++ Liveblog zur Griechenland-Krise ++
Keine Einigung mit Griechenland

Ein Krisentreffen jagt das andere. In Brüssel suchen die Geldgeber eine Lösung mit Athen. Doch knirscht es wieder. Griechenland will erst über Erleichterungen, dann über Reformen diskutieren . Die Ereignisse im Liveblog.
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Kommt es zu einer Einigung im griechischen Schuldenstreit? Kurz vor Beginn der Spitzengesprächen in Brüssel liegen die Positionen zwischen griechischer Regierung und internationalen Geldgebern EU-Vertretern immer noch auseinander. Am Mittwoch treffen sich die Euro-Finanzminister, Tsipras spricht zudem mit der EU-Spitze. Die Ereignisse des Tages im Liveblog.

+++ Wieder Spitzenrunde vor EU-Gipfel zu Griechenland-Streit +++

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras will am Donnerstag (09.00 Uhr) erneut mit Spitzenvertretern der Geldgeber über ein Reform- und Sparpaket beraten. Das verlautete am frühen Morgen aus EU-Kreisen. Am Nachmittag wird der EU-Gipfel in Brüssel beginnen.

Der Linkspolitiker Tsipras hatte bereits in der Nacht in der Spitzenrunde beraten. Beteiligt waren dem Vernehmen nach EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker, IWF-Chefin Christine Lagarde, der Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, sowie Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem und der Chef des Euro-Rettungsschirms ESM, Klaus Regling.

+++ Verhandlungen werden vertagt +++

Das Treffen der Euro-Finanzminister ist ohne Einigung mit Griechenland vertagt worden. Es zeichne sich bereits ab, dass es keinen Deal in der Eurogruppe geben werde, erfuhr das Handelsblatt vor der offiziellen Bestätigung aus Teilnehmerkreisen. Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras strebe Verhandlungen mit den Staats- und Regierungschefs bei deren Gipfel am Donnerstag und Freitag an, hieß es im Umfeld der Eurogruppe zur Begründung. Die Finanzminister seien entsprechend „sauer“.

++ Schäuble rechnet nicht mit schnellem Ergebnis ++

Bei den Verhandlungen wird nach Ansicht von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble heute wohl kein Ergebnis mehr erzielt. Er habe das Gefühl, dass es seit Montag nicht viel Neues gebe. Der Vize-Präsidenten der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, rechnet trotzdem mit Beratungen bis tief in die Nacht.

+++ Griechenland lehnt Foderungen ab +++

Die griechische Regierung hält die Vorschläge ihrer Gläubiger zur Lösung des Schuldenstreits in der jetzigen Form für nicht akzeptabel. Griechenland wolle eine Diskussion über Schuldenerleichterungen, sagte ein Vertreter der Regierung am Mittwoch vor Journalisten. Die Gläubiger beharrten jedoch darauf, dass zuerst das Thema Reformen geklärt werde. Die Verhandlungen in Brüssel dauerten aber an. Er hoffe nach wie vor auf einie Einigung bis Donnerstag. Dann beginnt ein zweitägiger Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs.

+++ Lagarde geht die anderen Gläubiger an +++

Eine griechische Erholung erfordert nach Ansicht von IWF-Chefin Christine Lagarde nicht nur Reformen. Auch die europäischen Gläubiger müssten sich bewegen, um sicherzustellen, dass die Schuldenlast tragbar sei. Der griechische Reformplan dürfe sich nicht alleine auf Steuererhöhungen stützen. Zugleich sagt sie in einem Interview mit einem französischen Magazin, dass sie keinen Grexit wolle.

+++ Verhandlungsmarathon geht weiter +++

Eine Lösung in der Griechenland-Krise steht weiter auf der Kippe. Die drei Geldgeberinstitutionen haben sich bis Mittwochnachmittag noch nicht mit der griechischen Regierung auf eine grundsätzliche Vereinbarung für ein Spar- und Reformpaket verständigt. Damit ist der Ausgang des für den Abend in Brüssel angesetzten Treffens der Euro-Finanzminister völlig offen. „Bisher gibt es keine Diskussionsgrundlage“, verlautete aus Verhandlungskreisen. Ein griechischer Regierungsvertreter hat indes die jüngsten Vorschläge der Gläubiger nach Angaben eines Syriza-Mitglieds gegenüber dem politischen Komitee der Regierungspartei „absurd" genannt.

