+++ Terror in Belgien +++: Belgien senkt die Alarmstufe

+++ Terror in Belgien +++
Belgien senkt die Alarmstufe

Die EU-Innenminister beraten über die Anschläge von Brüssel. Um das Versagen der Sicherheitsbehörden entbrennt Streit. In Belgien wird weiter nach dem vierten Attentäter vom Dienstag gefahndet. Der Tag im Newsblog.

Tag zwei nach den Anschlägen von Brüssel mit 31 Toten und mehr als 300 Verletzten: Die Ermittlungen in der EU-Hauptstadt laufen weiter auf Hochtouren. Drei der Attentäter sind identifiziert – zwei haben sich im Flughafen selbst in die Luft gesprengt, der dritte in der Metro. Nach einem vierten wird weiter gefahndet. Experten und Politiker fordern derweil eine engere Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden. Auch in Deutschland bricht eine hitzige Debatte los. Die Anschläge haben in Belgien derweil erste politische Konsequenzen. Der Tag im Newsblog.

+++ Belgien senkt die Alarmstufe +++
Belgien setzt die höchste Alarmstufe um einen Schritt herunter. Das teilen die belgischen Behörden mit.

+++ Papst kritisiert Rüstungsindustrie +++
Papst Franziskus wirft bei der rituellen Fußwaschung am Gründonnerstag Waffenherstellern vor, mitverantwortlich zu sein für die Angriffe in Brüssel.

+++ EU-Innenminister beraten auf Sondertreffen Lage nach Brüsseler Anschlägen +++
Zwei Tage nach den Anschlägen von Brüssel sind die EU-Innen- und Justizminister zu einem Sondertreffen in der belgischen Hauptstadt zusammengekommen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte in Brüssel, die Minister wollten Belgien ihre Anteilnahme bekunden, aber auch "Konsequenzen ziehen". Er verlangte insbesondere einen "besseren Informationsaustausch", um Terrorverdächtige in Europa aufzuspüren. Zudem müssten europäische Datenbanken im Reise-, Migrations- und Sicherheitsbereich verknüpft werden.

+++ Europa braucht „Signale“ +++
Europa müsse jetzt "von Worten zu Taten" kommen, sagte EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos. Er hoffe, dass das Treffen "den Weg zu mehr Zusammenarbeit ebnen" werde. "Es ist jetzt Zeit, dass alle umsetzen, was wir bereits entschieden haben." Die britische Innenministerin Theresa May sagte: "Unsere Botschaft ist klar: Die Terroristen werden nicht gewinnen." Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner sah in dem Treffen "ein starkes Signal, dass alle 28 Mitgliedstaaten im Kampf gegen Terrorismus zusammenstehen". Ihr zufolge wird voraussichtlich auch ein Vorschlag diskutiert, Eingangskontrollen an Flughafengebäuden einzurichten. Ihrer Einschätzung nach würde dies aber "nur zu einer Verlagerung der Schnittstelle zwischen dem öffentlichen Raum und der Sicherheitszone" führen.

+++ Minister halten Schweigeminute ab +++
Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union gedenken vor ihrem außerordentlichen Treffen den Opfern des Anschlags.

+++ Zwei belgische Minister wollen Posten räumen +++
Innenminister Jan Jambon und Justizminister Koen Geens haben ihre Ämter zur Verfügung gestellt. Das teilten ihre Büros der Nachrichtenagentur Belga am Donnerstag mit. Nach Berichten mehrerer belgischer Medien lehnte Premierminister Charles Michel die Rücktrittsgesuche ab. Warum die Politiker ihren Rückzug anboten, wurde zunächst nicht bekannt.

+++ Offenbar zweiter Attentäter in der Metro dabei +++
Am Terroranschlag in der Brüsseler Metrostation ist womöglich ein zweiter Attentäter beteiligt gewesen. Das berichteten belgische und französische Medien unter Berufung auf unbenannte Quellen. Es sei nicht klar, ob dieser bei dem Attentat ums Leben gekommen sei oder ob er auf der Flucht sei. Der Verdächtige sei in der Metro von Überwachungskameras gefilmt worden. Er habe eine große Tasche getragen und sei neben Khalid El Bakraoui gegangen, der von der Staatsanwaltschaft als Selbstmordattentäter identifiziert worden sei, hieß es. Der Bruder von El Bakraoui war als einer der beiden Selbstmordattentäter identifiziert worden, der am selben Tag am Flughafen einen Anschlag begangen hatte.

+++ Flugverkehr von und nach Brüssel wird länger eingeschränkt sein +++
Nach den Terroranschlägen wird der Flugverkehr von und nach Brüssel länger eingeschränkt sein als befürchtet. Am Frankfurter Flughafen bleiben die Sicherheitsmaßnahmen auch am Osterwochenende erhöht. Reisende müssen sich laut Bundespolizei auf verstärkte Kontrollen einstellen und mehr Zeit einplanen.

Die Lufthansa hat nach eigenen Angaben bis einschließlich Montag alle Verbindungen in die belgische Hauptstadt gestrichen. Rund 12.300 Reisende seien davon betroffen, erklärte die Fluggesellschaft. Die größte belgische Fluggesellschaft Brussels Airlines teilte am Donnerstag mit, dass sie innereuropäische Flüge bis mindestens Sonntag über die Flughäfen in Antwerpen und Lüttich abwickeln will. Die Billigfluglinie Ryanair wird nach eigenen Angaben bis einschließlich Dienstag alle angesetzten Flüge vom kleineren Brüsseler Alternativflughafen Charleroi abwickeln.

+++ CDU-Politiker: Berlin lässt sich nicht mit Brüssel vergleichen +++
Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) zufolge existieren in der Bundeshauptstadt keine von Islamisten geprägten Parallelgesellschaften wie etwa im Brüsseler Stadtteil Molenbeek. Es gebe zwar „bekannte Treffs und Moscheevereine, in denen die Szene zusammenkommt“, sagte Henkel am Donnerstag der Zeitung „Die Welt“ (Onlineausgabe). Doch „solche Islamistenhochburgen wie Molenbeek haben wir bei uns nicht“.

+++ Noch keine Erkenntnisse zu deutschen Todesopfern +++
Die Bundesregierung hat weiterhin keine gesicherten Erkenntnisse über deutsche Todesopfer. Nach allen bisher vorliegenden Informationen könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass auch Deutsche bei den Anschlägen ums Leben gekommen seien, heißt es aus dem Auswärtigen Amt am Donnerstag. Eine Sprecherin teilte mit, unter den Verletzten seien auch Bundesbürger, darunter mindestens ein Schwerverletzter.

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