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Neue Gewalt in Slawjansk

Nach mehr als einer Woche als Geiseln prorussischer Separatisten sind die OSZE-Beobachter frei. Moskau verlangt nun ebenfalls „edle Gesten“ von der ukrainischen Führung. In Slawjank eskaliert die Gewalt jedoch wieder.
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Obwohl die festgehaltenen OSZE-Beobachter frei sind, stehen die Zeichen nicht auf Entspannung. Die Lage nun nach dem Osten auch im Süden des Landes eskaliert. Doch die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den prorussischen Separatisten und dem ukrainischen Militär reißen nicht ab. Angeblich wurde auch auf unbewaffnete Zivilisten geschossen. Russland fordert ein Ende der Militäroffensive. Die Ereignisse des Tages im Liveblog.


+++Berichte über neue Gewalt und mehr Tote in Slawjansk+++
Nach der Freilassung der OSZE-Beobachter sollen bei neuen Gefechten in der ostukrainischen Stadt Slawjansk wieder mehrere Menschen getötet worden sein. Ein Sprecher der moskautreuen Aktivisten sagte am Samstag der russischen Staatsagentur Itar-Tass, elf Zivilisten und vier Bewaffnete seien ums Leben gekommen. Eine unabhängige Bestätigung gab es dafür nicht. Die Separatisten erklärten, militante Ultranationalisten hätten im Schutz der Regierungstruppen auf unbewaffnete Bürger geschossen. Im nahen Dorf Andrejewka seien am Vorabend 10 Menschen getötet und 40 verletzt worden. Die Regierung hatte den Tod von zwei Soldaten bekanntgegeben.

+++ Russischer Minister lobt Separatisten+++
Der russische Außenminister Sergej Lawrow lobt die prorussischen Separatisten in der Ostukraine für die Freilassung der OSZE-Beobachter. Dies zeige die "Tapferkeit und den Humanismus" der Verteidiger von Slawjansk.

+++ Kerry: Russland muss Separatisten Unterstützung entziehen+++
US-Außenminister John Kerry begrüßt die Freilassung der OSZE-Beobachter, mahnt aber weitere Schritte zur Deeskalation der Lage in der Ukraine an. In einem Telefonat habe er seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow gesagt, der Schlüssel sei, dass Russland den prorussischen Separatisten die Unterstützung entziehe.

+++ Regierung erleichtert über Freilassung+++
Die Bundesregierung hat sich erleichtert über die Freilassung der OSZE-Militärbeobachter in der Ostukraine geäußert. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte am Samstag in Berlin, das komplette Team sei wieder in Freiheit. Er sei besonders froh, dass auch die fünf ukrainischen Begleiter der Militärbeobachter freigelassen wurden. Dem ersten Eindruck nach gehe es allen „den Umständen entsprechend gut“. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sagte, sie sei „ausgesprochen glücklich“, dass das Team unversehrt frei sei. Wenn alles planmäßig laufe, komme das Team am späten Samstagabend mit einem Bundeswehrflugzeug auf dem militärischen Teil des Flughafens Berlin-Tegel an. Dorthin kommen nach ihren Worten auch die Angehörigen der vier Deutschen, um sie in der Heimat zu begrüßen.

+++ Zwei Tage Staatstrauer nach Gewalteskalation in der Ukraine +++
Nach der Gewalteskalation mit mehr als 50 Toten im Osten und Süden der Ukraine hat Übergangspräsident Oleksander Turtschinow eine zweitägige Staatstrauer zum Gedenken an die Opfer angeordnet. „Der 2. Mai war ein tragischer Tag für die Ukraine“, erklärte Turtschinow am Samstag. Er erinnerte „an die Helden, die während des Anti-Terroreinsatzes starben sowie an diejenigen, die bei dem tragischen Vorkommnissen in Odessa starben".

+++ Polens Regierungschef Tusk: In der Ukraine herrscht Krieg+++
Der polnische Regierungschef Donald Tusk hat Russland vorgeworfen, gegen die Ukraine einen unerklärten Krieg zu führen. „In der Ukraine haben wir es de facto mit einem Krieg zu tun. Aber es ist eine neue Art von Krieg. Ein Krieg, der nicht erklärt wurde“, erklärte Tusk am Samstag als Reaktion auf die gewaltsamen Zusammenstöße in Odessa und der Ostukraine. „Wenn die Opferzahlen in die Dutzende gehen, Schusswaffen im Einsatz sind und Hubschrauber abgeschossen werden, dann ist das eine bewaffnete Konfrontation, die nicht von Demonstranten, sondern von einem Staat, nämlich Russland, organisiert wird.“

+++OSZE-Beobachter an Europarat-Generalsekretär übergeben+++
Die in der Ostukraine freigelassenen Militärbeobachter sind am Samstag an einem Kontrollposten bei Slawjansk dem Generalsekretär des Europarats, Thorbjørn Jagland, übergeben worden. Dies teilte sein Sprecher Daniel Höltgen mit. Jagland war mit dem russischen Sondergesandten Wladimir Lukin in einer gemeinsamen „Menschenrechtsmission“ in das Krisengebiet gereist. Anschließend war die Weiterfahrt der Gruppe ins gut 90 Kilometer entfernte Donezk geplant. Nach dpa-Informationen sollen die Beobachter dann zügig nach Berlin ausgeflogen werden.

+++ Russland drängt Kiew zu Ende des Militäreinsatzes+++

Nach der Freilassung der OSZE-Beobachter in der Ukraine hat Russland die Führung in Kiew zu einer Unterbrechung des „Anti-Terror-Einsatzes“ gegen moskautreue Separatisten aufgerufen. „Die Volkswehr hat die Männer nicht gegen inhaftierte Gesinnungsgenossen ausgetauscht, sondern sie als Geste freigelassen“, sagte der russische Sondergesandte Wladimir Lukin in Slawjansk. „Ich hoffe, dass diesem freiwilligen Schritt als Antwort eine ebenso edle Geste folgt – wünschenswert wären das Einstellen der Kriegshandlungen und ein Dialog“, sagte der langjährige russische Menschenrechtsbeauftragte am Samstag dem Fernsehsender Rossija-24.

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