+++ Liveblog zur Ukraine-Krise +++
Ukraine meldet Angriff auf russischen Militärkonvoi

Die ukrainische Armee soll eine russische Fahrzeugkolonne angegriffen haben. Die meisten der Fahrzeuge seien zerstört – doch Russland dementiert hart. Die Finanzmärkte reagieren entsetzt. Die Ereignisse im Liveblog.
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+++ Russland dementiert Truppenverlust +++

Russland bestreitet angebliche Gefechte seiner Einheiten in der Ukraine. „Eine russische Militärkolonne, die die Grenze zur Ukraine überquert haben soll, existiert nicht“, sagte Generalmajor Igor Konaschenkow am Freitag der Agentur Interfax zufolge in Moskau. „Weder am Tag, noch in der Nacht“ sei ein solcher Konvoi auf ausländisches Gebiet gefahren. „Aber es ist immer noch besser, die ukrainische Artillerie schießt auf ein Phantom und nicht auf Flüchtlinge oder die eigenen Soldaten“, sagte Konaschenkow. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte behauptet, die Armee habe in der Nacht eingedrungene russische Militärfahrzeuge zerstört.

+++ Ukrainischer Außenminister will russischen Kollegen in Berlin treffen +++

Der ukrainische Außenminister Pawlo Klimkin trifft nach eigenen Angaben am Sonntag in Berlin seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow. An dem Treffen würden auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und Frankreichs Außenminister Laurent Fabius teilnehmen, teilte Klimkin auf Twitter mit. „Ob eckiger oder runder Tisch, wir müssen reden“, schrieb er weiter.

+++ EU warnt Moskau vor militärischem Eingriff +++

Die EU-Außenminister warnen Moskau mit scharfen Worten vor einem militärischen Eingreifen. „Jegliche einseitigen militärischen Handlungen (...) unter jeglichem - auch humanitärem - Vorwand, wird die Europäische Union als unverhohlene Verletzung internationalen Rechts werten“, heißt es in der Abschlusserklärung zur Ukraine, die die Minister am Freitag in Brüssel verabschiedeten. Zugleich versicherten sie die Regierung in Kiew ihrer Unterstützung und beharrten auf der Einheit des Landes.

+++ Ukrainer melden Angriff auf Russen +++

Ukrainische Truppen haben nach Militärangaben eine russische Fahrzeugkolonne auf ukrainischem Boden angegriffen. Die meisten der Fahrzeuge seien zerstört worden. Das teilte das Büro des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko mit. Zuvor hatte die Armee mitgeteilt, dass eine russische Militärkolonne die Grenze überquert habe. Die Führung in Kiew zeigte keine Bilder des angeblichen Kampfs. Der ukrainische Sicherheitsrat teilte mit, die Fahrzeuge hätten zu einem Militärkonvoi aus 23 Fahrzeugen gehört, der unerlaubt die Grenze überquert habe.

+++ Bislang keine Reaktion aus Moskau +++

Aus Russland gab es zunächst keine Reaktion. Das Außenministerium in Moskau teilte lediglich sein „tiefes Bedauern“ darüber mit, dass sich eine russische Hilfslieferung durch eine „Intensivierung militärischer Aktionen“ weiter verzögere.

+++ Börse knickt ein +++

Die Nachricht vom Angriff auf russische Fahrzeuge versetzt die Finanzmärkte in Aufregung: Am Aktienmarkt büßt der Dax alle Kursgewinne ein und fällt vom Tageshoch um 250 Punkte. Am Ende des Handelstages schließt der Index mit einem Minus von 1,7 Prozent auf 9070 Punkte.

