17 Kandidaten werden antreten
Wählerregistrierung in Afghanistan ein voller Erfolg

Die erste freie Präsidentenwahl im Oktober kann kommen: Die Wählerregistrierung, die am Sonntag offiziell zu Ende gegangen ist, hat alle Erwartungen übertroffen. Kämpfe verfeindeter Milizen im Westen des Landes überschatteten allerdings den Abschluss.

HB KABUL. Trotz Anschlägen und Todesdrohungen der Taliban ließen sich nach offiziellen Angaben vom Sonntag bis zum Vortag 9,9 Mill. der geschätzten 10,5 Mill. Wahlberechtigten registrieren, 41 % davon Frauen. Bei der Präsidentenwahl am 9. Oktober wird Amtsinhaber Hamid Karsai gegen 17 Kandidaten antreten, darunter eine Frau. Das Auswärtige Amt in Berlin nannte die Ende 2003 begonnene Wählerregistrierung „einen großen Erfolg“.

Der Abschluss der Wählerregistrierung wurde von Kämpfen verfeindeter Milizen im Westen des Landes überschattet. Dabei starben in der Provinz Herat mindestens 22 Menschen. Im nordafghanischen Faizabad, dem Standort des zweiten deutschen Wiederaufbauteams, explodierte am Sonntag eine Bombe. Niemand kam nach Angaben der Bundeswehr zu Schaden. Derzeit sind rund 25 deutsche Soldaten in der Hauptstadt der Provinz Badakhshan stationiert. In der südafghanischen Provinz Kandahar töteten radikalislamische Taliban-Kämpfer nach Angaben von Polizei und Rebellen sieben afghanische Soldaten.

In Herat brachte die Nationalarmee die Lage nach Angaben der Regierung in Kabul wieder unter Kontrolle. Karsai erklärte dazu, es sei die Pflicht seiner Regierung, alle Bedrohungen des Wahlprozesses zu verhindern. Der Präsident sprach von einem Angriff auf den Staat, der ernste Maßnahmen nach sich ziehen werde.

Ein Sprecher der Wahlvorbereitungsstelle in Kabul sagte am Sonntag, die Zahl der registrierten Wähler werde weiter ansteigen. In einzelnen Distrikten in Provinzen im Süden und Südosten würden wegen der schlechten Sicherheitslage verspätet eröffnete Registrierungsstellen noch bis 20. August weiter arbeiten.

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