++ Terror in Paris und die Folgen ++
Staatsanwalt: Terror-Drahtzieher wurde nicht verhaftet

Zwei Tote, fünf Verletzte, sieben Festnahmen – das ist die Bilanz eines Anti-Terror-Einsatzes in Saint-Denis. Geheimdienstinformationen zum Tod des Terrorplaners konnten nicht bestätigt werden. Der Tag im Newsblog.

Spezialkräfte sind in Paris gegen mutmaßliche Terroristen vorgegangen. Bei einer Razzia im Stadtteil Saint-Denis belagerten Einsatzkräfte eine Wohnung, in der sich mutmaßliche Terroristen verschanzt hatten. Bei dem Einsatz gab es Tote und Verletzte, eine Frau sprengte sich in die Luft. Mehrere Personen konnten festgenommen werden. Unterdessen wird in Berlin nach der Absage des Fußballländerspiels beraten, wie es um die Gefährdungslage in Deutschland steht. Die Ereignisse des Tages im Newsblog.

Das Wichtigste in der Übersicht:

  • Großeinsatz von Polizei und Militär im Pariser Stadtteil Saint-Denis, wo sich mutmaßliche Terroristen in einer Wohnung versteckt hielten.
  • Razzia endet nach mehreren Stunden am Mittwochmittag mit zwei Tote, fünf Verletzte, sieben Festnahmen.
  • Laut Washington Post soll der mutmaßliche Drahtzieher getötet worden sein. Diese Information konnte noch nicht verifiziert werden.

+++ „Bild“-Zeitung zitiert aus angeblichem Geheimpapier des Innenministeriums +++

Die Online-Ausgabe der „Bild“-Zeitung zitierte aus einem angeblichem Geheimpapier des Verfassungsschutzes für Innenminister de Maizière, das auf Informationen eines ausländischen Geheimdienstes basieren soll . Darin heißt es laut „Bild.de“: „Eine Gruppe von mehreren Angreifern plant das Fußballspiel zwischen Deutschland und Holland anzugreifen. Der Angriff wird mit mehreren Sprengsätzen innerhalb des Stadions erfolgen. Zudem soll eine Bombe in der Stadt Hannover detonieren.“ Weiter heiße es: „Die Sprengsätze werden in einem Rettungswagen ins Stadion geschmuggelt. Der Anführer der Gruppe wird im Stadion anwesend sein. Seine Aufgabe ist es, den Anschlag zu filmen. Nach Mitternacht ist ein weiterer Anschlag am Bahnhof Hannover geplant.“ Keine dieser Gerüchte konnte bislang bestätigt werden. Sprengstoffe wurde in Hannover nicht gefunden.

+++ Klima-Demos in Paris verboten +++

Die französische Regierung untersagt Kundgebungen anlässlich des UN-Klimagipfels in Paris. Die für den 29. November und 12. Dezember geplanten Demonstrationen dürften nicht stattfinden. Zu dem Treffen vom 30. November bis 11. Dezember werden Dutzende Staats- und Regierungschefs erwartet.

+++ Neuer Anschlag vereitelt +++

Paris ist womöglich einem weiteren Terroranschlag entgangen. Die während einer Anti-Terror-Aktion in Saint-Denis überwältigte Gruppe sei bereit gewesen zu Aktionen, sagte der für Terrorismus zuständige oberste Staatsanwalt François Molins am Mittwoch in Paris.

+++ Staatsanwaltschaft: Drahtzieher nicht festgenommen +++

Bei der Razzia im Pariser Vorort Saint-Denis sind nach Angaben der Pariser Staatsanwaltschaft acht Menschen festgenommen worden. Unter diesen befinde sich nicht der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge, Abdelhamid Abaaoud, heißt es. Bislang konnte die getöteten Verdächtigen jedoch nicht zweifelsfrei identifiziert werden.

+++ Washington Post: Mutmaßlicher Drahtzieher der Pariser Anschläge ist tot +++

Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge von Paris, Abdelhamid Abaaoud, ist einem Zeitungsbericht zufolge tot. Das berichtete die „Washington Post“ am Mittwoch unter Berufung auf Geheimdienstkreise.

+++ De Maizière sieht ernste Bedrohungslage +++

„Die Bedrohungslage in Deutschland und Europa ist ernst, wirklich ernst“, sagt Bundesinnenminister Thomas de Maiziere. Der islamistische Terrorismus wandele sich durch die Art der Anschläge wie auch durch seine Ziele. Das konzertierte Vorgehen und die verwendeten Waffen bei den Anschlägen von Paris deuteten auf gut ausgebildete Täter und eine hochkonspirative Planung hin.

