroschenko am Montag in Kiew. Die Regierungstruppen hatten bei Kämpfen in der Ostukraine zuletzt schwere Verluste verzeichnet. Mehrere Einheiten wurden eingekesselt. Bei einem für die zweite Septemberhälfte geplanten Besuch in den USA will Poroschenko Washington überzeugen, die Aufständischen als Terrorgruppen einzustufen

+++ Putin droht Barroso am Telefon +++
Wladimir Putin soll EU-Kommissionschef Barroso in einem Telefongespräch gedroht haben, er könne die ukrainische Hauptstadt Kiew in zwei Wochen einnehmen. Das berichtet die italienische Zeitung „La Repubblica“. Barroso habe auf dem EU-Gipfel am Wochenende den versammelten Staats- und Regierungschefs von einem Telefonat berichtet, das er soeben mit dem russischen Präsidenten geführt habe.

+++ Merkel: Russland versucht, Grenzen zu verschieben +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Russland vorgeworfen, im Ukraine-Konflikt gewaltsam die Grenzen verändern zu wollen. Inzwischen sei es klar, dass es sich um einen Konflikt zwischen Russland und der Ukraine handle und nicht um eine innerukrainische Auseinandersetzung, sagte Merkel in einer Regierungserklärung im Bundestag. „Russland unternimmt den Versuch, bestehende Grenzen unter Androhung oder sogar unter Einsatz von Gewalt zu verschieben“, sagte Merkel. Mit diesem Vorgehen verletze Russland die Grundfesten der europäischen Nachkriegsordnung. Dieser Bruch des Völkerrechts könne nicht folgenlos bleiben, daher prüfe die EU weitere Sanktionen gegen Russland. Diese seien selbst dann richtig, wenn sie auch der deutschen Wirtschaft schaden könnten.

+++ Rasmussen: Nato wird präsenter im Osten sein +++

Die Nato wird nach den Worten von Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen künftig militärisch deutlich stärker als bisher in den östlichen Mitgliedsstaaten des Bündnisses präsent sein. Rasmussen bestätigte, der Nato-Gipfel am Donnerstag und Freitag werde eine „Speerspitze“ der schnellen Nato-Eingreiftruppe beschließen. Dies seien sehr schnell einsatzfähige Truppen, die auf Rotationsbasis von verschiedenen Bündnismitgliedern gestellt werden. Zudem müsse in den östlichen Staaten Militärmaterial gelagert werden. Die Truppe werde „innerhalb sehr weniger Tage“ einsetzbar sein und könne „mehrere Tausend Soldaten“ umfassen.


+++ Russland und Ukraine einigen sich auf neue Gas-Gespräche +++

Russland und die Ukraine haben sich offiziellen Angaben zufolge auf neue Gespräche zur Beilegung ihres Gas-Streits geeinigt. Die Verhandlungen seien für kommenden Samstag angesetzt, sagte der russische Energieminister Alexander Nowak. Es werde noch auf eine Entscheidung der Europäischen Union gewartet, ob sie ebenfalls einen Vertreter zu den Gesprächen entsende. Wegen des Streits über den Gas-Preis bekommt die Ukraine seit Wochen keinen Brennstoff mehr aus Russland.

+++ Ukrainische Armee zieht sich zurück +++

Ukrainische Soldaten geben den Flughafen von Lugansk und den nahe gelegenen Ort Georgijiwka auf. Die Soldaten hätten den entsprechenden Befehl zum „geordneten Rückzug“ erhalten, sagte Armeesprecher Andrej Lyssenko. Zuvor seien sie unter Artilleriebeschuss russischer Streitkräfte geraten. Angesichts der „Präzision“ der Angriffe sei klar, dass „professionelle Artillerietruppen“ der russischen Armee an den Kämpfen beteiligt seien. In den vergangenen 24 Stunden seien sieben Soldaten getötet worden.

+++ Poroschenko kündigt Wechsel in der Militärführung an +++

Der ukrainische Präsident Poroschenko hat nach den schweren Niederlagen seiner Armee im Kampf gegen die prorussischen Separatisten Veränderungen in der obersten Armeeführung angekündigt, ohne Details zu nennen.

Kommentare zu " +++ Blog zur Ukraine-Krise +++: „Wenn ich will, nehme ich Kiew in zwei Wochen“"

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  • “Coming Out Putin Merkel” mein Bild © ansehen: Putin im Merkel-Look google: „Coming out Putin Merkel“ bzw. „Coming out Putin“ - angeblich über 50 Mio „Ergebnisse“ runterladen.
    Dank an alle die bisher nicht löschen ließen.
    Peter Heimig, vormals Founder of Tax Free Shopping Heimig 1970-1987
    „Investor“ 1991 auf Rügen: Finale 2014 – Wahlkreis Merkel positive Infos wurden/werden gelöscht/blockiert vgl. G. Gysi BfV heute – m. E. Ukraine - NSU – kein R2P

  • @Andrea Merker:
    Bezügl. Ihrer Einschätzung der aktuellen Lage gehöre ich zum „gegnerischen Lager“.
    Womit ich auch schon beim Thema wäre:
    Diese lebensfremde Einteilung in „Gegner“ und „Verbündete“ ist doch gerade das Problem.
    Jeder sieht die Dinge aus seiner höchsteigenen Perspektive und hat so gesehen „recht“.
    Politik ist aber kein Spiel, in dem es darum geht, eine gegnerische Mannschaft zu besiegen und dabei möglichst auf der Seite der „richtigen“ Mannschaft zu stehen!!!

    Je länger ich nachdenke, desto besser verstehe ich Ihre Aversion gegen einige den USA zugeschriebene Eigenschaften – meine ich insbesondere das auch m.E. ebenso ignorante wie überhebliche Auftreten nicht weniger US-Bürger (meist aus den sog. „Eliten“ – manchmal scheint tatsächlich, als glaubten diese Leute dass man den Wert eines Menschen an der Höhe seines Kontostandes ablesen könne), die geeignet ist, bei anderen Völkern Unterlegenheitsgefühle und Wut zu erzeugen - beides äußerst fruchtbarer Boden für Aufstände jeder Art .

    Diese Arroganz liegt wohl darin begründet, dass das amerikanische Modell früher lange Zeit wegen seiner Fortschrittlichkeit, v.a. aber wegen der unzähligen Erfolgsgeschichten weithin als überlegen angesehen wurde.

    Dennoch: Obwohl die USA in letzter Zeit in zunehmendem Maße Anzeichen von Dekadenz erkennen lassen (was sich v.a. im völlig unverhältnismäßigen Einfluss der Interessen einer kleinen „Elite“ äußert (Geld ist Macht, und, wie jeder weiß, ist jeder gut beraten, sich mit den Mächtigen gut zu stellen, wenn er keinen Ärger haben will) und einer immer stärkeren Einschränkung der wichtigsten freiheitlicher Grundrechte erkennen lässt und trotz der immer besorgniserregenderen Verschiebung der Demokratie in Richtung Plutokratie haben die Bürger der USA noch(!!!) ungleich mehr Freiheiten und v.a. bessere Möglichkeiten, sich auf faire Art und Weise eine bessere Zukunft aufzubauen!

    Dass in den USA in vieler Hinsicht gerade jetzt dringender Korrekturbedarf besteht,

  • Herr Die “Wahrheit”... Es ist natürlich immer alles anders herum. Wissen sie was die Lieblingsbeschäftigung der geborenen Lügner ist? Die Anderen (ehrlichen) der Lüge zu bezichtigen!

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