++ Liveblog zur Griechenland-Krise ++
Schäuble bringt „Grexit auf Zeit“ ins Spiel

Skepsis gegenüber Athen: Der Sondergipfel der Euro-Finanzminister zu Griechenland läuft. Eine Entscheidung rückt näher. Finanzminister Schäuble schlägt indes einen „Grexit auf Zeit“ vor. Die Ereignisse im Liveblog.
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Das griechische Parlament hat die Sparvorschläge von Premier Alexis Tsipras gebilligt. Die Bevölkerung protestiert, hatte sie einen Großteil der Maßnahmen doch bei einem Referendum vor einer Woche mehrheitlich abgelehnt. In Brüssel stößt das jüngste Spar- und Reformpaket Griechenlands bei den Euro-Finanzministern auf Skepsis. Ob es neue finanzielle Unterstützung für Athen in Höhe von rund 74 Milliarden Euro geben kann, bleibt Samstagabend noch offen. „Auf dem Papier sind die Vorschläge nicht gut genug“, sagte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem vor einer Krisensitzung in Brüssel. Schäuble verlangt indes entweder rasche Nachbesserungen oder eine mindestens fünfjährige „Auszeit“ Griechenlands aus der Eurozone.

+++ Gabriel soll über „Grexit auf Zeit“ informiert sein +++
Der Vorschlag aus dem Bundesfinanzministerium, Griechenland fünf Jahre „Auszeit“ vom Euro zu geben, soll nach Informationen des „Spiegels“ ein offizieller deutscher Vorschlag für die Euro-Gruppe sein. Demnach sind das Bundeskanzleramt sowie Vize-Kanzler Sigmar Gabriel eingeweiht. Das Papier, über das die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ zuerst berichtet hatte, ist den Informationen zufolge den Euroländern vorgelegt worden

+++ Geldgeber fordern verbindlichere Zusagen von Athen +++
Die Euro-Finanzminister wollen von Griechenland „spezifischere und verbindlichere Zusagen“, dass es seine Reformversprechen auch einhält. Bei dem Treffen in Brüssel am Samstag herrsche das Gefühl vor, dass die griechischen Vorschläge zu spät gekommen seien und nicht ausreichten, sagte ein EU-Diplomat der Nachrichtenagentur AP. Deshalb müsse die Regierung mehr Zusicherungen geben, dass sie ihre Versprechen auch umsetzen werde. Dazu gehören unter anderem eine Reihe von Steuererhöhungen und eine Rentenreform.

+++ Kapitalkontrollen noch mindestens zwei Monate +++
Nach Angaben von Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis bleiben die Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland noch mindestens zwei Monate inkraft. Im Falle einer Einigung mit den Euro-Partnern könnten die Banken zwar kommende Wochen wieder öffnen. Die Beschränkungen bei der Bargeld-Abhebung und Überweisungen ins Ausland blieben aber bestehen, sagt Stathakis im griechischen Fernsehsender Mega TV.

+++ Griechischer Minister spricht über Regierungsumbildung +++
Der griechische Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis deutet eine baldige Regierungsumbildung an. Es mache Sinn, wenn einige Minister ersetzt würden. Zudem sollten die Syriza-Abgeordneten ihr Mandat abgeben, die im Parlament gegen die Reformvorschläge der Regierung gestimmt hätten. Der Energieminister und der stellvertretende Arbeitsminister enthielten sich bei der Abstimmung im Parlament. Stathakis kündigt zudem an, dass die Beschränkungen im Bankensystem "für einige Zeit" bestehen bleiben.

+++ SPD spricht sich gegen „Grexit auf Zeit“ aus +++
In der SPD sorgen Berichte über ein Papier aus dem Bundesfinanzministerium für Aufregung, das als einen möglichen Weg einen fünfjährigen Ausstieg Griechenlands aus dem Euro vorschlägt. Der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD), retweetete eine Äußerung des SPD-Finanzexperten Carsten Schneider. Dieser hatte getwittert, der Vorschlag sei nicht seriös, sondern eine Gefahr für die Euro-Zone.

+++ IWF schlägt Verdopplung der Laufzeit der Hellas-Kredite vor +++
Eine Möglichkeit in den Überlegungen zu Griechenland ist nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF), die Laufzeiten der europäischen Kredite von 30 auf 60 Jahre zu verlängern. „Die Verdoppelung der Laufzeiten ist aber nur eine der Optionen, die der IWF genannt hat, um klar zu machen, was die Alternativen zu einem Schuldenschnitt sind“, sagte ein Vertreter der internationalen Institutionen IWF, Europäische Zentralbank und EU-Kommission

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