++ Liveblog zur Griechenland-Krise ++
Mehreren Banken droht angeblich Schließung

Die Gläubiger stellen ein Ultimatum: Noch diese Woche soll Athen ein Reformpaket vorlegen. Die Notkredite für die angeschlagenen Banken werden offenbar beibehalten. Filialen bleiben bis mindestens Montag geschlossen.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande fordern vor dem Sondergipfel der Euro-Zone am Abend in Brüssel schnelle Vorschläge aus Athen – die Tsipras auch zusagt. Der neue Finanzminister Griechenlands Euklid Tsakalotos gibt ein wenig Hoffnung, dass doch noch eine Einigung erreicht werden könnte, die Menschen in Griechenland stehen weiterhin vor verschlossenen Banken. Die Entwicklungen des Tages zum Nachlesen.

+++ Insider: Manchen Banken droht die Schließung +++

Auch bei einer Einigung im Schuldenstreit könnte Insidern zufolge ein Umbruch für die angeschlagenen griechischen Banken anstehen. Mehrere große Institute müssten wohl geschlossen werden und mit stärkeren fusionieren, sagten mit den Überlegungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Einer der Insider sagte, am Ende könnten von den vier großen Geldhäusern National Bank of Greece, Eurobank, Piraeus und Alpha Bank noch zwei bestehen bleiben. Einem zweiten Insider zufolge sind zwar Fusionen von Banken notwendig. Ein Umbau der Branche könne aber über eine längere Zeit hinweg erfolgen.

+++ Keine Sonderbehandlung vom IWF +++

Griechenland muss seine Schulden nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) umstrukturieren. Eine Umschuldung müsse Teil eines Plans zur Rettung der griechischen Finanzen sein, bekräftigte IWF-Chefin Christine Lagarde am Mittwoch in Washington. Zu diesem Schritt habe der Fonds - zusammen mit der Forderung nach Reformen - stets geraten, und an dieser Ansicht habe sich auch nichts geändert. Das Land stecke in einer „akuten Krise“, sagte Lagarde in ihrer Rede vor dem Institut Brookings. „Der IWF bleibt der Suche nach einer Lösung, um in Griechenland Stabilität und ein tragfähiges Schuldenniveau wiederherzustellen, voll verpflichtet.“

+++ Griechische Banken bleiben mindestens bis Montag geschlossen +++

Die griechischen Banken bleiben mindestens bis einschließlich Montag geschlossen. Den entsprechenden Ministerialerlass habe Vize-Finanzministerin Nadja Valavani am Mittwoch unterzeichnet, berichtete das Staatsradio (ERT). Auch bleibe das Maximum für Geld-Abhebungen bei 60 Euro pro Tag bestehen.


+++ Lammert rügt „hochmütigen Unterton“ der griechischen Regierung +++

Parlamentspräsident Norbert Lammert (CDU) kritisert Auftreten der Athener Regierung nach dem jüngsten Referendum. Es falle ihm „nicht ganz leicht, den hochmütigen Unterton“ der Verantwortlichen zu ignorieren, sagte er der Deutschen Welle in Berlin. Die griechische Regierung halte ihren Kurs durch das mehrheitliche Nein zu den Sparauflagen der Gläubiger für besonders legitimiert und trete entsprechend selbstbewusst gegenüber den europäischen Institutionen auf. Doch auch die Parlamente der 18 anderen Euro-Staaten seien demokratisch gewählt und mit Mitspracherechten ausgestattet. „Und die Erwartungen der dortigen Bevölkerung an den Umgang mit den Regeln der europäischen Haushaltspolitik und des Euro-Regimes sind erkennbar völlig andere als die in Griechenland“, sagte Lammert.

+++ EZB-Ratsmitglied warnt vor Abschreibung griechischer Schulden +++

Das lettische EZB-Ratsmitglied Ilmars Rimsevic hat davor gewarnt, griechische Schulden abzuschreiben. Dies wäre der „Anfang vom Ende“ für die Euro-Zone, sagt er und empfiehlt, vor Diskussionen über einen Grexit noch eine Woche zu warten. Gleichzeitig stellt er fest, dass es Athen mit jedem neuen Vorschlag schwer haben, an Glaubwürdigkeit zu gewinnen.


+++ EZB verlängert offenbar Nothilfen für griechischen Banken +++

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält die Notfallhilfe für griechische Banken weiterhin unverändert aufrecht. Dies verlautete am Mittwochabend aus Bankenkreisen nach einer Sitzung des EZB-Rats in Frankfurt am Main. Damit lägen die Kredite weiter bei knapp 90 Milliarden Euro. Dieser Finanzrahmen soll allerdings fast ausgeschöpft sein. Erst am kommenden Montag solle das Kreditvolumen wieder überprüft werden.

