16 Tote bei Anschlag
Bhutto-Partei nimmt Wahlkampf auf

Rund sechs Wochen nach der Ermordung der pakistanischen Oppositionsführerin Benazir Bhutto hat ihrer Volkspartei den Wahlkampf von neuem begonnen. Wie gespannt die Lage in Pakistan weiterhin ist, zeigte ein Anschlag im besonders unruhigen Nordwesten.

HB ISLAMABAD. Mit den Rufen „Demokratie ist die beste Rache“ versammelten sich am Samstag mehr als 100 000 PPP-Anhänger in einem Sportstadion in der Stadt Thatta im Süden Pakistans zur ersten Großkundgebung der Partei seit dem tödlichen Attentat auf Bhutto Ende Dezember.

Aus Furcht vor Attentaten von Islamisten zum Wahlkampfauftakt für die Parlamentswahl am 18. Februar fand die Veranstaltung unter massiven Sicherheitsvorkehrungen statt: Etwa 2000 Polizisten und Hunderte private Sicherheitskräfte schirmten den Kundgebungsort ab. Bei einem Selbstmordanschlag auf eine andere säkulare Partei wurden indes im besonders unruhigen Nordwesten des Landes mindestens 16 Menschen getötet.

„Sie wollte das System ändern, und deswegen hat sie das System getötet“, sagte Bhuttos Ehemann und De-Facto-Parteichef Asif Ali Zardari zu der Menge in Thatta. Riesige Bilder von Bhutto, Zardari und Bhuttos 19-jährigem Sohn Bilawal waren in dem Stadion angebracht, Partei-Lieder und Aufnahmen von Reden der früheren Ministerpräsidentin wurden abgespielt. Zahlreiche Anhänger hatten sich rot-grün-schwarze Parteiflaggen umgewickelt und trugen Kopfbedeckungen mit dem Porträt der getöteten Parteichefin. Es war die erste Kundgebung der PPP seit dem tödlichen Anschlag auf Bhutto am 27. Dezember. Die 40-tägige Trauerzeit war am Donnerstag zu Ende gegangen

.

Wie gespannt die Lage in Pakistan weiterhin ist, unterstrich ein Anschlag im besonders unruhigen Nordwesten, wo sich ein Selbstmordattentäter inmitten einer Veranstaltung der Awami National-Partei (ANP) in der Stadt Charsadda in die Luft sprengte. Die Parlamentswahlen finden am 18. Februar statt. Sie waren ursprünglich für den 8. Januar angesetzt gewesen, wurden jedoch nach dem Anschlag auf Bhutto verschoben. Einige Pakistaner befürchten nun, dass Präsident Pervez Musharraf die Gewalt als Vorwand dafür nutzen könnte, den Urnengang erneut zu verschieben. Die Zustimmung für Musharraf war in der Bevölkerung zuletzt deutlich gesunken.

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