„Charlie Hebdo“-Satire : „Auch Propheten dürfen beleidigt werden“

„Charlie Hebdo“-Satire
„Auch Propheten dürfen beleidigt werden“

Der türkische Premier Davutoglu hat mit seiner Kritik an der neuen Mohammed-Karikatur aus „Charlie Hebdo“ harsche Reaktionen provoziert. Für deutsche Politiker gehört die Beleidigung des Propheten zur Pressefreiheit.
  • 19

BerlinDie Mohammed-Karikatur auf dem Cover der neuen Ausgabe der französischen Satire-Zeitung „Charlie Hebdo“ sorgt in zahlreichen muslimischen Ländern für Ärger. Dass die Türkei deshalb die Pressefreiheit infrage stellt, sorgt für großen Unmut in Deutschland. Politiker von Koalition und Opposition kritisierten die Haltung des türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu zur Pressefreiheit im Zusammenhang mit dem Abdruck der Satire scharf.

„Das Verhalten des türkischen Regierungschefs spaltet womöglich Völker und Gesellschaften und schürt auch bei uns Vorbehalte gegenüber dem Islam in denjenigen Gruppen, die sich zur sogenannten Pegida zählen“, sagte der Obmann der Unions-Bundestagsfraktion im Auswärtigen Ausschuss, Roderich Kiesewetter (CDU), dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Hier müssen wir mit Aufklärung und Mut zur Freiheit den Demagogen entgegenwirken.“

Der türkische Ministerpräsident hatte die Veröffentlichung der Mohammed-Karikatur auf der Titelseite der französischen Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“ am Donnerstag als „schwere Provokation“ bezeichnet. Der islamisch-konservative Politiker fügte hinzu: „Die Pressefreiheit bedeutet nicht die Freiheit zu beleidigen.“ Die Beleidigung des Propheten könne nicht akzeptiert werden.

Kiesewetter betonte, dass die Presse- und Meinungsfreiheit als universelles Menschenrecht seit 1948 in der Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen niedergelegt sei. Sie ist sei Grundrecht aller Menschen unabhängig von Religion und Region. „Dazu gehört auch das Recht, Propheten beleidigen zu dürfen“, sagte der CDU-Politiker. „Was ist das für ein Staat, der, wie die Türkei, in dieses Freiheitsrecht eingreift?“ Deutschland sei hingegen ein weltoffenes Land, das großen Wert auf die Trennung von Politik und Religion lege. „Religion ist Privatsache und muss Privatangelegenheit aller Mitbürgerinnen und Mitbürger in Deutschland bleiben“, so Kiesewetter.

Auch der Europa-Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD), forderte die Türkei im Handelsblatt zur Achtung der Pressefreiheit auf. „Wer frei leben möchte, muss die Freiheit des Anderen aushalten können - auch wenn sie manchmal schwer erträglich scheint.“

Kommentare zu " „Charlie Hebdo“-Satire : „Auch Propheten dürfen beleidigt werden“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @ Alexander Knoll „Warum soll ich denn auswandern.“
    Weshalb empfehlen Sie es anderen?

    „...... wir rechnen heute noch mit ARABISCHEN Zahlen, auch viele Grundlagen der Medizin und Astronomie haben wir arabischen Wissenschaftlern zu verdanken.“

    Diese Antwort habe ich erwartet, in ihr offenbaren Sie Ihre Unwissenheit.
    Die Araber eroberten nach der Hidshra weite Teile der arabischen Halbinsel, Mittelasiens und Nordafrikas.
    Zitat:
    Dadurch ist damals ein großer Kulturraum entstanden, in dem das vorhandene Wissen der Antike in arabischer Sprache verbreitet, mathematisches Wissen aus Indien importiert und neue Erkenntnisse generiert wurden. Europa baute auf dieser scheinbar arabischen Kunst auf. Doch es war weder eine arabische noch eine muslimische Kultur. Vielmehr waren es arabisch sprechende Künstler und Gelehrte aus den unterworfenen Ländern. Keiner stammte aus Arabien, keiner war ein indigener Araber und keiner ein korangläubiger Moslem.
    Die Eroberung erfolgte zwar rasch, doch der dogmatische, wissensfeindliche und intolerante Geist des Koran entfaltete sich erst langsam, erstickte dann aber alles freie Denken, jede unabhängige Wissenschaft und letztlich den Fortschritt. Wie hätte von außen eine arabische Kultur vernichtet werden können? Kein Eroberer ist schließlich bis Arabien gekommen. Wahr ist: Eine arabisch-muslimische Kultur hat es nie gegeben, bis heute nicht. In der gesamten islamischen Welt kommen deshalb jährlich weniger neue Bücher auf den Markt als im kleinen Dänemark.