+++ La Defense als Anschlagsziel? +++

Es ist weiterhin unklar, ob der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge von Paris, der Belgier Abdelhamid Abaaoud, bei der Razzia in Saint-Denis verhaftet werden konnte. Insgesamt konnten nach einem Schusswechsel in dem Pariser Vorort sieben Verdächtige festgenommen werden. Zwei Polizei-Insider sagten der Nachrichtenagentur Reuters, die Gruppe stehe im Verdacht, einen Anschlag auf das Geschäftsviertel La Defense geplant zu haben.


+++ 118 Hausdurchsuchungen, 34 Waffen beschlagnahmt +++

Frankreich Innenminister Bernard Cazeneuve teilt mit, die Polizei habe in der Nacht zum Mittwoch 118 Hausdurchsuchungen vorgenommen und 29 Personen inhaftiert. 34 Waffen seien dabei beschlagnahmt worden.

+++ Frankreich verdreifacht Schlagkraft gegen den IS +++

Der französische Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ ist auf dem Weg in sein Einsatzgebiet im östlichen Mittelmeer. Er habe den Hafen von Toulon verlassen, teilt das Verteidigungsministerium mit. Mit dem Schiff werde die militärische Schlagkraft Frankreichs im Kampf gegen den IS verdreifacht.

+++ Präsident Hollande äußert sich zu Anti-Terror-Aktion +++

Zwischen den am Mittwoch in Saint-Denis festgenommenen mutmaßlichen Terroristen und den Anschlägen vom Freitag in Paris gibt es nach Angaben von Frankreichs Präsident François Hollande eine Verbindung. Das sagte der Staatschef während einer Veranstaltung mit französischen Bürgermeistern.

+++ Innenminister bestätigt zwei Tote bei Polizeieinsatz +++
Bei dem Anti-Terror-Einsatz nördlich von Paris sind zwei Menschen getötet worden. Dies sagte Innenminister Bernard Cazeneuve am Mittwoch in Saint-Denis. Sieben Menschen seien festgenommen worden. Ein Reporter der Bild-Zeitung berichtet, die Spezialeinheiten hätten die Tür einer Kirche aufgebrochen und das Gotteshaus gestürmt.

+++ Einsatz beendet +++
Die französische Polizei teilt am frühen Mittag mit, dass der Großeinsatz in Saint-Denis beendet ist. Details nannte sie nicht. Zwischenzeitlich hieß es, die Spezialkräfte hätten die Wohnung gestürmt. Die Sicherung des Gebiets in der Innenstadt von Saint-Denis werde fortgesetzt, sagte ein Polizist. Insgesamt gab es bei dem Anti-Terror-Einsatz fünf Tage nach den Anschlägen von Paris sieben Festnahmen, drei davon in der Wohnung.

+++ Weiterer Anschlag angeblich im Geschäftsviertel La Defense geplant +++
Die Verdächtigen in der Wohnung im Pariser Vorort Saint-Denis haben einem Insider zufolge einen weiteren Anschlag in der französischen Hauptstadt geplant. Dieser sollte im Geschäftsviertel La Defense stattfinden, sagt eine mit den Ermittlungen vertraute Person.

+++ Maaßen: Wenn der IS Deutschland treffen kann, wird er es tun +++
Die Sicherheitslage in der Bundesrepublik ist nach Einschätzung von Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen ernst. „Wenn der IS uns treffen kann, wenn der IS Terroranschläge in Deutschland durchführen kann, wird er es tun. Das ist unsere große Sorge“, sagte Maaßen am Mittwoch im ARD-„Morgenmagazin“ mit Blick auf die Terrororganisation Islamischer Staat (IS). „Deutschland ist Feind des IS. So sieht der IS uns – genauso wie alle westlichen Staaten.“ Auf die Frage, ob nun alle Großveranstaltungen in Deutschland wegen Sicherheitsbedenken abgesagt werden müssten, sagte Maaßen, das würde er auf keinen Fall empfehlen. „Wir müssen in dieser Zeit (...) uns darüber im Klaren sein: Andere Staaten haben schon seit vielen, vielen Jahren Probleme mit terroristischen Bedrohungen.“

+++ Putin gründet Anti-Terror-Kommission +++
Russlands Präsident Wladimir Putin beruft eine Kommission ein, die den Kampf gegen die Finanzierung von Terrorismus koordinieren soll. Der Generalstaatsanwalt, die Zentralbank sowie regionale Behörden müssten alle verdächtigen Aktivitäten an die Kommission melden, heißt es in dem Dekret Putins. Am Wochenende hatten die G20-Staaten den verschärften Kampf gegen die Finanzierung von Terrorismus vereinbart.

+++ USA und Türkei wollen Kampf gegen IS in Syrien intensivieren +++
Die Türkei und die USA wollen in den kommenden Tagen mit verstärkten Anstrengungen den IS von der syrischen Grenze vertreiben. Das kündigt der türkische Außenminister Feridun Sinirlioglu an.

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Frankreichs Regierung tagt

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Bereits drei Festnahmen

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