100 000 Beamte in Spanien im Einsatz
Ferieninseln bleiben von Terror-Angst nicht verschont

Die spanische Polizei hat in den Trümmern der am Wochenende von den mutmaßlichen Tätern der Madrider Anschläge selbst gesprengten Wohnung eine sechste Leiche gefunden. Unterdessen hat die Furcht vor weiteren Anschlägen die Urlaubsinsel Mallorca erreicht.

HB PALMA/MADRID. Unter dem Eindruck der Drohungen des Netzwerks El Kaida seien die Sicherheitsmaßnahmen auf der Ferieninsel erheblich verschärft worden, berichtete am Dienstag die Lokalpresse. Vor allem der Flughafen Son Sant Joan und der Seehafen von Palma würden strenger kontrolliert. Polizisten mit Spürhunden durchsuchten dort Abfalleimer und Gepäck-Schließfächer auf verdächtige Gegenstände. Eine konkrete Bedrohung gebe es aber nicht. In Madrid bestätigten Gerichtsmediziner, dass bei dem kollektiven Selbstmord der mutmaßlichen Attentäter des 11. März ein sechster Terrorist ums Leben kam. Das ergaben die gefundenen Leichenteile.

In ganz Spanien seien derzeit 100 000 Polizisten und Soldaten zum Schutz strategischer Einrichtungen wie Flughäfen, Stromwerken oder Staudämmen im Einsatz, berichtete das Fernsehen. Es sei die bislang größte Aktion dieser Art in Friedenszeiten, schrieb die Presse. Auch die Kontrollen an den Grenzen der Nordafrika-Exklaven Ceuta und Melilla zu Marokko seien ausgeweitet worden. Ein Großteil der nach dem 11. März gefassten Verdächtigen stammt aus dem Nachbarland.

In Palma würden auch Koffer und Fahrzeuge gezielt überprüft, hieß es. Die Ausweiskontrollen seien ebenfalls intensiviert worden. Mit Blick auf die Osterferien, zu denen auch die Königsfamilie auf Mallorca erwartet wird, sollen wie jedes Jahr zusätzliche Polizisten auf die Insel geschickt werden. Hinweise auf islamische Extremisten auf Mallorca gebe es aber nicht, sagte ein Polizeisprecher. „Andernfalls wären sie schon festgenommen worden.“ Unter den zahlreichen Einwanderern würden aber Sympathisanten radikaler Gruppierungen vermutet. Dieser Personenkreis werde stärker kontrolliert.

Auch die Bewachung des US-Konsulats und der diplomatischen Vertretungen diverser europäischer Länder sowie der Bahn- und Busbahnhöfe und der Strom-, Gas- oder Wasserwerke sei verschärft worden. Bereits nach dem Bombenfund an der Bahnstrecke Madrid-Sevilla am vergangenen Freitag waren auch die Trassen auf Mallorca abgesucht worden. Verdächtige Gegenstände wurden aber nicht entdeckt.

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