+++ Liveblog zu Griechenland +++

Kommt der Grexit am Montag?

Kann Griechenland noch gerettet werden? Die EZB hilft noch einmal aus, doch reicht das als Vorbereitung auf den Sondergipfel? Währenddessen horten die Griechen ihr Geld. Die Ereignisse im Liveblog.
Update: 19.06.2015 - 12:56 Uhr 22 Kommentare

So spottet das Netz über die Griechenland-Rettung

+++ Brüssel nimmt Wind aus den Segeln +++
EU-Ratspräsident Donald Tusk warnt, es werde auf dem Sondergipfel am Montag keine magische Lösung des Griechenland-Problems geben. Er hatte das Treffen der 19 Staats- und Regierungschefs einberufen.


+++ Merkel dämpft Erwartungen +++
Laut Bundeskanzlerin Angela Merkel können Entscheidungen nur gefällt werden, wenn es eine Grundlage dafür gebe. Ansonsten diene das Treffen nur Beratungen.

+++ Grexit-Besprechung gegebenenfalls für Montag geplant +++
Die Euro-Finanzminister werden am Montag Insidern zufolge möglicherweise den Umgang mit einem Zahlungsausfall Griechenlands beraten. „Wenn es keine neuen Vorschläge gibt, über die man diskutieren kann, werden die Minister wahrscheinlich darüber sprechen, wie man mit einem Zahlungsausfall umgeht“, sagte ein Vertreter der Euro-Zone am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Zwei weitere Vertraute aus der Euro-Zone berichteten ebenfalls über die Pläne.

+++ Griechen haben am Freitag 1,2 Milliarden Euro abgehoben +++
Die griechischen Geldinstitute leiden unter einem verstärkten Abfluss von Kundeneinlagen. Allein am Freitag seien 1,2 Milliarden Euro abgezogen worden, heißt es aus Branchenkreisen.

+++ 1,8 Milliarden Euro Notkredit +++
Jetzt wurde bekannt, wie hoch die Aufstockung der ELA-Notkredite sein soll, die die Europäische Zentralbank den griechischen Banken gewährt: 1,8 Milliarden Euro.

+++ Chef der Niederlande will Reformen sehen +++
Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte bekräftigt die Bedingungen für Finanzhilfen an Griechenland. Europa sei bereit, dem von der Pleite bedrohten Land Notfallhilfen zu gewähren, wenn es Reformen zustimme, sagte er.

+++ „Wir sind alle nicht besonders enthusiastisch“ +++
„Ich bin skeptisch, dass wir bei der Eurogruppe am Montag mehr vorbereiten können, als wir bereits getan haben“, sagte er am Freitag. Es gebe bisher nicht genug Substanz, um den Gipfel der Staats- und Regierungschefs vorzubereiten. „Wir sind alle nicht besonders enthusiastisch.“ Er wolle seine Skepsis aber nicht als Kritik an EU-Ratspräsident Donald Tusk verstanden wissen, das Sondertreffen einberufen zu haben.

+++ Griechenlands „wirklich letzte Chance“ +++
Der stellvertretende EU-Kommissionspräsident Valdis Dombrovskis bezeichnet die kommende Woche angesichts des auslaufenden Hilfsprogramms als wirklich letzte Chance bezeichnet, um Entscheidungen zu Griechenland zu fällen.

+++ Polen bereitet sich auf Grexit vor +++
Die polnische Ministerpräsidentin Ewa Kopacz hat ein Treffen von Regierungsvertretern mit der Notenbank einberufen, um über die möglichen Folgen eines Grexits zu sprechen. "Wir müssen darauf vorbereitet sein", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur PAP die Regierungschefin in Bratislava.

„Wir müssen zu einem Dialog mit Erwachsenen kommen“
Yanis Varoufakis und Christine Lagarde
1 von 12

„Meiner Meinung nach ist es das Dringendste, wieder zu einem Dialog mit Erwachsenen im Raum zu kommen.“

IWF-Direktorin Christine Lagarde am Donnerstag in Luxemburg über die Verhandlungen der internationalen Geldgeber mit der griechischen Regierung.

Alexis Tsipras
2 von 12

„Es wird eine Lösung geben, die Griechenland eine Rückkehr zu Wachstum innerhalb des Euro ermöglicht.“

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras begrüßt den Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der Eurozone am Montag als positive Entwicklung.

