1600 schwedische Touristen werden vermisst
Ausmaß der Flutkatastrophe unabsehbar

Zwei Tage nach der verheerenden Flutkatastrophe in Asien gehen Schätzungen inzwischen von 40 000 Toten und noch einmal 40 000 Vermissten aus. Diese Zahlen nannte die französische Regierung am Dienstag. Nach unbestätigten Berichten sind mindestens 700 Ausländer unter den Toten.

HB TOKIO. Das Auswärtige Amt in Berlin geht unterdessen Gerüchten nach, in dem thailändischen Badeort Khao Lak sei eine große Zahl deutscher Touristen ums Leben gekommen. Bislang sind nach Angaben der deutschen Botschaft mindestens zehn Deutsche der Flutwelle in Kaoh Lak und Puket zum Opfer gefallen. Die Tui berichtete von 80 vermissten Deutschen in Khao Lak. Der Reiseveranstalter Thomas Cook hat keinen Kontakt zu etwa 300 Gästen in der Region Phuket. Bundesaußenminister Joschka Fischer kündigte für 13 Uhr eine Stellungnahme in Berlin an.

Das überwiegend mit deutschen Touristen belegte Sofitel-Hotel „Magic Lagoon Khao Lak“ rund 50 Kilometer nördlich von Phuket ist nach einem französischen Radiobericht durch die Flutwelle „völlig zerstört“ worden. In dem 319-Zimmer-Hotel waren zum Zeitpunkt der Katastrophe nach Angaben der Hotelgruppe Accor etwa 350 Gäste sowie 200 bis 250 Mitarbeiter. Die Mehrheit der Hotelgäste seien „deutscher Herkunft“ gewesen, sagte Accor-Chef Jean-Marc Espalioux dem Fernsehsender LCI.

Rund 1 600 schwedische Touristen werden einem Rundfunkbericht zufolge noch in der Flutregion Südasiens vermisst. Die Zahlen seien von mehreren schwedischen Reiseveranstaltern zusammengestellt worden, berichtete der Rundfunk am Dienstag. Zu den Vermissten würden alle gerechnet, mit denen die Veranstalter noch keinen Kontakt gehabt hätten. Ministerpräsident Göran Persson sagte am Montag, mindestens zehn Schweden seien von der Flutwelle getötet worden. Rund 10 000 Schweden könnten sich in der Region aufgehalten haben.

Nach neuesten Angaben dürfte sich vor allem in Indonesien die Zahl der Opfer weiter drastisch erhöhen. „Wir haben keine bestätigten Daten, aber ich denke zwischen 21 000 und 25 000 Menschen“ könnten allein in Indonesien getötet worden sein, sagte der Vizepräsident des Landes, Yusuf Kalla. Bisher war Indonesien von etwa 5000 Toten ausgegangen. Allein auf den indischen Inseln Andaman und Nicobar in der Bucht von Bengalen wurden 3 000 Todesopfer beklagt. Dort werden noch 3 000 Menschen vermisst. Insgesamt stieg die Zahl der Toten in Indien auf mehr als 7 000. Mehr als 100 Menschen sind auch im ostafrikanischen Staat Somalia nach Regierungsangaben von der Flutwelle getötet worden.

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