+++ Nato geht von Grenzverletzung aus +++

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat Medienberichte über eine Verletzung der ukrainischen Grenze durch Russland bestätigt. „In der vergangenen Nacht haben wir einen russischen Einfall erlebt, eine Überschreitung der ukrainischen Grenze“, sagte Rasmussen nach Nato-Angaben in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen vor Journalisten. Ein Sprecher der ukrainischen Streitkräfte sagte, dies passiere praktisch jede Nacht, um die Ukraine zu provozieren. „Die vergangene Nacht war da keine Ausnahme“, sagte der Sprecher. „Einige gepanzerte Fahrzeuge sind rübergekommen.“ „Dies bestätigt nur die Tatsache, dass wir einen dauernden Fluss von Waffen und Kämpfern aus Russland in die Ostukraine sehen“, erklärte Rasmussen. „Und es ist eine deutliche Demonstration der anhaltenden russischen Beteiligung an der Destabilisierung der Ostukraine.“

+++ Russland streitet Grenzübertretung ab +++

Der für die Grenzsicherung zuständige russische Inlandsgeheimdienst FSB hatte mitgeteilt, dass es sich bei dem Konvoi um eine normale Patrouille gehandelt habe. „Mobile Einheiten“ würden die Region nahe des Übergangs Donezk/Iswarino kontrollieren, da es dort wiederholt zu Granatenbeschuss von ukrainischem Territorium gekommen sei. Kein Konvoi sei über die Grenze gefahren, sagte ein namentlich nicht genannter FSB-Mitarbeiter der Staatsagentur Ria Nowosti.

+++ Bilder aus dem Krisengebiet +++

Kommentare zu " +++ Liveblog zur Ukraine-Krise +++: Ukraine meldet Angriff auf russischen Militärkonvoi"

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  • Das einzige womit Sie Recht haben Hr. Weißenfels, es steht wirklich unsere Sicherheit auf dem Spielfeld, und ja, es wird gezockt ohne Rücksicht auf Verluste! Denn „der/die Gewinner“ kriegen einiges. Und lassen wir uns erst mal eines klarstellen, Krim gehört nun mal zur Russland, den dieses Land war niemals Ukrainisch. Es wurde per Dekret von einem „beschlossen“ worden, als eine Art Gutmachung (siehe Geschichte). Und es wurde wie ein Freistaat (siehe Bayern) in der Ukraine angesehen, mit eigener Verwaltung und des gleichen. Nun zum Problem, die EUSA haben sich verzockt, sie dachten die Russen die da wohnen werden es schlucken, und auch Russland an sich, ist ja nur eine „Regionalmacht“ und deren Interessen sind unwichtig. Nun die Kiewer Regierung wurde ganz klar und deutlich von USA und EU (Konrad-Adenauer Stiftung) finanziert. Frage an Sie, wenn ein Land XY, Steinmeier und Merkel zur Machtergreifung „verhilft“ (notfalls mit Gewalt) was würden Sie über diese „Regierung“ sagen. Ist es die Regierung welcher Sie vertrauen würden? Denken Sie mal darüber nach, gegen viel Freizeit hilft suchen nach Shell-Schiefergas-Slawjansk, oder z.B. wer befehlt NATO.

  • @Maximilian Weißenfels
    “Ich kann nicht bestätigen, dass NetShadow durch Pöbelei aufgefallen wäre. Da stehen andere Foristen deutlich mehr unter Verdacht...“

    Ach, Der Herr NetShadow hat also nicht den Pöbler Herrn Serjo Anäri verteidigt und mich als den ursächlichen Pöbler ausgemacht, der an den Haaren herbei gezogen argumentiert und das ohne selbst Gegenargumente zu präsentieren?!

    Ich lege auch das unter eingeschränkter Sichtweise ab!

  • Für was wollen Sie Putin die Rote Karte zeigen?
    Für das Massaker am Maidan?
    Für den anschließenden Putsch?
    Für das daraus resultierende Referendum auf der Krim?
    Für den Abschuss von MH17?
    Dafür das er sich von Anfang an dafür einsetzte den Ost Ukraine Konflikt mit allen Beteiligten zu lösen?
    Es muss ihnen doch auch zu denken geben, dass man von dem Abschuss den man Russland (Putin) in die Schuhe schiebt - nichts mehr hört.
    Alles sehr seltsam, mit gesunden Menschenverstand betrachtet.

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