Pierre Moscovici
3 von 12

„Ich will kein modernes Waterloo, in dem wir einen Staat gegen alle anderen vorfinden.“

EU-Währungskommissar Pierre Moscovici beim Eurogruppentreffen in Luxemburg zur Griechenland-Krise. Am Donnerstag jährte sich die Schlacht von Waterloo zum 200. Mal.

Greek PM Tsipras steps out to greet Austrian Chancellor Faymann in Athens
4 von 12

„Wir hoffen, dass die abschließende Verhandlungsrunde auf höchster politischer Ebene in Europa stattfinden, und wir arbeiten jetzt daran, dass dieser Gipfel ein Erfolg wird.“

Alexis Tsipras blickt auf den Sondergipfel am Montag.

George Osborne
5 von 12

„Wir drängen die griechische Regierung, eine Einigung zu erzielen. Wir hoffen auf das Beste, aber wir müssen jetzt auf das Schlimmste vorbereitet sein.“

Großbritanniens Finanzminister George Osborne bereit sich auf alles vor.

Donald Tusk
6 von 12

„Es ist Zeit, dringend über die Lage in Griechenland auf höchster politischer Ebene zu sprechen.“ (Donald Tusk)

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem und der Präsident des Europäischen Rates, Donald Tusk nach dem Gipfel in Brüssel (von links).

Benoit Coeure
7 von 12

„Morgen ja. Montag - ich weiß es nicht.“

EZB-Ratsmitglied Benoit Coeure auf die Frage, ob die griechischen Banken am Freitag öffnen könnten.

+++ Italien mahnt zu einer Einigung +++
 „Es ist eine äußerst komplizierte Situation. Es ist nicht nur ein Risiko für Italien, sondern für ganz Europa“, mahnte am Freitag der Präsident des italienischen Industrieverbandes Giorgio Squinzi. „Ein Ausstieg Griechenlands aus dem Euro würde starke Turbolenzen mit sich bringen. Ich weiß nicht, was wirklich passieren wird, das werden wir dann herausfinden“, sagte Squinzi.

Die meisten Banken in Italien rechnen noch immer mit einer Einigung. „Ich denke, es wird auf einen gewissen Schuldenschnitt hinauslaufen und im Gegenzug werden die Griechen die Renten doch reformieren“ sagte ein italienischer Top-Banker am Freitag. „Ich bin sicher, dass noch Raum da ist, eine Einigung zu finden, weil ein Default oder ein Ausstieg aus dem Euro keinem dient“, erklärte Carlo Messina, Vorstandsvorsitzender der italienischen Großbank Intesa Sanpaolo. 

+++ DZ Bank twittert zu Griechenland +++
Stefan Bielmeier ist Chefvolkswirt und Leiter Volkwirtschaft und Research der DZ Bank. Er twitterte am Freitag, dass die Institutionen des Euroraums stark genug sein sollten, falls es zum Grexit oder Graccident kommen sollte.

+++ Tsipras: Die Krise ist „nicht das Problem Griechenlands“ +++
Der griechische Premierminister Alexis Tsipras sagte auf seiner Rede auf dem Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg, dass die aktuelle Krise „nicht das Problem Griechenlands“ sei. Vielmehr müsse die EU „zurückfinden auf den Weg der deklarierten Werte: Solidarität, Fairness und soziale Gerechtigkeit.“ Die Griechen, so Tsipras, „haben keine Angst vor dem Sturm und dem Meer. Wir sind bereit in ein neues Meer zu segeln.“ Der griechische Premier lehnte erneut ein Einlenken seines Landes ab und forderte ein Entgegenkommen der EU: „Die Sparmaßnahmen führen ins Nichts. Wir sind nicht imstande, die alten Fehler weiter zu tragen. Wir brauchen eine neue Entscheidung.“

+++ Griechische Banken sind Achillesferse +++
Das Institut der deutsche Wirtschaft Köln (IW) schätzt die Möglichkeit eines Grexit am Freitag Nachmittag in ihrem Newsletter folgendermaßen ein: Ein Staatsbankrott ist zwar theoretisch mit einem Verbleib im Euro vereinbar, nicht aber unter den gegenwärtigen Bedingungen. Ohne eine Einigung auf substanzielle Reformen kann das griechische Finanzsystem nicht gerettet werden – und Griechenland muss letztlich eine neue Währung einführen. Die Verlierer des anstehenden Endspiels bei den Gipfelverhandlungen am Montag stehen schon fest, wenn es zu keiner Einigung kommt: Es sind die Menschen und die Wirtschaft in Griechenland.

