+++ Liveblog zum Krim-Konflikt +++
USA stoppen militärische Zusammenarbeit mit Russland

Russland hat ein Ultimatum der Schwarzmeerflotte an ukrainische Truppen entschieden dementiert. Die Lage bleibt heikel: Die Ukraine berichtet vom Aufmarsch gepanzerter Fahrzeuge und bekräftigt den Anspruch auf die Krim.
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Düsseldorf/KiewDie Ukraine fürchtet einen Krieg mit seinem übermächtigen Nachbarland Russland. Am Wochenende hat Russland die Kontrolle über die Halbinsel Krim übernommen, das Parlament in Moskau genehmigte einen Militäreinsatz in der Ukraine. Seither wächst die Angst vor militärischen Zusammenstößen. Alle Nachrichten gibt es hier im Liveblog.

+++USA loten Wege zu Russlands Isolation aus+++

US-Präsident Barack Obama hat einem Regierungsvertreter zufolge mehr als zwei Stunden mit seinen Sicherheitsexperten gesprochen. Dabei sei es darum gegangen, wie die USA zusammen mit Verbündeten Russland wegen der militärischen Intervention in der Ukraine weiter isolieren könnten. Zuvor hatten die USA Abstand von eigentlich bald anstehenden Handelsgesprächen mit Russland genommen.

+++USA stoppen militärische Zusammenarbeit mit Russland+++
Die USA haben die militärische Zusammenarbeit mit Russland ausgesetzt. Alle „militärischen Verbindungen“ seien auf Eis gelegt, teilte das Pentagon am Montag in Washington mit. In der Erklärung wurde Moskau aufgerufen, die russischen Streitkräfte auf der Krim in ihre Stützpunkte zurückzubeordern.

+++ Cameron, Hollande, Merkel drohen mit Sanktionen+++
Großbritannien, Frankreich und Deutschland haben Russland vor Folgen für sein „absolut inakzeptables“ Verhalten in der Ukraine gewarnt. Das geht aus einer am Montagabend in London veröffentlichten Erklärung des britischen Premierministers David Cameron hervor, der in getrennten Telefonaten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem französischen Staatschef François Hollande über die Krise in der Ukraine beriet.

+++Obama in Krisen-Beratungen mit Militärs+++

US-Präsident Barack Obama berät nach Angaben eines Sprechers des Weißen Hauses wegen des Ukraine-Konflikts mit hochrangigen Vertretern des Militärs und Experten für die nationale Sicherheit. Unter anderem nähmen Außenminister John Kerry, Verteidigungsminister Chuck Hagel und Finanzminister Jack Lew an dem Treffen teil.

+++Jazenjuk fordert diplomatische Lösung+++
Der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk hat Russland aufgefordert, den Konflikt um die Krim friedlich und auf diplomatischem Wege zu lösen. „Ich war und bleibe ein Anhänger der politischen und diplomatischen Lösung dieser Krise“, sagte Jazenjuk der „Bild“-Zeitung. Ein bewaffneter Konflikt würde die Grundlagen der wirtschaftlichen, politischen und militärischen Stabilität in Europa untergraben. „Man darf sich so im 21. Jahrhundert nicht verhalten. Mit Panzern, Soldaten und Drohungen erreicht man nichts.“

+++Ukraine: 16.000 russische Soldaten auf der Krim+++
Der ukrainische Botschafter bei den Vereinten Nationen sagte, Russland habe seit dem 24. Februar rund 16.000 Soldaten vom russischem Territorium auf die Krim verlegt.

+++USA werfen Russland Unglaubwürdigkeit vor+++
Nachdem Russland den Einsatz in der Ukraine als Hilfseinsatz bezeichnet hatte, widersprach US-Botschafterin Samatha Power: „Wenn man Ihnen so zuhört, könnte man die russische Armee für den verlängerten Arm des UN-Kommissars für Menschenrechte halten“, sagte sie an die Adresse des russischen UN-Botschafters Witali Tschurkin. „Aber Sie haben das Völkerrecht und die Souveränität eines unabhängigen Landes verletzt. Und dass ohne jeden Grund, denn es gibt keinerlei Berichte, dass die russische Minderheit irgendwie bedroht oder drangsaliert wurde.“

+++Janukowitsch bat Kreml um Militärschlag+++
Der frühere ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch hat nach den Worten des russischen UN-Botschafters Vitali Tschurkin den russischen Staatschef Wladimir Putin gebeten, mit militärischer Gewalt Recht und Ordnung in der Ukraine wiederherzustellen. Janukowitsch habe auf „Akte des Terrors und der Gewalt“ im Land hingewiesen.

+++Krise erschüttert auch die Wall Street+++
Der Konflikt in der Ukraine schickte die Aktien in den größten Indizes auf Talfahrt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor ein Prozent auf 16.167 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,7 Prozent auf 1845 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel ebenfalls 0,7 Prozent auf 4277 Stellen. Die komplette Übersicht.

