Ende des Empire
Großbritanniens unnötiger Krieg

Der Erste Weltkrieg war eine Woche alt, da trat auch Großbritannien in die Kampfhandlungen ein. Viele Historiker sind der Meinung: Das war nicht nötig. Großbritannien gewann den Krieg, doch der Preis war hoch.
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LondonEs war ein sehr kurzes Telegramm. „War - Germany - Act!“ stand darauf. Es ging von der Regierung in der Downing Street in London an die Befehlsstrukturen der britischen Armee. Gut 20 Minuten nach 23.00 Uhr am Abend des 4. August 1914 war es in London abgeschickt worden. Von da an befand sich Großbritannien mitsamt seinem damaligen Weltreich im Krieg mit Deutschland. Einige Historiker sind heute, 100 Jahre nach Ausbruch des Krieges, der Ansicht, dass erst dieser Moment den europäischen Kontinentalkrieg zum Ersten Weltkrieg machte.

Der Kriegseintritt der Briten und die Motive der Regierung von Premierminister Herbert Henry Asquith waren umstritten. Nicht nur Politiker in Großbritannien waren der Ansicht, dass der nach der Ermordung des österreichischen Erbherzogs Franz Ferdinand ausgebrochene Krieg zwischen Österreich und dem Deutschen Reich auf der einen Seite sowie Frankreich und Russland auf der anderen, mit Großbritannien nichts zu tun habe. Großbritannien hatte jahrzehntelang die Haltung vertreten, sich nicht in Konflikte einzumischen, die nicht unmittelbar die Interessen des Königreichs oder des Empires betreffen. 

Downing Street hatte Berlin ein Ultimatum gestellt. Bis Mitternacht kontinentaleuropäischer Zeit sollte sich das Deutsche Reich erklären. Den Briten ging es offiziell vor allem um Belgien. Die Truppen des Deutschen Reiches hatten am Morgen die belgische Grenze auf dem Weg nach Frankreich überschritten. Großbritannien gehörte zu den Mächten, die Belgien 1839 immerwährende Neutralität garantiert hatten. Deutschland ließ das Ultimatum verstreichen. Als der Big Ben elf Uhr schlug, schloss Asquith die Parlamentsrunde in der Downing Street. Das Ergebnis war klar.

Wenig später ging das Telegramm an die Truppen auf den Draht. Doch Historikern sind sich einig, dass natürlich nicht Belgien das alleinige Motiv Großbritanniens für den risikoreichen Waffengang war. London wollte das Deutsche Reich auf seinem Weg zur Weltmacht stoppen. Und später nicht zuletzt auch seine eigenen Interessen, etwa im Nahen Osten, durchsetzen.

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Das Volk bezahlte einen hohen Preis

Kommentare zu " Ende des Empire: Großbritanniens unnötiger Krieg"

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  • Wäre das Vereinigte Königreich neutral geblieben, wäre WKI
    nicht zum Weltkrieg mutiert, sondern schnell vorbei gewesen.

    Das deutsche Kaiserreich mit der K&K Monarchie hätten diesen Krieg relativ schnell gewonnen und wären in Kontinentaleuropa der Hegomon geworden. England wäre bestimmende Seemacht geblieben, der angesächsische "liberale Imperialismus", wäre nicht durch die USA abgelöst worden.

    Für Europa waren die 100 Jahre nach 1914 verlorene Jahre
    in Sachen Dominanz auf diesem Globus.

    Heute ist Europa mtsamt seiner schwindenden demographischen Potenz nur noch eine Randnotiz, wenn auch seine relative ökonomische Stärke noch darüber hinweg zu täuschen vermag.

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