+++ „Grexit“ schreckt deutsche Wirtschaft kaum noch +++
Die deutsche Wirtschaft fordert eine rasche Entscheidung über die Zukunft Griechenlands, auch wenn dies ein Ausscheiden aus dem Euro ("Grexit") bedeuten würde. Bayer -Chef Marijn Dekkers sowie der Versicherungsverband GDV mahnten am Freitag, jetzt müssten die Unwägbarkeiten endlich beendet werden. Der Außenhandelsverband BGA und der Industrieverband BDI halten die Folgen eines "Grexit" für verkraftbar. Am Ende entscheide darüber aber die griechische Regierung, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer.

+++ EZB rettet Griechenland ein weiteres Mal +++
Die Europäische Zentralbank hat den überlebenswichtigen finanziellen Spielraum für die griechischen Banken erneut erweitert. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Freitag aus Bankenkreisen erfuhr, erhöhte die EZB den Rahmen für die sogenannten ELA-Notkredite. Die Höhe wurde nicht bekannt.

Pleitepanik: Griechen räumen ihre Konten leer

+++ Unser Reporter ist live in Athen +++
Geschäftiges Treiben am Nachmittag vor den Geldautomaten und in den Banken: In allen Banken, in denen Handelsblatt-Reporter Georgios Kokologiannis nachfragte, gab es die gleiche Auskunft: Weder bei Abhebungen noch bei Überweisungen gebe es oder seien irgendwelche Restriktionen geplant. Eine gewisse Unruhe bei den Wartenden ist laut Kokologiannis hier und da doch zu erahnen.

+++ Öl-Versorgung angeblich nicht gefährdet +++
Griechenlands größte Raffinerie Hellenic Petroleum sieht sich mit einem Notfallplan für nationale Zwangslagen gerüstet. Die Versorgung mit Öl sei für mehrere Monate sichergestellt, sagte ein Firmensprecher.

+++ „Wir gehen davon, dass jedes Land einen Notfallplan hat“ +++
„Die Situation um Griechenland dürfte sich wie erwartet weiter zuspitzen“, hieß es bei Raiffeisen Bank International. Schnelle Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland – erzwungen durch keine weitere Liquiditätsaufstockung via ELA – wären aus Sicht der Rest-Eurozone „etwas Positives“ und würden die Aussicht auf eine Einigung im Schuldenstreit stark beschleunigen. Außerdem würde sich die Ansteckungsgefahr einer ähnlichen Verhaltensweise, wie sie die griechische Regierung praktiziert, in anderen Ländern der Eurozone deutlich verringern.

Die Länder in Südosteuropa haben sich auf einen Austritt Griechenlands vorbereitet. „Wir gehen davon, dass jedes Land einen Notfallplan hat“,  sagte Valentin Hofstätter, Finanzanalyst der Raiffeisen Bank International, dem Handelsblatt. Die österreichische Bank gehört zu den wichtigen Finanzinstituten in Ostereuropa.

Der Titel des Magazins ist eindeutig.
The Economist

Der Titel des Magazins ist eindeutig.

+++ „My Big Fat Greek Divorce“ +++
Es ist ein einprägsames Bild, das das britische Wirtschaftsblatt „Economist“ für die sich anbahnende Staatspleite Griechenlands findet: Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras und Bundeskanzlerin Angela Merkel mit voneinander abgewandten Gesichtern am Rande einer tiefen Klippe stehend – und dazu die Überschrift „My Big Fat Greek Divorce“, meine große griechische Scheidung, eine Anspielung auf einen Film-Titel „My Big Fat Greek Weeding“, der allerdings von einer turbulenten Hochzeit erzählt.

