100 000 im Streik
Arbeiter legen Südafrikas Goldminen still

Mit einem Streik haben am Montag rund 100 000 Arbeiter in südafrikanischen Goldminen die Edelmetallerzeugung des größten Goldproduzenten der Welt zum Erliegen gebracht. Die Arbeiter forden bei dem ersten landesweiten Streik im Goldminen seit 18 Jahren höhere Löhne.

HB JOHANNESBURG. „Der Streik findet zu hundert Prozent im ganzen Land statt. Alle unsere Leute, rund 100.000, streiken“, sagte ein Vertreter der Minenarbeitergewerkschaft NUM der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Vertreter der Minenbetreiber sagte: „Offenbar sind alle Goldminen zum Stillstand gekommen.“ Er schätzte den täglichen Ausfall durch den Streik auf rund 40.000 Unzen - ein Verlust von umgerechnet 16,3 Millionen Euro pro Tag. Der Ausstand hatte bereits am Sonntag begonnen. Den Minenbetreibern zufolge fanden zuletzt keine direkten Lohnverhandlungen statt. Die NUM prüfe derzeit die Angebote zweier Minengesellschaften.

Südafrikas Goldindustrie produziert rund 15 Prozent des weltweiten Goldausstoßes. Das Scheitern der Lohnverhandlungen in der Branche ist symptomatisch für die Unzufriedenheit in Südafrika, wo es auch in anderen Sektoren immer wieder zu teils gewaltsamen Arbeitsniederlegungen kommt. Insgesamt ist das Land mehr als zehn Jahre nach dem Ende der Apartheid immer noch von einem hohen Wohlstandsgefälle geprägt, bei dem schwarze Südafrikaner am unteren Ende rangieren. Minenarbeiter, die mehr als drei Kilometer unter Tage arbeiten, verdienen in der Regel umgerechnet zwischen 312 und 375 Euro im Monat.

Auf den Goldhandel hatte der Streik zunächst kaum Auswirkungen. In London wurde die Feinunze mit 437,10 Dollar gehandelt und war damit sogar etwas billiger als am Freitagabend in New York. „Auch wenn es immer noch der weltgrößte Erzeuger ist, produziert Südafrika derzeit weniger als eine Tonne am Tag. In einem Markt, in dem Wechselkurse im Vordergrund stehen, ist es unwahrscheinlich, dass solch ein Ausfall sich auf den Preis auswirkt“, schrieb Analyst Alan Williamson von HSBC in einem Marktkommentar.

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