+++ Liveblog Krim-Krise +++
95,5 Prozent der Krim-Bewohner für Russland-Beitritt

Eine überwältigende Mehrheit der Krim-Bewohner hat bei dem umstrittenen Referendum für einen Russland-Beitritt gestimmt. Während Tausende Menschen in Simferopol feiern, drohen die EU und die USA mit Konsequenzen.
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Die Bewohner der Krim haben abgestimmt, ob sich die Halbinsel von der Ukraine abspalten und Russland anschließen soll. Die Wahllokale sind geschlossen. Nach aktuellen Angaben haben etwa 95,5 Prozent der Menschen für den Russland-Anschluss votiert. Der Westen lehnt die Abstimmung als völkerrechtswidrig ab und hat Sanktionen gegen Russland angekündigt. Alle Ereignisse des Tages im Liveblog.


+++ China drückt sich um Aussage zur Krim +++
China will sich nicht zur Rechtmäßigkeit der Volksabstimmung auf der Krim für einen Anschluss an Russland äußern. Vizeaußenminister Li Baodong wich am Montag in Peking auf einer Pressekonferenz zum bevorstehenden Besuch von Staats- und Parteichef Xi Jinping in Europa zweimal der Frage aus, ob China die Legalität des Referendums und sein Ergebnis anerkenne. „Wir hoffen, dass alle Seiten einen kühlen Kopf bewahren und eine politische Lösung suchen“, sagte Li Baodong auch auf Nachfrage lediglich. Eine weitere Eskalation müsse vermieden werden. „Dialog ist der einzige Ausweg.“

+++ EU-Politiker Brok fordert „eine Reaktion, die Russland schmerzt“ +++
Der Vorsitzende des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten im EU-Parlament, Elmar Brok (CDU), hat sich für noch härtere Sanktionen gegen Russland ausgesprochen, als sie die EU-Außenminister am Montag in Brüssel beschließen wollen. "Weder der russische Einmarsch auf der Krim noch das Referendum sind rechtskonform. Das kann man keinesfalls akzeptieren", sagte Brok der "Passauer Neuen Presse" (Montagsausgabe). Er fordert "eine Reaktion, die Russland schmerzt". Russland sei in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation. Es lebe fast nur von Öl- und Gasverkäufen. "Wenn der Kreml auch weiter nicht zu Gesprächen bereit ist, muss es weitere Sanktionen geben, die uns natürlich auch selbst treffen würden", sagte Brok. "Kurzfristiges Gewinndenken kann langfristig unsere Chancen auf eine freiheitliche Entwicklung in Europa gefährden. Wir müssen auch in Deutschland bereit sein, dafür Opfer auf uns zu nehmen", betonte der CDU-Politiker.

+++ Obama schließt Anerkennung der Abstimmung kategorisch aus +++
US-Präsident Obama hat Russland mit weiteren Sanktionen gedroht und eine Anerkennung der Abstimmung kategorisch ausgeschlossen. Moskau müsse mit "zusätzlichen Kosten" rechnen, sagte Obamas nach Angaben des Weißen Hauses in einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten am Sonntagabend. Obama habe Putin gesagt, dass die USA und die internationale Gemeinschaft das Referendum über die Krim "niemals" als rechtmäßig anerkennen würden. "Er betonte, dass Russlands Handlungen gegen die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine verstoßen, und dass wir in Abstimmung mit unseren europäischen Partnern darauf vorbereitet sind, Russland zusätzliche Kosten für seine Aktionen aufzuerlegen", teilte das Präsidialamt in Washington mit.

+++ Putin bekräftigt seine Position in Telefonat mit Obama +++
Russlands Präsident Wladimir Putin hat nach Angaben des Kreml sein Vorgehen auf der Krim am Sonntagabend in einem Telefonat mit US-Präsident Barack Obama bekräftigt. Putin habe seine Schritte in dem Gespräch als legitim bezeichnet, teilte der Kreml mit. Zudem habe sich Putin besorgt gezeigt, dass die ukrainische Führung nichts gegen die Gewalt von Ultranationalisten und radikalen Gruppen unternehme, die auch russisch sprechende Menschen treffe. Daher habe Putin vorgeschlagen, europäische Beobachter in der ganzen Ukraine einzusetzen. Der Vorschlag zur Stärkung der Beobachtermission insbesondere im prorussisch eingestellten Osten des Landes kam von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die ebenfalls mit Putin telefoniert hatte.

+++ 95,5 Prozent für Russland-Beitritt +++
Bei dem umstrittenen Referendum auf der Krim haben nach Auszählung der Hälfte der Stimmen der Wahlleitung zufolge etwa 95,5 Prozent für einen Beitritt der Halbinsel zu Russland votiert. Dieses vorläufige Ergebnis teilte der Wahlleiter der moskautreuen Führung, Michail Malyschew, am Sonntagabend in Simferopol mit. Die Wahlbeteiligung habe demnach bei etwa 82 Prozent gelegen. Der Westen kritisiert die Volksbefragung auf der zur Ukraine gehörenden Schwarzmeerhalbinsel als völkerrechtswidrig. Hingegen hatte Russland erklärt, den „Wunsch der Krim-Bevölkerung zu respektieren“.

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