Zanny Minton Beddoes, Chefredakteurin des Blattes , kommt in ihrem Editoral zu dem Schluss, dass es immer noch besser für alle wäre, eine Scheidung zu vermeiden. Doch diese Ehe sei es nicht wert, zu jedem Preis gerettet zu werden. So machen die Briten, die selbst nicht Mitglied in der Eurozone sind, auf allen Seiten schwere Fehler aus. Ein Deal sei immer noch möglich, aber das Verhältnis zwischen beiden Seiten sei inzwischen zerrüttet. Wenn dies eine Ehe sein würde, dann hätten jetzt die Anwälte ihren Auftritt. Eine Scheidung wäre für alle zwar eine Katastrophe. Das Problem sei nur, dass auch ein Zusammenbleiben unter den jetzigen Umständen nicht viel besser sei.

+++ Slowakei fordert Griechenland auf, seine „Hausaufgaben“ zu machen +++
Der slowakische Regierungschef Robert Fico sagte, dass sein Land „mental und technisch“ auf den Grexit vorbereitet sei. Zu Details des Notfallplans der slowakischen Regierung war aber nichts in Bratislava zu erfahren. Der sozialdemokratische Regierungschef hatte sich bereits in der Vergangenheit kritisch zu Griechenland geäußert. Am Wochenende erneuerte Fico seine Kritik: „Wir wollen, dass Griechenland in der Eurozone bleibt, aber nicht um jeden Preis“, sagte der Premier. Er legte Griechenland an Herz, seine „Hausaufgaben“ zu machen. Das Euroland Slowakei ist hinsichtlich des Bruttosozialprodukts ärmer als Griechenland.

+++ Berlin äußert sich +++
„Wenn der Rat am Montag keine Entscheidungsgrundlage hat, kann er nur ein Beratungsgipfel sein, und dann werden weitere folgen“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. „Dass die Zeit knapp ist, kann jeder von uns nachvollziehen.“ Bei einer Einigung Athens mit den drei Institutionen EU-Kommission, Europäische Zentralbank (EZB) und Internationaler Währungsfonds (IWF) gehe es nicht nur um eine bestimmte Summe, sondern um strukturelle Maßnahmen für Haushaltssanierung und Wachstum: „Es ist nicht zu spät dafür, und natürlich hoffen wir, dass eine solche Einigung möglich ist.“

+++ Juncker schaltet sich persönlich ein +++
Zur Lösung der Griechenland-Krise vermittelt EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker auf Spitzenebene: Juncker habe mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatspräsident François Hollande und dem holländischen Premier Mark Rutte telefoniert, sagte ein Kommissionssprecher am Freitag in Brüssel. Der EU-Kommissionschef werde auch in den nächsten Tagen in engem Kontakt mit den Regierungschefs bleiben. Der Sprecher erinnerte daran, dass es Ziel der EU-Kommission sei, dass Griechenland in der Euro-Zone bleibe.

+++ Euro-Finanzminister tagen vor Sondergipfel zu Griechenland +++
Vor dem Sondergipfel zu Griechenland kommen am Montag erneut die Finanzminister der Eurozone zusammen. Die Minister der 19 Staaten der Währungsunion würden sich am Nachmittag (15 Uhr) treffen, teilte ein Sprecher von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem am Freitag über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Das Treffen diene dazu, „den Gipfel der Eurozone vorzubereiten“, der am Abend (19 Uhr) beginnt.

+++ Merkel und Hollande telefonieren ++++
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Francoise Hollande haben telefoniert, berichtet das französische Fernsehen. Hollande habe Merkel gesagt, dass der Gipfel Anfang nächster Woche zu spät komme und man das Wochenende über verhandeln müsse. Hollande sagte weiterhin: Man müsse „alles“ für einen „Kompromiss“ mit Griechenland zu tun. Bis zum europäischen Sondergipfel am Montag müsse „die Zeit genutzt“ werden, damit die Verhandlungen wieder aufgenommen werden, sagte Hollande am Freitag bei einem Besuch in Bratislava in der Slowakei. Ein Kompromiss müsse aber auf Basis der europäischen Regeln gefunden werden.

+++Griechenland muss Reformen umsetzen +++
Athen muss nach den Worten des deutschen Regierungssprechers eigene Reformen umsetzen und damit die Voraussetzungen für eine Einigung mit den Gläubigern schaffen. Ansonsten könne das Sondertreffen der Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone am Montag zu Griechenland nur ein Beratungsgipfel sein und weitere müssten dann folgen, sagte der Merkel-Sprecher.

