++ Liveblog zur Griechenland-Krise ++
Tsipras kündigt Reformvorschläge an

Banker und Ökonomen glauben an den Grexit. Dagegen stemmen sich die Verhandlungsführer in Brüssel. Tsipras hat ein neues Reformpaket angekündigt – Diese Woche muss alles entschieden werden. Die Ereignisse zum Nachlesen.
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Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande fordern vor dem Sondergipfel der Euro-Zone am Abend in Brüssel schnelle Vorschläge aus Athen – die Tsipras auch zusagt. Der neue Finanzminister Griechenlands Euklid Tsakalotos gibt ein wenig Hoffnung, dass doch noch eine Einigung erreicht werden könnte, die Menschen in Griechenland stehen weiterhin vor verschlossenen Banken. Die Entwicklungen des Tages zum Nachlesen.

+++ Tsipras kündigt Reformpaket an +++

Griechenlands Premier Alexis Tsipras hat wie von den Euro-Partnern verlangt ein Reformpaket angekündigt. „Die Vorschläge enthalten glaubwürdige Reformen, die sozial gerecht sind“, sagte Tsipras nach dem Euro-Sondergipfel in der Nacht zum Mittwoch in Brüssel. Im Gegenzug werde Griechenland Unterstützung bekommen, um seinen mittelfristigen Finanzbedarf zu decken.

Es sei auch ein Investitionspaket im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit vorgesehen sowie Gespräche über eine Umschuldung. „Das Ziel ist eine sozial gerechte und wirtschaftlich machbare Vereinbarung für Griechenland und für Europa“, betonte der Premier.

+++ Hollande: Entscheidung fällt Ende der Woche +++

Frankreichs Staatspräsident Hollande äußerte sich auf seiner laufenden PK: "Wenn es Sonntag keine Einigung gibt, kommt eine andere Option zum Zuge. Das ist nicht das, was wir wollen, aber wir müssen diese Option ins Auge fassen." Die Geduld der Euro-Länder scheint äußerst strapaziert zu sein. Hollande sagte: "Es gibt nur zwei Optionen, im Euro sein oder draußen, Ende der Woche wird die Entscheidung getroffen." Und weiter: "Es ist nicht so, dass ein Land, das sich nicht an die Regeln hält, ewig in derselben Währungszone bleiben kann." Die Euro-Länder scheinen das Thema auch endlich abschließen zu wollen: "Kurzfristige Finanzierung gibt es nur im Rahmen eines mittelfristigen Programms, alles andere hätte keinen Sinn, sollen wir uns in drei Monaten mit denselben Problemen wiederfinden?"

+++ Telefonkonferenz Mittwoch, Beratungen Samstag +++

Die Finanzminister der Euro-Zone wollen EU-Vertretern zufolge am Samstag über die griechischen Reformvorschläge beraten, die bis dahin vorliegen sollen. Bereits für Mittwochmorgen ist eine Telefonkonferenz der Minister angesetzt.

+++ Juncker: Wir haben ein 'Grexit'-Szenario +++

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker kündigt an: "Wir haben ein detailliertes 'Grexit'-Szenario." Griechenland müsse bis Freitagmorgen 8.30 Uhr liefern, davon hänge das weitere Engagement der EZB ab.

+++ Merkel will Griechenlands Reformpläne bis Donnerstag +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet von Griechenland konkrete Reformpläne bis Donnerstag, um Verhandlungen über ein drittes Hilfsprogramm zu beginnen. Eine kurzfristige Brückenfinanzierung habe in den Gesprächen der Staats- und Regierungschefs der Eurozone keine große Rolle gespielt, sagt sie.

Kommentare zu " ++ Liveblog zur Griechenland-Krise ++: Tsipras kündigt Reformvorschläge an"

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  • Primärüberschuss oder wie die sparsamen Hausfrau sagen würde: ich gebe nur das aus, was ich einnehme. Darum geht es in Griechenland die ganze Zeit; es wird einfach ca 10% mehr ausgegeben als eingenommen. Hätte man 2010 einen 100% Schuldenschnitt gemacht, hätten die Ende 2011 schon wieder gegen die Maastricht-Kriterien verstoßen. Und Investitionen: nachdem die überbordende griechische Verwaltung es bis heute nicht hingekriegt hat, die EU-Richtlinien in nationale Vorschriften zu übersetzen und ein Katasteramt anzulegen, kann man in Griechenland z.B. nicht rechtssicher in Erneuerbare Energien investieren. Obwohl ja genau dafür - so hieß es doch offiziell - seit 2010 Zeit verschafft worden ist.

  • Anstatt, dass die Politiker und Brüssel - man ist gewillt, den Begriff "Laienschauspieler" zu verwenden - einen geordneten Grexit organisieren, wird immer noch rumgelabert. Die Politiker behaupten zwar, sie nämen das Referendum der Griechen ernst, sagen aber, die Griechen hätten ja gar nicht gewußt, für oder gegen was sie da abstimmen. Dass das nicht stimmt, wissen sie genau - warum also wollen sie der Wahrheit nicht ins Gesicht sehen? Die Griechen haben keine Lust auf die Spielregeln in Euroland; sie machen nur solange mit, solange es Manna vom Himmel regnet. Das sieht man doch seit 2010, seit dem 1. Hilfspaket. Und das haben sie mit dem Referendum wieder ganz klar übermittelt. Wenn die deutschen Politiker einem 3. Hilfspaket (= Geld, das genauso ereignislos weg wäre, wie das andere) zustimmen würden, brauchen sie zur nächsten Wahl gar nicht mehr antreten. Hätten sich die Politiker 2010 an die Spielregeln gehalten, hätten wir das Problem nicht immer noch. Also - nach dem Motto "there is no free lunch" - bitte sofort einen geordneten Grexit organisieren. Dann können die Griechen endlich frei die Politik machen, auf die sie Lust haben.

  • Ich merke schon, irgendwie haben viele hier im Forum offensichtlich die drei wesentlichsten Argumente für die vehementen Versuche, Griechenland im Euro zu halten noch nicht ganz verifiziert:
    1. Die USA oder auch NATO braucht dringend die Basen in Griechenland.
    2. Die Gefahr, dass nach einem GREXIT Griechenland in der EU "falsch" abstimmt.
    3. Dass Deutschland mit einem Schlag ca 130 Mrd.im BundesHaushalt unterbringen müsste.
    (90 Bürgschaften, ELA Kredite und negative TARGET2 Salden)

    Übrigens sind meine Gründe der "Wertigkeit" nach sortiert.

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