    Prof. Dr. Dr. Hans E. Müller, Braunschweig
    Zitiert aus JF Nr. 3/15, 9. Januar 2015, Seite 23, Leserforum

    Zu Ihrer Kenntnis: Die arabischen Zahlen werden im arabischen Raum indische Zahlen genannt, denn von dort kommen sie. Wir können uns darauf verständigen, daß die Araber Wissen transportiert haben, generiert haben sie keines, denn sie waren Nomaden.

    „...dass wir unsere Werte aufgeben,..“
    Sie sind feste dabei und tolerieren die Intoleranten. Merken Sie das nicht?

  • Hallo Herr Müller, das muss ich ja noch kurz vor dem Wochenende abhandeln:

    Also, ja, gegenüber Gläubigen (nicht Andersgläubigen) fühle ich mich insofern überlegen, als dass ich nicht versuchen muss, eine Fantasiefigur in mein Weltbild zu pressen, daraus Regeln abzuleiten und andere für dieses Hirngespinst zu gewinnen (Konvertieren Sie jetzt zu Mickey Maus und Sie bekommen einen freien Tag im Disney-Paradies...).
    Für mich ist es völlig ok, wenn Homosexuelle Menschen heiraten, Frauen im Bikini auf der Straße herumlaufen oder jemand ein leckeres Stück Iberico isst. Und wenn er lügt, ist das zwar ggf. blöd, aber keine Todsünde.

    Der Punkt, auf den ich geantwortet habe, war eigentlich: Ja, Deutschland und Frankreich verbieten es nicht, rufen aber zur Mäßigung auf. Das ist eine Vorstufe des Verbots und mir absolut nicht recht. Meine Regierung sagt, wir sollten hier, in unseren Zeitungen, auf unseren Internetseiten, uns doch ein wenig von dem Zurückhalten, was völlig rechtmäßig ist und wenn mir danach ist, will ich das verdammt nochmal machen dürfen. Und wenn dann in irgendwelchen Wüstenstaaten Krawalle ausbrechen, weil hier in einer lokalen Zeitung, an die die Leute da unten wer weiß wie gekommen sind, Proteste ausbrechen und die dabei Fahnen und wer weiß was noch verbrennen...

    Dafür darf es keine Toleranz geben. Nicht das kleinste bißchen. Wenn dumme A******* auf einem anderen Kontinent einen imaginären Vaterersatz als Vorwand nehmen, um mir hier Verhaltensvorschriften zu machen... Naja, wenn Sie das gut finden, bitte. Ich nicht.

  • Warum soll ich denn auswandern. Ich habe weder ein Problem mit Muslimen noch eins mit Menschen Ihres Schlages. Solange Sie und die Muslime sich anständig benehmen ist doch alles in Ordnung.

    Und was die Kulturzerstörung angeht: Die Ostasiatischen Staaten hatten eine tolerante Hochkultur mit wissenschaftlichen Einrichtungen und kulturellen Höhepunkte als wir noch im Tierfell um die Feuer getanzt haben. Falls Sie es noch nicht bemerkt haben, wir rechnen heute noch mit ARABISCHEN Zahlen, auch viele Grundlagen der Medizin und Astronomie haben wir arabischen Wissenschaftlern zu verdanken. Natürlich kann nicht geleugnet werden, dass auch eine Blutspur in die Tiefen der Jahrhunderte zurückführt, aber herrje welche Religion hat diese nicht. Der Umgang mit Muslimen heute, und da haben Sie vollkommen recht, sollte auf der Basis gegenseitigen Respektes erfolgen. Das bedeutet aber auch, dass wir mit ihnen respektvoll umgehen. Das bedeutet nicht, dass wir unsere Werte aufgeben, sondern dass wir versuchen aus beiden Werkgemeinschaften für alle das beste zu extrahieren. Verbrechen, Intoleranz einiger weniger dürfen nicht das Zusammenleben der Mehrheiten gefährden, von keiner Seite.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%