+++ Varoufakis: Griechenlands Vorschlag wurde nicht diskutiert +++
Der griechische Vorschlag für eine Lösung im Schuldenstreit ist Finanzminister Yanis Varoufakis zufolge beim Eurogruppen-Treffen am Donnerstag nicht diskutiert worden.

+++ Griechenland versichert Stabilität des Bankensystems +++
Die griechische Regierung hat versichert, dass das Bankensystem des pleitebedrohten Eurolandes stabil sei und durch gemeinsame Aktionen der Zentralbank und der Europäischen Zentralbank (EZB) gesichert werde. „Der Chef der Bank hat die Stabilität des Bankensystems bestätigt“, hieß es in einer Regierungserklärung vom Freitag. Zuvor hatte sich Zentralbankchef Ioannis Stournaras in Athen mit dem stellvertretenden Außenminister Euklides Tsakalotos, dem Chefunterhändler bei den Verhandlungen mit den Gläubigern, getroffen.

+++ Russland könnte helfen +++
Russland ist nach Worten des stellvertretenden Ministerpräsidenten Arkadi Dworkowitsch bereit, über Finanzhilfen für Griechenland nachzudenken. „Wir werden jede Lösung zur Beilegung der griechischen Schuldenkrise unterstützen, die Athen und unsere europäischen Partner vorschlagen“, sagte er der Agentur Tass zufolge im Fernsehen.

+++ „Wir müssen nun auf das Schlimmste vorbereitet sein“ +++
Der britische Finanzminister George Osborne hofft nach eigener Auskunft in der Griechenland-Krise auf das Beste. „Aber wir müssen nun auf das Schlimmste vorbereitet sein“, sagt er vor dem Treffen der EU-Finanzminister in Luxemburg.


+++ Tsipras begrüßt Sondergipfel +++
Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras begrüßt den Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der Eurozone am Montag als positive Entwicklung. Es werde eine Lösung geben, die Griechenland eine Rückkehr zu Wachstum innerhalb des Euro ermögliche.

So steht die griechische Presse zu Tsipras
Eleftheros Typos
1 von 8

Die konservative Tageszeitung „Eleftheros Typos“ spricht von einem „viertägigen Ultimatum für die... allerletzte Chance.“ Die Bedeutung des Sondergipfels am Montag könnte kaum größer sein. „Sollte keine Einigung eintreten, hängt Athen nach dem 30. Juni am Holz“, schreibt die Zeitung. Das Bild verdeutlicht die Beziehung von Finanzminister Yanis Varoufakis und IWF-Chefin Christine Lagarde: Kühl und distanziert.

Ethnos
2 von 8

Das gleiche Titelbild verwendet auch die linksliberale Tageszeitung „Ethnos“, die der ehemaligen Regierungspartei PASOK nahe steht. Auch „Ethnos“ spricht von der „allerletzten Chance für eine Lösung“. Finanzminister Varoufakis beteuerte gegenüber der griechischen Presse, man habe der Europäischen Union „umfassende Reformvorschläge“ unterbreitet.

H Avgi
3 von 8

Die linksorientierte „I Avgi“ (deutsch: „Die Morgenröte“) steht der Regierungspartei Syriza sehr nahe – und ist daher überzeugt vom Verbleib Griechenlands in der Eurozone. „Sondergipfel mit Verlängerungsszenario“, heißt es auf dem Online-Auftritt. Ministerpräsident Alexis Tsipras werde sich mit EU-Kommissionspräsident Juncker in Verbindung setzen, um das Treffen vorzubereiten, schreibt das Sprachrohr der Syriza-Partei in einer kurzen Mitteilung.

Ta Nea
4 von 8

Die linksliberale Zeitung „Ta Nea“ macht seinen Lesern Hoffnung – und gibt die Worte aus Tsipras' Regierungssitz wieder: „Es wird eine Lösung geben, die alle Horrorszenarien verwirft.“ So lautet die Botschaft aus Athen.

Kathimerini
5 von 8

Die konservative Qualitätszeitung „Kathimerini“ zeigt in einer Bilderstrecke auf der Hauptseite die Proteste auf dem Athener Syntagma-Platz am Donnerstag. Die griechische Bevölkerung möchte unbedingt im Euro bleiben. „Wir wohnen in Europa“, lautete die deutliche Botschaft der Bevölkerung.

