++ Liveblog zur Griechenland-Krise ++
Warten ohne Ende

Die Staats- und Regierungschefs verhandeln in großer, dann in kleiner Runde. Das Hoffen auf einen guten Ausgang zieht sich in den Morgen: Laut Laut Tusk liege ein „Kompromissvorschlag“ vor. Die Ereignisse im Liveblog.
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Die griechische Regierung hat den anderen Euro-Staaten ihre Reformvorschläge unterbreitet und will so die Geldgeber von weiteren Milliardenkrediten überzeugen. Bei langen Beratungen der Finanzminister stießen die Pläne aber auf Skepsis. Weitere Gespräche der Minister sowie der Staats- und Regierungschefs geben sich die Klinke in die Hand. Doch eine Lösung bleibt bisher aus.

+++ Laut Tusk liegt ein Kompromissvorschlag vor +++

Der Sondergipfel der Eurozone zu Griechenland ist nach mehr als vierstündiger Unterbrechung am Montagmorgen fortgesetzt worden. "Es geht wieder los", schrieb der maltesische Regierungschef Joseph Muscat im Kurznachrichtendienst Twitter. Ein Sprecher von EU-Ratspräsident Donald Tusk hatte kurz zuvor die Wiederaufnahme der Gespräche in der großen Runde angekündigt und mitgeteilt, es liege ein "Kompromissvorschlag" vor

+++ Hellas-Treuhandfonds statt „Grexit auf Zeit“ +++

Die von der Bundesregierung ins Spiel gebrachte Option eines „Grexit auf Zeit“ soll laut mehreren EU-Vertretern beim Euro-Gipfel fallen gelassen werden, wenn die griechische Regierung der Idee eines Treuhandfonds zustimmt.

+++ EFSM mögliche Brückenfinanzierung für Athen +++

Mittel aus dem Europäischen Finanzstabilisierungsmechanismus (EFSM) könnten einem EU-Vertreter zufolge als kurzfristige Brückenfinanzierung für Griechenland dienen. In dem 2010 aufgelegten Fonds seien noch 13 Milliarden Euro vorhanden. Notwendig für die Aktivierung sei eine qualifizierte Mehrheit der EU-Finanzminister. Als weitere Möglichkeit nennt der EU-Vertreter die Überweisung von Gewinnen aus EZB-Geschäften mit griechischen Anleihen (SMP-Programm).

+++ Merkel, Hollande und Tusk beraten erneut mit Tsipras +++

Nach der erneuten Unterbrechung im Kreis der 19 Euro-Regierungschefs beraten jetzt Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Francois Hollande, EU-Ratspräsident Donald Tusk zum zweiten Mal in dieser Nacht mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras.

+++ US-Aktien-Futures wegen Hellas-Hängepartie niedriger +++

Die Indikatoren, die den Stand der großen US-Aktienindizes außerhalb der regulären Handelszeiten anzeigen, tendieren 0,5 Prozent niedriger. Grund ist Händlern zufolge, dass noch keine Einigung in Brüssel erzielt wurde. US-Staatsanleihen tendieren indes fester.

++ EZB-Nothilfen sind Knackpunkt bei Brüsseler Griechenland-Verhandlungen +++

Die Griechenland-Verhandlungen der Staats- und Regierungschefs der Eurogruppe scheinen sich noch weitere Stunden hinzuziehen. Die zähen und stundenlangen Gespräche hingen in der Nacht zum Montag an mehreren Punkten fest, weshalb ein Beschluss bei weitem noch nicht in Reichweite ist, wie aus Verhandlungskreisen verlautete. Die größte Differenz gebe es in der Frage danach, wann die Europäische Zentralbank ihre Nothilfen zur Unterstützung der griechischen Banken erhöhen könnte.

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras möchte nach Angaben von Diplomaten eine Einigung erreichen, die die EZB-Hilfen bereits ab Montag ermöglicht. Demnach wollen die europäischen Gläubiger damit lieber warten, bis das griechische Parlament mehrere Sparmaßnahmen billigt.

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  • Ich möchte kein Wortgesäusel, keine Nebelkerzen mehr von der Presse hören, sondern Klartext: Bei fast 100% Staatsverschuldung in Europa von Austeritätspolitik zu sprechen ist eine Verdummung des Wahlvolks. Griechenland setzt Europa die Pistole auf die Brust und fordert Klarheit: Transferunion oder Stabilitätsunion? Es geht nicht um Griechenland, es geht ums Prinzip. Bislang sind die Politiker um diese Gretchenfrage mit vielen überfaulen Kompromissen herumgeschlichen. Wenn sich EU-Kommission (ein Treppenwitz der Geschichte: die Hüterin der Verträge - seit Juncker dran ist, werden die Verträge noch mehr mißachtet als vorher schon), Italien, Frankreich und Österreich zu gunsten von Griechenland durchsetzen, dann werden sich die Briten, die Nord- und die Ostländer, die alle an die Stabilitätsunion geglaubt haben, zu Recht aus Europa verabschieden, und dann ist Europa zerbrochen. Der Transfer-Union-Rest bekommt linke Regierungen, die alle den Trick der Griechen nachahmen werden. Bravo, Frau Merkel, ist das wirklich Ihr Ziel? Sollte es wirklich zur Transfer-Union kommen, sollte m.E. Herr Schäuble aus Protest sofort von seinem Amt zurücktreten, wie schon einige vor ihm.

  • Merkel lobt die Einigung welche weitere 82 MRD kostet, falls das stimmt. denn, es waren 86, ja gar über 100 MRD im Gespräch. wenn unsere Politiker mal von was ausgehen, gell? dieses 3. Hilfsprogramm ist eine weitere Konkursverschleppung wo das Geld max. bis Oktober November reichen wird. mehr braucht es ja auch nicht, weil da mit dem weltweiten zusammenbruch des Finanzsystems Global gerechnet wird.
    wie gut das die FDP die Gesetze zur zwangsenteignung hat schreiben lassen, 1 bargeldverbot kommt, und der IWF wollte 1 neue Weltwährung bringen. alles deutet auf den guten Weg den Schäuble immer meint hin, um uns in die neue Welt zu führen, gell?

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