1000 Euro pro Asylbewerber
Italien bietet Prämie für Aufnahme von Flüchtlingen

Nächstenliebe oder Geschäftemacherei? Um Tausende Flüchtlinge im Land zu verteilen, zahlt Italien den Einwohnern abgelegener Gebiete eine Prämie für die Aufnahme von Migranten. Kritiker beklagen einen Missbrauch des Systems.
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VicchioMehr als 85.000 Flüchtlinge sind im ersten Halbjahr 2015 per Boot an Italiens Küste gelandet. Der Regierung fällt es schwer, sie im Land zu verteilen. Zu stark sind die Vorurteile der Einheimischen, die von Rechtspopulisten und der Wirtschaftskrise geschürt werden. Einige Flüchtlinge finden in den Hügeln der Toskana ein neues Zuhause.

In dem kleinen Dorf Pomino, nordöstlich der toskanischen Hauptstadt Florenz, betreibt Silvano Venturin (65), der einst als medizinischer Helfer in Afrika arbeitete, eine Solidaritätsgruppe für Flüchtlinge. Ihre Abkürzung „C.A.S.E.“ bedeutet im Italienischen „Häuser“.

Sie wird von einem lokalen Netzwerk von Mitgliedern unterstützt, das derzeit 18 Bootsflüchtlinge aufgenommen hat. Venturin selbst hat sechs von ihnen auf seinem Bauernhof in Pomino untergebracht.

„Das ist zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber wenigstens tun wir etwas“, sagt Venturin bei einem Besuch auf dem Tertulia-Hof im nahegelegenen Dorf Vicchio. In einer Herberge auf dem Hof leben derzeit zwei Asylbewerber aus dem Senegal.

Die italienische Regierung zahlt Venturin und den anderen 1000 Euro im Monat pro Asylbewerber. Im Verhältnis zu den Unkosten sei der Betrag mehr als großzügig, sagt Venturin. In einer Stadt wie Rom oder Mailand sind Mieten und Lebensmittel teuer. Aber Venturin hat seinen eigenen Hof. Einen Großteil der benötigten Lebensmittel produziert er selbst, Personalkosten hat er keine.

„Der bloße Unterhalt für einen Migranten entsprechend der vorgegebenen Mindeststandards beträgt 350 Euro pro Monat – einschließlich Mahlzeiten, Wäsche, Handyguthaben und der 2,50 Euro Taschengeld am Tag“, rechnet Venturin vor. Von dem Rest der Prämie bezahle er Extras wie Italienisch-Unterricht, Berufsschule, eine Zeitkarte für den öffentlichen Nahverkehr und zusätzliches Taschengeld, um den Flüchtlingen eine gewisse Unabhängigkeit zu ermöglichen.

Aber nicht alle Gastgeber nutzten den Überschuss der Regierungsprämie für das Wohl der Migranten, erzählt Giorgia Andreoli, die mit ihrem Partner Francesco Boldrini den Bauernhof Tertulia betreibt. Als Beispiel nennt sie einen Hof, auf dem derzeit 20 Migranten lebten. Die Besitzer gäben ihren Gästen nur das absolute Minimum.

„Es hängt alles vom Wohlwollen des Einzelnen ab“, sagt Andreoli. „Viele Leute profitieren vom System. Es ist zu einem großen Geschäft geworden, und keiner kümmert sich um die Auswirkungen.“ Eine Klage, die auch aus anderen Städten zu hören ist. Der italienische Innenminister Angelino Alfano warnte vor Kurzem, die Unterbringung von Migranten dürfe kein „Jagdgrund für Geschäftemacher und Spekulanten“ sein.

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Eine Alternative zu überfüllten Aufnahmelagern

Kommentare zu " 1000 Euro pro Asylbewerber: Italien bietet Prämie für Aufnahme von Flüchtlingen"

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  • In Baden-Württemberg werden PRO TAG für die Inobhutnahme eines UMF (unbegleiteten Minderjährigen Flüchtlings) 254 € und mehr gezahlt. Eine Wohngruppen-Betreuung kostet um die 150 € pro Tag. Diese Zahlen sind definitiv belegbar. Wenn wundert es, wenn die Wohlfahrtsmafia und viele freie Träger sowie "Einzelunternehmer" auf diesen Wirtschaftszweig aufspringen? Die offiziellen Zahlen für UMF in Baden-Württemberg werden mit 14.000 Personen veröffentlicht. Und nun mal hochrechnen: wenn man die "teure" Inobhutnahme-Unterbringung wegläßt und nur die "günstige" Wohngruppen-Betreuung unterstellt, dann fallen pro Monat (mindestens) nur für diese Klientel 14.000 € * 150 € = 2,1 Mio € an. PRO MONAT!!! Zuzüglich anderen Nebenkosten wie Taschengeld, Freizeitgestaltung, Therapien ... Dabei sind viele der UMF weder "minderjährig" noch "asylberechtigt". Das hat mit Fremdenfeindlichkeit nichts zu tun, sondern entspricht der nackten Wahrheit. Nun gibt es ja leider diese unsägliche Rot-grüne Katastrophen-Landesregierung, welche auch noch die effektive Abschiebung solcher offensichtlich "Nicht-Asyl-Berechtigten" verhindert. Der Bürger in Deutschland möge sich das klarmachen und bei den kommenden Wahlen sein Kreuz dann an der richtigen Stelle setzen.

  • ".......Prämie für Aufnahme von Flüchtlingen"

    Wer profitiert ? Mafia ähnliche "Vereine" ! Egal im welchen Land solche Kopfprämien eingeführt werden !
    Ein krimineller vorhersehbarer Weg, der vorgeschlagen oder umgesetzt wird !

    Spekulationen in Deutschland mit Hotel und Gasthäuser & Co. ist sehr profitabel geworden, dank unserer Lobby-Politik !

  • Die Flüchtlingsindustrie ist in D und nun auch in I ein rasant wachsender Wirtschaftszweig ohne auch nur ein kleinstes Risiko. Die Zahlungen sind durch die Steuerzahler des betreffenden Landes so sicher wie das Amen in der Kirche.
    Es bleibt aber zu hoffen das dieses "Modell" nur auf Zeit funktioniert bis die "Einzahler" endlich aufwachen und dem Spuk ein nachhaltiges ENDE setzen, da bleibt dann nur noch die Hoffnung das das Ende dann ohne Gewalt und friedlich verläuft. Denn der momentane Weg kann nur für ALLE in den Abgrund führen.
    Außer für die Schleuser/Mafia, denn haben das geringste Risiko für ihre menschenverachtenden Verbrechen. (Aber das sind schließlich alle Verbrechen.

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