+++ US-Finanzminister fordert Europäer zur Einigung auf +++

US-Finanzminister Jacob Lew hat die Eurozone aufgerufen, Griechenland mit einem Deal einen „nachhaltigen“ Weg zu Wachstum und Schuldentragfähigkeit zu ermöglichen. Ohne Aussicht auf Umschuldung werde Ministerpräsident Tsipras die geforderten Reformen in seinem Land nicht durchsetzen können. Ansteckungsgefahren durch die Krise für das weltweite Wirtschafts- und Finanzsystem sieht er kaum. Die Lage sei verglichen mit den Jahren 2010 bis 2012 „sehr anders“, sagte Lew bei einer Veranstaltung am Washingtoner Politikinstitut Brookings.

+++ EU prüft Hilfsantrag aus Griechenland +++

Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem hat nach dpa-Informationen die EU-Kommission und die Europäische Zentralbank (EZB) damit beauftragt, den griechischen Antrag auf neue Rettungsgelder zu überprüfen. Die Institutionen werden nun die finanzielle Lage des akut pleitebedrohten Landes untersuchen. Nach Angaben von Luxemburgs Finanzminister Gramegna sei der Antrag jedoch bei den Schlüsselfragen Steuer- und Rentenreform „vage“.


+++ Gegenbewegung: Top-Ökonomen fordern Grexit +++

Der Kronberger Kreis, wissenschaftlicher Beirat der Stiftung Marktwirtschaft, hat sich für einen einen Austritt Griechenlands aus der Währungsunion ausgesprochen. Dem Kreis gehören unter anderem auch die zwei Wirtschaftsweisen, Lars P. Feld und Volker Wieland, an. Ein Austritt Griechenlands gefährde weder den Euro, noch Europa; ein „Nachgeben gegenüber der griechischen Forderung nach neuen Krediten oder einem Schuldenerlass ohne Bedingungen“ dagegen umso mehr, teilte das Gremium in Frankfurt am Main mit. „Mit dem Austritt Griechenlands scheitert weder der Euro noch Europa.“

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  • "Wo war Russland denn aggressiv?"
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    Er ist der Chef der zweitgrößten russischen Bank, zu 60 Prozent in Staatsbesitz: Andrej Kostin streitet jegliche Einflussnahme Wladimir Putins auf sein Geschäft ab. Und wettert gegen die Sanktionen.
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    Kostin: Ich bin in ständigem Kontakt mit meinen Kollegen in Deutschland, Frankreich, Italien, auch in Amerika. Ich bekomme nie Feindseligkeiten zu spüren. Unser Verhältnis hat sich nicht geändert. Die Spannungen spielen eher politisch und medial eine Rolle, nicht in den Geschäftsbeziehungen. Und selbst viele amerikanische Banker teilen unsere Meinung, dass die Sanktionen gegen Russland abgeschafft werden sollten.
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    Kostin: Der Ursprung war, dass ein völlig demokratisch gewählter Präsident auf verfassungswidrige Art und Weise gestürzt wurde. Das führte zu einer antirussischen Bewegung. Die Menschen auf der Krim sind mehrheitlich Russen und fühlten sich bedroht. Und die große Mehrheit dort unterstützt bis heute den Anschluss an Russland. Warum nimmt Europa das zum Anlass, unsere Wirtschaftsbeziehungen zu zerstören? Wenn wir eine Lösung des Konflikts erreichen wollen, sollte man verhandeln, wie es in Minsk getan wurde.
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    Kostin: Der Ursprung war, dass ein völlig demokratisch gewählter Präsident auf verfassungswidrige Art und Weise gestürzt wurde. Das führte zu einer antirussischen Bewegung. Die Menschen auf der Krim sind mehrheitlich Russen und fühlten sich bedroht. Und die große Mehrheit dort unterstützt bis heute den Anschluss an Russland. Warum nimmt Europa das zum Anlass, unsere Wirtschaftsbeziehungen zu zerstören? Wenn wir eine Lösung des Konflikts erreichen wollen, sollte man verhandeln, wie es in Minsk getan wurde.

  • Jetzt unterschreibt man alles und bekommt Geld.
    Dann hält man sich an nichts, hat das Geld, und hat Zeit gewonnen.
    Bis zur Wiederholung.
    Und bekommt wieder Geld.

  • Money for nothing
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    Tsipras: Reformen - weiche von mir, Satan!
    Wir haben doch schon viele "Reformen" angekündigt, welche wir natürlich nie realisiert haben.
    Unsere Devise lautet: Wir versprechen alles und halten nichts!
    Am Sonntag haben wir ein Referendum abgehalten und 61% der Griechen haben sich gegen die Forderungen der "Troika" entschieden. Wir wollen nicht sparen.
    Wir fragen immer nur: "Wo bleibt das Geld?"

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