+++ Liveblog zur Flüchtlingskrise +++

CSU-Politiker fordert Stopp-Signal von Merkel

Ungarn will mit der Armee seine Landesgrenzen schützen. Die EU-Botschafter können sich nicht auf eine plausible Umverteilung von 120.000 Flüchtlingen einigen. Ein CSU-Politiker fordert ein Stopp-Signal von Merkel.
Update: 22.09.2015 - 02:56 Uhr

„Wir werden nicht alle Flüchtlinge aufnehmen können“

Zehntausende Migranten sind weiterhin auf der Balkanroute in Richtung Westeuropa unterwegs. Nachdem erst am Wochenende rund 20.000 Flüchtlinge über Ungarn und zuletzt auch Slowenien nach Österreich gekommen waren, werden zu Wochenbeginn weitere Tausende auf ihrem Weg nach Deutschland oder Skandinavien erwartet. Kanzlerin Angela Merkel mahnt die EU-Partner, die Zukunft der Union nicht aufs Spiel zu setzen. Der Tag im Liveblog.

+++ CSU-Politiker fordert von Merkel Stopp-Signal +++
In der Debatte über die Aufnahme von Flüchtlingen fordert Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer (CSU) neue Signale von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). „Mein Rat an die Kanzlerin ist zu erklären, dass Deutschland derzeit nicht in der Lage ist, weiter größere Zahlen an Flüchtlingen aufzunehmen“, sagt Singhammer der „Süddeutschen Zeitung“.

+++ Keine Einigung der EU-Botschafter auf Umverteilung +++
Vor einem Sondertreffen der EU-Innenminister herrscht laut der Zeitung „Die Welt“ weiterhin Streit über die geplante Umverteilung von 120.000 Flüchtlingen auf die Mitgliedstaaten. Die Botschafter der 28 EU-Länder hätten sich am Montagabend in Brüssel nach fast zehnstündigen Verhandlungen nicht auf eine gemeinsame Linie einigen können. Umstritten sei, nach welchen Regeln und zu welchem Preis sich einzelne Mitgliedsländer aufgrund besonderer Umstände davon freikaufen können, umverteilte Flüchtlinge aufnehmen zu müssen.

+++Ungarn macht Weg für Armee-Einsatz gegen Flüchtlinge frei +++
Das ungarische Parlament beschließt ein Gesetz, das den Einsatz der Armee zum Schutz der Landesgrenzen gegen Flüchtlinge gestattet. Die Soldaten dürfen dabei allerdings keine tödlichen Waffen einsetzen, sondern nur Gummimantelgeschosse, Tränengas oder ähnliches.

+++ Flüchtlingszustrom von Ungarn nach Österreich reißt nicht ab +++
An der österreichisch-ungarischen Grenze reißt der Flüchtlingszustrom nicht ab. Seit Mitternacht haben nach Polizeiangaben rund 5.000 Menschen die Grenze in Nickelsdorf passiert. Die Polizei rechnet damit, dass heute noch weitere Tausende Flüchtlinge über die Grenze kommen. Insgesamt werden aber weniger Flüchtlinge als am Sonntag erwartet, wo etwa 10.700 Menschen angekommen waren.

+++ Kardinal Marx sieht große Herausforderung durch Flüchtlinge und IS +++
Der Umgang mit Flüchtlingen und der Kampf gegen die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) sind nach Überzeugung der katholischen Kirche die größten Herausforderungen seit Jahrzehnten. „Das könnte die Herausforderung der deutschen Einheit noch übertreffen“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, zum Auftakt der Herbst-Vollversammlung der Bischöfe am Montag in Fulda. Die Flüchtlingsfrage bildet den ersten Schwerpunkt der viertägigen Versammlung.

Die Flüchtlingswelle auf Europas Schienen
Hunderte Flüchtlinge in den Zügen nach Österreich und Deutschland
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Seit Montag sind Hunderte Flüchtlinge in Zügen unterwegs von Ungarn nach Österreich und Deutschland. Nach den gemeinsamen EU-Asylregeln ist Ungarn verpflichtet, alle Einwanderer zu registrieren. Viele Flüchtlinge wollen aber gleich nach Österreich oder Deutschland weiterreisen. Ungarn hatte ihnen am Montag die Weiterreise erlaubt.

Die Reise beginnt in Griechenland
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Für viele Flüchtlinge beginnt die Reise durch Europa in Griechenland. Wie hier in Idomeni, nahe dem Grenzübergang zwischen Griechenland und Mazedonien, warten sie auf Züge, die sie über den Balkan nach Westeuropa bringen.

Auf dem Weg nach Budapest
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Diejenigen, die es über Mazedonien und Serbien nach Ungarn geschafft haben, machen sich auf den Weg in die Hauptstadt Budapest, um von dort nach Österreich und Deutschland weiterzureisen.

Ungarn gibt Züge frei
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Ungarns Polizei ließ die Flüchtlinge am Montag zu hunderten am Keleti-Bahnhof in Budapest Züge Richtung Österreich besteigen. Bis zu 2000 Menschen hatten seit Tagen in provisorischen Lagern in der ungarischen Hauptstadt ausgeharrt. Am Montag waren keine Sicherheitskräfte mehr zu sehen, die sie aufhielten.

Chaotische Zustände an der Grenze
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An der ungarisch-österreichischen Grenze (wie hier in Hegyeshalom) kam es in der Folge zu teils chaotischen Zuständen, die Züge wurden am Nachmittag für Kontrollen vorübergehend gestoppt und mussten in der Hitze warten.

Angekommen in München
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In München und Rosenheim kamen am Montagabend fast 1000 Menschen an. Deren Personalien wurden zum Teil noch am Hauptbahnhof erfasst, zum Teil wurden sie aber direkt mit von der Regierung von Oberbayern eingesetzten Bussen in Flüchtlingsunterkünfte in ganz Bayern gebracht.

Noch mehr Menschen erwartet
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Voraussichtlich werden in den kommenden Tagen noch viele weiter Flüchtlinge in Bayern ankommen. In den Flüchtlingszügen aus Ungarn sind nach Polizeiangaben allein am Montagabend 3650 Asylsuchende in Wien angekommen. Ein Großteil davon habe sich auf die Weiterreise nach Deutschland begeben, sagte ein Sprecher der Wiener Polizei am Dienstagmorgen.

+++ Merkel: Europa braucht Hilfe der USA bei Aufnahme von Flüchtlingen +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei der Aufnahme von Flüchtlingen mehr Unterstützung durch die USA gefordert. „Zu glauben, Europa könne das ganz alleine ohne die Mithilfe der Vereinigten Staaten von Amerika, das scheint mir auch nicht ganz realistisch zu sein“, sagte Merkel bei einem Kongress der Unions-Bundestagsfraktion am Montag in Berlin. Amerika und Europa seien durchaus in der Lage, viele Flüchtlinge aufzunehmen und ihnen Schutz zu gewähren. „Das kann aber bestenfalls eine Nothilfe sein.“

Serbien kritisiert Grenzzäune
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