14 Millionen Menschen aufgerufen
Hohe Beteiligung bei Chávez-Referendum in Venezuela

Die Venezolaner haben am Sonntag in einem Referendum über die Abwahl des umstrittenen Präsidenten Hugo Chavez abgestimmt. Anhänger und Gegner des Präsidenten rüttelten die Bürger am frühen Morgen mit Feuerwerk und lauter Musik aus dem Schlaf, um eine hohe Beteiligung an der Abstimmung zu sichern.

HB CARACAS. Zum Auftakt der Abstimmung wurde nach Berichten lokaler Medien eine rege Wahlbeteiligung registriert. Zur Stimmabgabe waren in dem südamerikanischen Land, das der fünftgrößte Erdölproduzent der Welt ist, rund 14 Millionen Menschen aufgerufen.

In den meisten Umfragen war ein knapper Sieg von Chávez prognostiziert worden. Im Falle einer Niederlage des Linksnationalisten sieht die Verfassung die sofortige Amtsübernahme von Vizepräsident José Vicente Rangel sowie Neuwahlen innerhalb von 30 Tagen vor. Erste Ergebnisse wurden nicht vor Montagmorgen (MESZ) erwartet. Für einen Sieg muss die Opposition nicht nur die Mehrheit der Stimmen erzielen, sondern auch die Marke von 3,7 Mill. Stimmen übertreffen, die Chávez bei den Wahlen 2000 erreichte.

Die von Unternehmern, Gewerkschaften, Traditionsparteien, der Kirche und den Medien gebildete Opposition wirft Chávez einen autoritären Regierungsstil und eine „miserable Wirtschaftspolitik“ vor. Der 50-jährige Ex-Oberstleutnant und -Putschist regiert Venezuela seit Anfang 1999. Er wurde im Jahr 2000 nach einer Verfassungsreform für die neue Amtszeit von sechs Jahren bis zum 10. Januar 2007 im Amt bestätigt.

Der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), der frühere kolumbianische Präsident César Gaviria, würdigte am Sonntat „die große Begeisterung und den gegenseitigen Respekt“ in den langen Schlangen vor den Wahllokalen. Die Menschen könnten „ihre Meinung per Wahl frei äußern“. Zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung waren 115 000 Mitglieder der Sicherheitskräfte auf den Straßen. Am Vortag waren bei kleineren Zusammenstößen zwischen Anhängern beider Seiten zwei Männer verletzt worden.

Bei einem Treffen mit den als Beobachter agierenden Gaviria und Ex-US-Präsident Jimmy Carter hatte Chávez am Samstag versichert, er werde die Ergebnisse des Urnengangs akzeptieren. Im Vorfeld hatte er allerdings die Möglichkeit einer Niederlage als „ausgeschlossen“ zurück gewiesen. Ein Sieg der Opposition würde das Land in Chaos stürzen und die Erdölpreise dramatisch ansteigen lassen.

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