+++ Einigung nur mit dem IWF +++
Deutsche Regierungskreise rechnen mit einer gemeinsamen Einschätzung der drei Institutionen (EU, EZB und IWF) zu Griechenland. Eine Lösung ohne den IWF sei für die Bundesregierung nicht denkbar, hieß es. Die Frage nach Schuldenerleichterungen sei zudem derzeit kein Thema. Der Sprecher von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte jedoch, in den Verhandlungen mit Griechenland sei noch „ein weites Stück Weg“ zurückzulegen. Es sei an den Griechen, sich zu bewegen.

+++ Frostige Begrüßung +++

Tsipras ist am Nachmittag in Brüssel eingetroffen, um vor dem Finanzministertreffen mit den Spitzen von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und IWF zu verhandeln. Die Begrüßung mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker fiel verhältnismäßig frostig und ohne die sonst übliche Umarmung aus.

+++ Neues Angebot an Athen +++
Griechenlands Gläubiger haben der griechischen Regierung neue Gegenvorschläge präsentiert, um die Differenzen zu überbrücken, wie ein Insider aus dem Umfeld der Verhandlungen sagt. Über den Inhalt wurde bislang nichts bekannt.

+++ Maßnahmen sollen Rezession fördern +++
Nach übereinstimmenden Berichten der griechischen Presse soll der IWF zahlreiche Athener Sparvorhaben als Maßnahmen kritisiert haben, die die Rezession förderten. Der IWF fordere, dass die von Athen vorgeschlagene Erhöhung der Unternehmen-Besteuerung von 26 auf 29 Prozent nicht gelten sollte. Höchstens sollte diese Belastung die 28 Prozent erreichen. Zudem sollen nach Ansicht des IWF die Renten gekürzt werden. Die Rüstungsausgaben sollen um weitere 200 Millionen Euro gekürzt werden. „Der IWF besteht auf allgemeine Kürzungen. Eine Einigung ist demnach schwierig“, sagte Arbeitsminister Panos Skourlatis.

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  • KEiNE LÖSUNG DER SCHULDENKRISE IN SICHT - So kann der Patient Griechenland nicht gesunden; HB vom 24.06.2015: Keine ganz neue Erkenntnis, sondern mindestens seit 1988 bekannt, jedenfalls unter verständigen Menschen, die den Deal zwischen Kohl und Mitterrand um die deutsche Einheit mit dem zwangsweisen Zusammenschluss Europas durch eine Währungsunion glaubten befördern zu können. Griechenland hat seine Bürokratie bisher nicht geändert, aber bis zur Einführung einer gemeinsamen Währung über den Wechselkurs der Drachme dem jeweiligen wirtschaftlichen Ergebnis angepasst. Es hat an die Segnungsversprechen einer gemeinsamen Währung bereits nach Aufnahme in die Währungsunion geglaubt – Draghi war übrigens ein wesentlicher Faktor dieser Aufnahme - , insbesondere als sich die EU der nackten Wahrheit beugte und alle Stabilitätsversprechen von Maastricht zur Makulatur erklärten: So kam man der Mentalität der GISP + F Staaten entgegen: Macht nur wirtschafts- und finanzpolitisch was ihr wollt, die EU-Gemeinschaft wird das ausgleichen. Und das das eben auf Griechenland beschränkt bleibt, ist eine der vielen Illusionen der Eurokraten, die jetzt durch Heilsversprechen über die wirtschaftliche Situation in den Mittelmeerstaaten, die jedem nachprüfbaren Beleg entbehren, aufrechterhalten wird: Wir, das heißt der Mittelstand in den Ländern der Währungsunion, werden diese Rechnung noch vorgelegt bekommen: Die Pleite dieser EU ist bereits jetzt mit Händen zu greifen. Das ist der einzige Lichtblick in dieser Sache.

  • @ Frau Angelika Liades

    >> auch von solchen Ländern, die sehr viel ärmer sind. >>

    Das ist ein Gerücht der Lügenpresse und Politlügner. die diese Desinformation streuen.

    Denn die "Ärmeren Länder", die ihre Existenz von den Brüsseler Almosen bestreiten, verteilen an die Griechen auch nur das Geld, was sie von uns über Brüssel erhalten haben !

  • Die Steuerzahler in den Ländern der Eurozone halten das Versenken ihrer Steuergelder in Griechenland für nicht akzeptabel. Sie halten das Handeln der EU in diesem Zusammenhang für nicht akzeptabel. Sie halten den undemokratischen EU-Zirkus für nicht akzeptabel.

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