Naftemporiki
6 von 8

Auf ihrer Homepage berichtet die konservative Wirtschaftszeitung „Naftemporiki“ über die Telefonkonferenz der EZB. „Sonder-Telefonkonferenz der EZB wegen den griechischen Banken“, heißt es dort. Zudem führt „Naftemporiki“ beide mögliche Szenarien aus: Auch der unbeliebte „Grexit“ spielt im politischen Kalkül eine bedeutende Rolle.

Makedonia
7 von 8

„Die Frist dauert genau vier Tage: Auf dem Sondergipfel am Montag fallen alle Entscheidungen“, so „Makedonia“. „Tsipras begrüßt den Sondergipfel, doch Eurogruppenchef Dijsselbloem dämpft die Hoffnungen.“ Reformzusagen seitens der Griechen sind Grundvoraussetzung für eine Verlängerung des Hilfsprogramms. Als eine der wenigen Zeitungen sitzt „Makedonia“ nicht in Athen, sondern in Thessaloniki – und wird daher besonders im Norden des Landes gern gelesen.

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22 Kommentare zu "+++ Liveblog zu Griechenland +++: Kommt der Grexit am Montag?"

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  • NEIN!

    Der Grexit kommt nicht! Im Moment kann man doch sehen, wie es augenzwinkernd gemacht wird. Das Geld wird einfach von der Bank abgehoben und von der EZB= Deutschland ersetzt. So vermeidet man die offiziellen Hilfszahlungen und Merkel hat ihr Gesicht gewahrt (jedenfalls vor der Presse)

  • Die Antwort auf Ihre Titelfrage lauter: ja !

    Der Grexit kommt am Wochenende lautet die (halb-)offizielle Ankündigung aus Berlin.

    Angesichts des begründeten Vorwurfs der Insolvenzverschleppung (nicht allen) durch die EZB und deren Personal wird man unter strafrechtlichen Gesichtspunkten schon nicht länger warten dürfen.

  • >>"Was sollte daran unanständig sein, wenn griechische Bürger kein Vertrauen mehr in das Banksystem haben und das, was sie ihr eigen nennen, bei der Bank wieder abheben? M.E. ist das verantwortliches Handeln."<<

    Ich habe das bereits vor Jahren gemacht. Auf meinem Konto bleibt nur soviel stehen, um damit die fixen monatlichen Abzüge / Ausgaben zu decken.
    Mit Giralgeld auf dem Konto (= Computernullen) hat man nämlich nur eine Forderung gegen die Bank; da ist keine "Deckung", wie so gut wie alle Kunden meinen.
    Ganz im Gegenteil: durch das Fractional Reserve Banking (Teildeckungsbankwesen) der Geschäftsbanken werden die "Forderungen" an die Bank von dieser gleich mehrfach beliehen.
    Dazu Murray Newton Rothbard:
    "Die Bank schaftt neues Geld aus der Luft und muß es nicht wie alle anderen durch Produktion und Verkauf ihrer Dienste erwerben. Kurzum ist die Bank BEREITS JETZT und zu jeder anderen Zeit bankrott. Doch diese Zahklungsunfähigkeit kommt nur zum Vorschein, wenn die Kunden Verdacht schöpfen und einen "Run" auf die Bank lostreten."
    Das ist ja auch die eigentliche Intention eines angestrebten Bargeldverbotes: die Mehrfachbeleihung (die als sog. "Kreditmultiplikator" notwendig für die ungezügelte Kreditexpansion / Geldmengenausweitung ist) soll - wenn es nach den Architekten des Fiat-Money-Systems geht - bis in alle Ewigkeit weitergehen, denn die Möglichkeit eines Bankensturms würde dieser einen Riegel vorschieben.
    Hat man die Forderung an die Bank nun in "Cash" umgewandelt, wie es offenbar bereits sehr viele Griechen getan haben, so hat man aber mit dem Bargeld wiederum keinen Realwert, sondern auch nur eine Forderung in der Hand: und zwar eine Forderung gegen die emittierende Notenbank der Banknote. Bei einer Währungsreform etwa kann diese Forderung für nichtig erklärt werden.
    Wenn Sie das verstanden haben, dann haben Sie den ersten Schritt zum Verständnis unseres Geldsystems gemacht... ;-))

  • wer haftet eigentlich für die Beträge, die hier immer weiter nach Griechenland
    gepumpt werden?

