+++ Liveblog zur Ukraine-Krise +++
Putin und Poroschenko um Entspannung bemüht

Moskau drängt auf Verhandlungen über den Status der Ostukraine. Der deutsche Außenminister verlangt, Russland müsse seine Kämpfer abziehen. Im Schwarzen Meer werden Schiffe in Stellung gebracht. Die Ereignisse des Tages.
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+++ Putin und Poroschenko um Deeskalation bemüht +++

Kremlchef Wladimir Putin und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko haben sich bei ihrem zweiten Telefonat innerhalb von 24 Stunden um eine Entspannung der Lage im Konfliktgebiet bemüht. Putin habe betont, dass Russland zur Unterstützung einer Friedensregelung in der Ostukraine bereit sei, teilte der Kreml in Moskau am Dienstag mit. Das ukrainische Präsidialamt bestätigte das Gespräch. Die Staatschefs hätten die Notwendigkeit unterstrichen, die am vergangenen Freitag vereinbarte Feuerpause beizubehalten. Die EU hatte Putin am Montag mit neuen Sanktionen gedroht, sollte Russland im Ukraine-Konflikt nicht mehr zur Entspannung beitragen.

+++ Russland hält eigene Übung im Schwarzen Meer ab +++
Nach scharfer russischer Kritik an einem Manöver von Ukraine und USA im Schwarzen Meer hat Moskau in der Region nun selbst eine Übung begonnen. 15 Kriegsschiffe der Schwarzmeerflotte und 10 Flugzeuge trainierten das Raketenschießen auf Seeziele, wie das Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte. Das Manöver der Flotte, die auf der Halbinsel Krim stationiert ist, sei seit längerem geplant gewesen, sagte ein Armeesprecher. Die Ukraine und USA hatten am Montag mit einer dreitägigen Übung begonnen.

+++ Steinmeier: Russland muss seine Kämpfer abziehen +++

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier fordert die Führung in Moskau auf, russische Kämpfer und Waffen aus der Ukraine abzuziehen. Russland müsse seinen Beitrag zur Umsetzung des Waffenstillstands-Abkommens leisten. "Dazu gehört dann auch, dass es Verabredungen zwischen der Ukraine und Russland geben muss, dass das, was an russischen Kämpfern und Waffen noch auf ukrainischem Gebiet ist, zurückgezogen werden muss", betonte er. Die internationale Staatengemeinschaft werde dies sorgfältig im Auge behalten.

+++Rutte kündigt weitere Ermittlungen zu MH 17 an+++

Nach der Veröffentlichung des Untersuchungsberichts zum Absturz von Flug MH 17 über der Ostukraine hat der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte weitere Ermittlungen versprochen. Der Leiter eines Ermittlerteams werde am Mittwoch in die Ukraine reisen und andere Experten seien ebenfalls für eine Rückkehr bereit, sobald es dafür sicher genug sei. „Es liegt noch ein langer Weg vor uns“, sagte Rutte. „Wir schulden es den Angehörigen, dass wir unser Möglichstes tun, um menschliche Überreste und persönliche Habe sicherstellen, um Klarheit darüber zu schaffen, was passierte, und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.“

+++ Poroschenko entlässt nach Niederlage Chef der Militäraufklärung +++

Nach Niederlagen der ukrainischen Regierungstruppen im Kampf gegen die Separatisten im Osten hat Präsident Petro Poroschenko den Chef der Militäraufklärung, Generaloberst Sergej Gmysa, entlassen. Das teilte die Präsidialkanzlei mit. Gmysa war von Poroschenkos umstrittenem Vorgänger Viktor Janukowitsch im August 2010 ernannt worden. Die prorussischen Aufständischen hatten am ukrainischen Unabhängigkeitstag am 24. August 2014 die Armee mit einer Offensive überrascht.

+++Russland will Status der Ostukraine klären+++

Die russische Regierung dringt auf baldige Gespräche über die Zukunft der Region. Die am vergangenen Freitag in Weißrussland erzielte Vereinbarung sehe vor, dass über den „Status des Südostens der Ukraine“ verhandelt werde, sagte Außenminister Sergej Lawrow. „Wir hoffen, dass diese Verhandlungen bald beginnen“, fügte er hinzu. Die zwischen der ukrainischen Regierung und den prorussischen Separatisten im Beisein von Vertretern Russlands und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) geschlossene Vereinbarung sieht einen „Sonderstatus“ für derzeit von den Aufständischen kontrollierte Regionen vor. Zudem wurde vereinbart, dass in den Regionen Donezk und Lugansk Wahlen stattfinden sollen.

Kommentare zu " +++ Liveblog zur Ukraine-Krise +++: Putin und Poroschenko um Entspannung bemüht"

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  • Glauben Sie den Schwachsinn von einem begrenzten konventionellen Krieg USA gegen Rußland wirklich...?
    Am Ende fliegen eben die Atom-Bomben...
    Und können Sie mir sagen, warum die Ukraine hier an dem Flotten-Manöver teilnimmt? Als NATO . Mitgleid ?
    Die Ukraine bekommt ja das Diesel für die Schiffe vom Ami bezahlt, weil die Ukraine sowas von pleite ist...

    Wenn Sie Politiker wären, würden Sie riskieren daß Mrd. Menschen sterben, nur um festzstellen wer stärker ist oder wer Recht hat...
    Und um was ging es nochmal bei dem ganzen Konflikt...? Hab´s beinahe vergessen...? Ach ja, Chrustschow und sein Wodka Geschenk an die Ukraine, das Rußland wieder zurücknimmt, dem Flugzeug- Absturz MH 17 ...und waren da nicht die 5 Mrd. die USA bereits in der Ukraine in weiser voraussicht investiert hat, dass sich die Ukraine dem Westen anschließt...?
    Wenn es mehr Leute Ihrer Denkrichtung gebe, wäre die Menschheit bereits ausgerottet...
    Schönen Abend noch..

  • Na immerhin wissen wir jetzt, warum die Amis und die Ukraine-Faschos so ein Theater um die Flugrekorder gemacht haben, als die Rebellen diese geborgen hatten. Denen ist der Arsch gegangen.

    Danke also an alle die, die sich an der Hexenjagd beteiligt haben, vorverurteilt haben, Pinoccio aus Washington auf den Leim gegangen sind. Ihr könnt Euch freuen Euren Anteil an Strafvereitelung geleistet zu haben. Brave Untertanen. Fein gemacht. Sitz. Applause!!!

  • Russland muss sofort aufrüsten und damit die USA drohen.

    Erst wenn in den USA erkannt wird, dass sich der Krieg mit Russland nicht lohnt und die US-Kriegstreiber der Rüstungsindustrie im Ernstfall pulverisiert werden, wird die Vernunft wieder einkehren.

    Von Zeit zu Zeit ist ein atomarer Rüstungswettlauf unumgänglich um den Gegner zu zügeln. Anders können wir den Frieden nicht sichern.

    Es ist immer das Gleiche, wenige Größenwahnsinnige machen die Weltbevölkerung verrückt.

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