12,5 Millionen Afghanen sind zur Wahl aufgerufen
Neue Gewalt vor Wahl in Afghanistan

Vor der ersten Parlamentswahl seit 36 Jahren hat neue Gewalt in Afghanistan mindestens zehn Menschen das Leben gekostet. Taliban-Kämpfer hätten in der Hauptstadt Kabul drei Polizisten getötet, teilte das Innenministerium am Samstag mit.

HB KABUL. Die Nachrichtenagentur Pajhwok meldete unter Berufung auf afghanische Sicherheitskräfte, bei Zusammenstößen in der südafghanischen Provinz Sabul seien mindestens sieben radikalislamische Rebellen getötet worden. An diesem Sonntag sind 12,5 Millionen Afghanen zur Wahl aufgerufen. Das Wahlergebnis wird erst im Oktober erwartet. Afghanische Soldaten und US-Truppen nahmen in Unruhegebieten in Süd- und Südostafghanistan mindestens 33 mutmaßliche Taliban-Kämpfer gefangen. In der Provinz Helmand sei damit die von Rebellen geplante Sprengung eines großen Damms vereitelt worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, General Sahir Asimi. Die US-Streitkräfte teilten mit, bei Operationen in mehreren Südostprovinzen seien sieben Sprengsätze unschädlich gemacht und Waffen sichergestellt worden. Der Sprecher der Ende 2001 gestürzten Taliban, Mufti Latifullah Hakimi, sagte Pajhwok: „Wir versuchen zu vermeiden, Zivilisten während der Wahl anzugreifen.“ Hauptziel von Anschlägen seien die US- Truppen und Soldaten der neuen afghanischen Nationalarmee.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai und der UN-Sondergesandte Jean Arnault zeigten sich trotz der Gewalt optimistisch, dass die Rebellen die Wahl nicht würden verhindern können. Karsai sagte dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“, die Terroristen wollten die Wahl stoppen, „aber das ist ein verzweifelter Versuch“. Arnault betonte: „Wir sind sehr zuversichtlich, dass diese Extremisten es nicht schaffen werden, den Wahltag zu unterbrechen oder zum Entgleisen zu bringen.“ Er rief die Afghanen dazu auf, „die Vergangenheit hinter sich zu lassen und eine neue Ära in Afghanistan zu beginnen, eine Ära von Demokratie und Freiheit“.

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