+++Timoschenko fordert „strengste Maßnahmen“ gegen Russland+++
Sollte Diplomatie nicht weiterhelfen, müsse die internationale Gemeinschaft „strengste Maßnahmen“ gegen Russland ergreifen, sagte die ehemalige ukrainische Premierministerin, Julia Timoschenko, in ihrem ersten großen Interview nach ihrer Freilassung auf CNN. Ohne konkret zu sagen, ob sie ein militärisches Eingreifen befürworte, forderte die ehemalige Premierministerin der Ukraine, dass die Welt „alle Möglichkeiten nutzen müsse, um zu verhindern, dass die Ukraine die Krim verliert“. Sehen Sie das ganze Interview hier.

+++ Obama: „Putin auf der falschen Seite der Geschichte +++

Russland befindet sich laut US-Präsident Barack Obama im Ukraine-Konflikt „auf der falschen Seite der Geschichte“. Das sagte er am Montag vor einem Treffen mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor Reportern im Weißen Haus in Washington. Obama bezeichnete die Situation auf der ukrainischen Halbinsel Krim als zutiefst beunruhigend. Das ukrainische Volk müsse sein Schicksal selbst bestimmen können, forderte er. Russland dürfe kein Militär auf ukrainischem Boden einsetzen und damit internationales Recht brechen. Die USA dächten über eine zahlreiche Maßnahmen gegen Russland nach.

+++ Handelsblatt-Korrespondent Helmut Steuer: Keine Unruhe in Sewastopol +++

Handelsblatt-Korrespondent Helmut Steuer hat nach mühevoller Reise in Sewastopol angekommen. Als erste Impressionen beschrieb er Folgendes: „Die einzige Zufahrtsstraße zur Krim ist von russischen Soldaten abgesperrt. Es werden Fahrzeugkontrollen durchgeführt, alles geht aber sehr freundlich zu. Die Soldaten sind mit Maschinengewehren bewaffnet. Auf der Krim dann gab es nur noch eine einzige Kontrolle, direkt vor Sewastopol, wo die Russen ja ihre Flottenbasis haben. Auf den Straßen habe ich nur zweimal russische Militärfahrzeuge gesehen. Hier in der Stadt ist es völlig ruhig, und das Leben scheint völlig normal vor sich zu gehen.“

+++ Obama: Lage bedrohlich +++

US-Präsident Barack Obama bezeichnet die Lage auf der Krim als beunruhigend. Russland solle internationalen Beobachtern die Vermittlung einer Übereinkunft ermöglichen, die für alle Ukrainer akzeptabel sei. Er warnte Russland, dass sich dessen Vorgehen in der Ukraine als teures Unterfangen herausstellen werde.

+++ Chodorkowski bietet sich als Vermittler an +++

Der russische Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski hat sich als Vermittler in dem Konflikt in der Ukraine angeboten. Er sei bereit auf Einladung einer der beteiligten Parteien zu jeder Zeit und an jeden Ort in der Ukraine zu reisen, um „Blutvergießen“ zu verhindern, erklärte Chodorkowski, der im Dezember nach zehn Jahren in russischer Haft überraschend freigelassen worden war. Er glaube, dass die Anwesenheit „unabhängiger und international bekannter Persönlichkeiten“ eine Eskalation des Konflikts verhindern helfen könnte. „Als Ergebnis des inkompetenten Handelns von Politikern befinden wir uns kurz davor, in einen Bürgerkrieg in der Ukraine verwickelt zu werden“, sagte der frühere Oligarch, der derzeit in einem Hotel in Zürich lebt.

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  • @logical
    "...sollte Russland der Ukraine einen Kaufpreis zahlen..."
    ____________

    Für ein Geschenk, na wie lecker.

    Ob allerdings die bald wertlose Währung USD den Preis in der Lage zu entrichten sein wird, das steht vermutlich auch in den Stars und Stripes.
    Alaska kostete USD 7 Millionen.

    Und der Preis der Ukraine - nicht dass da auch noch Menschen leben, die nicht unbedingt Lust haben sich verkauft zu sehen - ?

    Abenteuerliche Vorschläge liest man dann aber auch noch nach logical.

    Nun ja, die einen brauchen Geld, die anderen werden die Menschen halt voranbringen.

    Und wie es es mit Ihnen, logical?

    Wozu zählen Sie sich?

  • Ich sehe das so. Vor rd. 50 Jahren wurde die Krim der Ukraine zugeschlagen.
    Fast zeitgleich wurde Deutschland geteilt in Ost und West.

    Als die ostdeutsche Bevölkerung die Gunst der Stunde nutzte, nannten wir sie lupenreine Demokraten, welche ein wiedervereinigtes Deutschland wollten.

    Genau das haben wir jetzt auf der Krim. Die mehrheitlich russische Bevölkerung will den Wiederanschluss an Russland. Aber, das sind für uns die Kriegstreiber.

    Welches Recht haben wir, hier in Deutschland, ihnen das zu verweigern? Nur weil uns diese Entscheidung nicht ins politische Weltbild passt?




  • Ruslland wird die Krim nie hergeben. Die Einwohner der Krim sollten daher abstimmen, zu wem sie gehören wollen. Russland oder Ukraine. Im Falle pro Russia sollte Russland der Ukraine einen Kaufpreis zahlen, der die Ukraine für die nächsten Jahre jeglicher Probleme entbindet. Die Ukraine kann die Zeit dann nutzen, wirtschaftlich und politisch auf die beine kommen und dann entscheiden, mit wem, wann und ob überhaupt.

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