    Es ist doch wohl offensichtlich, dass dieses Geld auf nimmerwiedersehen verloren ist.
    Bezahlt das Mutti Merkel oder Drucker Draghi von seiner Pension?

  • Warum erst am Montag?
    Immer wieder Sonntags...
    Je schneller desto besser und hoffentlich entgültig.

  • "Währenddessen horten die Griechen ihr Geld."

    Lese oder verstehe ich diese Beiträge falsch?

    Was sollte daran unanständig sein, wenn griechische Bürger kein Vertrauen mehr in das Banksystem haben und das, was sie ihr eigen nennen, bei der Bank wieder abheben? M.E. ist das verantwortliches Handeln.

    Darin können wir sie nur beneiden.

    Ganz im Gegensatz zu uns. Wir werden von verantwortungslosen Politiker gezwungen Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen und damit letztlich die Haftung zu übernehmen. Wir werden nicht einmal dazu befragt. Wir können nicht zu einer Bank gehen und erklären, nicht mit meinem Eigentum.

    Sachlich ist es gar so, dass die EZB jetzt mit Unterstützung des EuGH nicht einmal mehr fragen muss, ob wir gewillt sind, diese Verluste auszugleichen.

    Dass der ESM, das nicht anders regelt kann für uns auch kein Trost sein.

    Wenn Griechenland zusammenbricht, dann erwarte ich die Rücktritte der Politiker, die für sich die Zuständigkeit in der Sache reklamiert haben. Um Namen zu nennen, sind dies Frau Merkel und Herr Schäuble, Steinbrück an ersten Stellen sowie ein Asmussen, der sich im Ministerium für Arbeit und Soziales versteckt.

    Im Bundestag gibt es aber auch noch so einige, die "alternativlos" statt mit Fachwissen abstimmten. Die sind auch reif. Eine Namensliste ist bereits vorsorglich im Netz verfügbar.

  • Die Buba schreibt zu dem Thema:
    "Ein Verlustfall tritt nur dann ein, wenn ein Geschäftspartner des
    Eurosystems ausfällt und die von ihm hinterlegten Sicherheiten
    bei ihrer Verwertung trotz der vom Eurosystem angewandten
    Risikokontrollmaßnahmen nicht den vollen Wert der damit abgesicherten
    Refi nanzierungsgeschäfte einbringen. Er trifft immer
    das Eurosystem als Ganzes, unabhängig davon, bei welcher
    nationalen Zentralbank er sich materialisiert. Die Lasten eines
    solchen Ausfalls würden entsprechend dem Kapitalschlüssel auf
    die nationalen Zentralbanken verteilt. Mit anderen Worten: Die
    Risikoposition der Bundesbank wäre unverändert, wenn der
    ausgewiesene positive Verrechnungssaldo aus TARGET2 nicht
    bei der Bundesbank, sondern in gleicher Höhe bei einer anderen
    Notenbank des Eurosystems anfiele."

    Quelle:
    http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/Monatsberichte/2011/2011_03_monatsbericht.pdf?__blob=publicationFile

    Geteiltes Leid ist halbes Leid....;-)

  • Fortsetzung:

    ... und ihren demokratische gewählten Parlamenten wieder ihre konstitutionellen Rechte zurückgibt.

    Der anscheinend nicht zu stoppende Trend der EU hin zu immer mehr Zentralismus und immer weniger Demokratie muß endlich umgekehrt werden. Mein Traum ist, daß die aktuelle Krise dazu den Startschuß gibt.

  • Träumen darf man ja, auch wenn es Wunschträume sind.

    Ich träume davon, daß sich der Sturm, der zur Zeit in Sachen Griechenland tobt, zur einem wirklichen Orkan oder besser noch zu einem regelrechten tropischen Wirbelstrom entwickelt, der die gesamte undemokratische EU-Politikerkaste hinwegfegt und den demokratischen Staaten Europas und ih

  • Herr Falk, das geht geopolitisch schon mal GAR NICHT.
    Die Jungs in Langley und im Pentagon würden im Dreieck springen.
    Haben Sie nicht Angst um Tsipras´junges Leben?
    Es sind ja auch noch nicht alle Farben bei den gesponsorten Revolutionen durch... ;-)

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