100 Tage EU-Erweiterung
Frische Kräfte am Brüsseler Tisch

Die Europäische Union tankt Kraft. 100 Tage nach der historischen Erweiterung um zehn neue Staaten am 1. Mai bringen sich die wichtigen Akteure in Stellung, um die kommenden Herausforderungen zu bestehen.

HB BRÜSSEL. Die sommerliche Ferienruhe in Brüssel und Straßburg täuscht darüber hinweg, dass hinter den Kulissen derzeit um Posten gekungelt und politische Strategien gestritten wird. Nach den Wahlen zum Europäischen Parlament und dem beschlossenen Wechsel an der Spitze der EU-Kommission werden die Karten im täglichen Machtpoker neu gemischt.

Eine zentrale Rolle für die künftigen Geschicke der Gemeinschaft spielt der Portugiese José Manuel Barroso, der zum 1. November das Amt des Kommissionspräsidenten antritt. Bis dahin muss er seine politischen Schwerpunkte festlegen und vor allem ein geschicktes Händchen zeigen, um bei der Verteilung der 24 Kommissarposten niemanden vor den Kopf zu stoßen. Die EU-Staaten üben - offen oder verdeckt - Druck auf Barroso aus, um für ihre Kandidaten möglichst einflussreiche Geschäftsfelder zu bekommen.

Beobachter sind sehr neugierig, wie es Barroso gelingt, aus bisher 19 Aufgabengebieten 24 zu schneidern. Die zehn neuen Mitglieder aus Mittel- und Osteuropa sowie dem Mittelmeerraum wollen sich da keineswegs abspeisen lassen und schicken politische Schwergewichte nach Brüssel. Die meisten der nach der Erweiterung am 1. Mai entsandten Kommissare aus Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Malta, Zypern und Slowenien werden nach der halbjährigen „Trainingsphase“, in der sie den erfahrenen Kollegen über die Schulter schauten, im neuen Kollegium endlich allein Verantwortung übernehmen können.

Neben dem Personalgerangel, an dessen Ende sich Barroso eine starke und unabhängige Truppe mit 24 „Superkommissaren“ wünscht, beschäftigt sich das politische Brüssel auch mit Inhalten. Vor allem die seit 1. Juli amtierende niederländische Präsidentschaft bereitet zwei der brisantesten Themen vor, mit denen sich die EU in den nächsten Monaten beschäftigen muss: die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei und die Verteilung der milliardenschweren Mittel aus den EU-Töpfen von 2007 bis 2013.

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